Dezember 6, 2021

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Krass Klassenfahrt – Der Kinofilm

Krass Klassenfahrt - Der Kinofilm - Filmplakat
© 2021 Leonine

Herleitung: 2018-2021 lief auf RTL II die Scripted Reality-Soap Krass Schule – Die jungen Lehrer, die wiederum von den YouTubern Jonas Ems und Jonas Wuttke mit Krass Klassenfahrt satirisch adaptiert und auf YouTube und später auf Joyn veröffentlicht wurde.

Das Ding ist mittlerweile in der 12. Staffel und erfreut sich mit inzwischen 138 publizierten Folgen großer Beliebtheit. Eine 13. Staffel ist bereits angekündigt – und nun gibt’s eben auch den Kinofilm dazu.

Die beiden sind selbst vom Erfolg des ganzen überrascht und können kaum glauben, was aus dem einstigen Trash-TV-Spaßprojekt inzwischen geworden ist.

Nun, da ihr die Herkunft kennt, eröffnet sich für den elitären Kinobesucher dann auch die Schleuse zu dem, was manch einer dieser Art von Film entgegen halten kann: Die Tatsache, dass ich alleine im großen Kinosaal in einer regulären Vorstellung gesessen habe, spricht ja für sich eigentlich schon Bände.

Hier wird eben wieder im Stile des bereits aus Abschussfahrt – Vier ist einer zu voll bekannten Schulhof-Humors heraus gearbeitet und man merkt dem Werk ohne jegliche Vorkenntnis seine parodistischen Züge erstmal nicht wirklich an.

Dies korrigiert sich allerdings mit dem Vorwissen weit mehr ins Positive, denn aufbauend darauf, dass hier das noch schlechtere TV-Original auf die Schippe genommen wird (dass es so etwas überhaupt noch gibt, wundert mich), ist Krass Klassenfahrt – Der Kinofilm gar nicht mal so übel.

Während des Films hat mir die teilweise überspitzte Eigenparodie oftmals zugesagt und man spürt auch, dass das Projekt als solches eine eigene „Marke“ ist, die sich nicht so einfach mit anderen Dingen vergleichen lässt, sondern eben auch hier ein Stück weit seine eigenen Momente kreiert und – wie die beiden Macher so schön gesagt haben – selbst zu einer Art Scripted Reality Soap geworden ist, wenngleich auch die komischen Elemente niemals außer Acht gelassen werden.

Den geneigten (und vor allem erwachsenen) Zuschauer wird das allerdings dennoch wenig kümmern – und angesichts der Tatsache ist das Projekt „Kinofilm“ vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen, denn ich kann mir schwerlich vorstellen, dass sich jetzt ganze Schulen auf den Weg machen, um sich den Film zu ihren YouTube-Serien für Geld im Kino anzusehen und daraus dann ein Event zu generieren.

Nichtsdestotrotz beweist man einmal mehr, dass auch aus anderen Gefilden kreative Macher emporspringen, die nicht über die klassischen Kanäle gehievt werden, um irgendwann als „Regisseur“ anerkannt zu sein, sondern es in unserem Zeitalter durchaus alternative Methoden gibt, um sich einen Namen zu machen.

Wie das Ergebnis letztendlich ausfällt, bestimmt ihr als Kinobesucher – meine Vermutung wird sich vermutlich bewahrheiten: Das Zielpublikum sind diejenigen, deren Alltag mit allerlei solcher Szenen gespickt ist und die sich damit eher identifizieren können, als Massenprodukt eignet sich dieser Film daher nur bedingt.

.kinoticket-Empfehlung: #Schulhofhumor mit einer Prise Eigenironie und satirischer Verwurstelung noch schlechteren Trash-TVs – der Versuch, mit einer erfolgreichen YouTube-Serie auch im Kino zu landen. Das entsprechende Publikum wird dabei auch sicher seinen Spaß haben.

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Ist bis zum Schluss grafisch unterlegt, muss man aber nicht zwingend aussitzen, weiterführende Szenen kommen keine mehr.

Kinostart: 11. November 2021

Original Title: Krass Klassenfahrt – Der Kinofilm
Length: 97 Min.
Rated: FSK 12