Dezember 5, 2021

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Last Night in Soho

Last Night in Soho - Filmplakat
© 2021 Universal Pictures International

Mit dem dreifach Oscar-nominierten Meisterwerk Baby Driver hat sich Edgar Wright längst einen Namen gemacht und bringt nun mit Last Night in Soho seinen neuesten Regiestreich unters Volk, der mit begehrter Sehnsucht aufgenommen wird.

Den Terminus „Swinging Sixties“ gab es inzwischen in unzähligen Rezensionen dazu zu lesen, mir wurde der Film damals mit „Interessant, mit einem ganz netten Twist“ vorgestellt – und was mich tatsächlich fasziniert, ist die Regiearbeit dahinter.

Der Streifen liefert unzählige Momente der Faszination und Bewunderung für seine darstellerische Art der Inszenierung. Auch als gekonnter Filmliebhaber ist man über das ungezeigte Arbeitspensum erstaunt, das hinter den noch so kleinen Szenen steckt, die mit ungeahnten Möglichkeiten auftrumpfen und somit einmal mehr visuell und dramaturgisch zu überzeugen wissen.

Schon bei Baby Driver sind wir der Coolness-Masche Wrights erlegen gewesen, das gleiche passiert jetzt wieder. Musik, Farben, Filmzeichnung und „Takt“ sind vollkommen ausgewogen und wurden Szene für Szene mit viel Augenmerk bedacht. Nichts wirkt spontan, alles ist wohl überlegt und gut austariert. Genau das hinterlässt beim Schauen auch einen ungemein angenehmen Eindruck, obgleich die gezeigten Bilder und das „Thema“ ein zutiefst unschönes sind: Den Film zu schauen macht ob seiner Umsetzung auch ein zweites Mal noch richtig Spaß.

Hier kommt dann von mir auch die Empfehlung des Kinosaals an den Start, denn ich glaube nicht, dass das Momentum des Übergleitens in andere Sphären zu Hause genauso schön und vollkommen ankommen werden, als in einem durchoptimierten Kinosaal. Die Melodien geistern dir auf jeden Fall Stunden später immer noch im Kopf rum und sorgen für eine unerklärbare Faszination, sich den Film nochmal ansehen zu müssen.

Ich für meinen Teil glaube, dass das Werk früher oder später in meiner heimischen Kinosammlung landen wird – was das bedeutet, wisst ihr: Reingehen, solange es noch geht!

.kinoticket-Empfehlung: Stil, Coolness, prädestinierte Musik, perfekte Kleidung, andere Zeiten und jede Menge Offenbarungen: Last Night in Soho scheuert einmal mehr ein Werk aufs Parkett, dass zu sehen definitiv geschehen darf. Allerdings sollte man hier nicht den kriminalistischen Aspekt im Auge haben, sondern vielmehr das künstlerische Plädoyer als solches genießen. Dann ist die Show definitiv sehenswert!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Keine Ahnung, ob das wirklich abwarte-würdig ist – hier „zucken“ halt ab und an nochmal ein paar Bewegtmomente rein 😉

Kinostart: 11. November 2021

Original Title: Last Night in Soho
Length: 117 Min.
Rated: FSK 16