Mein Leben mit Amanda - Filmplakat
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Dieser Film entzweit mich tatsächlich auf eine Art und Weise, die ich nicht vermutet hätte.

Bevor ihr gleich abdreht und denkt: “Okay, kein Volltreffer” – Stop! Ihr solltet reingehen! Das Handwerk der schauspielerischen Darbietung ist phänomenal gut. Und zwar ausnahmslos von allen Parteien, die in dieser Story eine relevante Rolle spielen.

Der Stoff ist ebenfalls harter Tobak, was meist auch ein Grund dafür ist, den Film zu sichten.

Was mich tatsächlich stört, ist die Umgangsweise oder “Erziehung”, die man dem Plot angedeihen ließ. Hier komme ich ins Straucheln, auch wenn klar ist, dass solche Entscheidungen nicht eben kurz vor den Abendnachrichten gefällt werden können und man sich vor solcherlei Verantwortung gerne drückt.

Die Umgangsweise, zu der man sich entscheidet, frevle ich an. Gott darüber zu spielen, wie jemand in so einer Situation zu leben hat, ist genauso verabscheuungswürdig und gleichermaßen reißt es einen in Stücke, weil man meint: Wie könnt ihr euch erlauben, dies auf dem Rücken eines Kindes austragen zu wollen?

Genau das ist in der Realität aber gar nicht so selten, weshalb es oft so zerbrochene Umstände und Leben gibt, die zu den maroden Charakteren geführt haben, mit denen sich die Öffentlichkeit heutzutage rumschlagen darf. Wen wundert’s?

Mich nach diesem Film kein Stück mehr.

Insofern ist dies fast schon ein Lehrstück meisterlicher Familienkunst, die das trübselige Bild schicksalhafter Ereignisse zeichnet und dabei den Menschen an Pforten der Wahloptionen trägt, die kaum jemand imstande ist zu erschließen.

Vielleicht ist es das verklärte Bild hollywoodesker Schönheit, die man solch dramatisch-emotionalen Filmen oft auferlegt in der Erwartung klischeehafter Romantik, die ein jedes Problem im Keim erstickt und am Ende Friede, Freude, Eierkuchen auf die Lappen niederschreibt.

Dass das Leben oftmals eben nicht so ist, wissen viele von euch aus eigener Erfahrung … und Mein Leben mit Amanda stellt sich stellvertretend auf die Leinwand und unterstreicht diesen Schrei nach Gerechtigkeit, der mir im ersten Augenblick tatsächlich übel aufstieß.

.kinoticket-Empfehlung: Lockt aus den Komfortzonen des Lebens und zerwirft die bildschöne Story-Romantik mit kaum zu ertragender Realität: Die Disharmonie der Erzählung sollte keineswegs Grund dafür sein, diesen Film nicht innigst besuchen zu wollen. Handwerkliche Kunst, die den Zuschauer nicht nur unterhält, sondern auf seine ganz eigene Weise fordert.

Nachspann: Braucht nicht ausgesessen zu werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 12. September 2019

Original Title: Amanda
Length: 107 Min.
Rated: FSK 6