Dezember 6, 2021

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Mein Sohn

Mein Sohn - Filmplakat
© 2021 Warner Bros. Ent.

Ich liebe Jonas Dassler. Der Junge sieht fresh aus und hat durch seine unverwechselbar-konturierten Gesichtszüge etwas, das viele neuartige Darsteller nicht mehr aufweisen können: Unverwechselbarkeit. Mit seinen Rollen in Werk ohne Autor, Das Schweigende Klassenzimmer und der überaus phänomenalen Darstellung in Der Goldene Handschuh hat er sich im deutschen Kino längst einen Namen gemacht.

Auch in diesem Film punktet er wieder mit seiner kindlich-jugendlichen Darstellung und spricht damit das ebenso jüngere Publikum durch seine lässig-coole Art durchaus an.

Der weibliche und generationenübergreifende Gegenpart wird von Anke Engelke verkörpert, die einmal mehr beweist, dass ihr das Schauspieltalent schon in die Wiege gelegt wurde. Ihren Namen verbindet man automatisch mit komödiantischen Inhalten und umso mehr erstaunt es, dass sie diese super ernste, tiefgründige und berührende Rolle ohne jeglichen Humor absolut überzeugend rüberbringen kann. Hier erwartet man etwas anderes und lernt einmal mehr, wie groß ihre Fähigkeiten sind.

Woran der Film ein wenig stolpert, ist in meinen Augen das Drehbuch. Die Idee ist an und für sich nicht schlecht: Man schickt ein ungleiches „Pärchen“ auf einen Roadtrip … allein diese Einleitung führt schon zu unglaublich fantasievollem Kreativ-Reichtum, denn daraus lässt sich in einem Film alles mögliche gestalten.

An dieser Stelle scheitert man aber ein wenig an den dargestellten Möglichkeiten. Die Phasen der Reise wirken auf mich etwas gestellt, herbeigezwungen und forciert klischeebehaftet. Hier hätte an einigen Punkten etwas mehr „Normalität“ und Ausgeglichenheit gut getan. Stattdessen zwingt man die unterschiedlichen Positionen in ihre Extreme und vernachlässigt einmal mehr, dass es auch unzählige Stufen dazwischen gibt, die an dieser Stelle etwas mehr Realismus vermuten hätten lassen.

Insofern eignet sich der Film vielmehr als Schmacht-Stück in Sachen Optik und darstellerischer Künste und bringt hier nicht die Tiefen zum Vorschein, die der Plot gerne geliefert hätte.

.kinoticket-Empfehlung: Großartige Darsteller, ein verbales Agieren auf Augenhöhe, das den Generationenkonflikt sehr gut rüber bringt, allerdings an zu stereotypen Extremen leidet und somit nicht wirklich überzeugende Inhalte liefert. Ansehen sollte man sich den Film aber dennoch unbedingt.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 18. November 2021

Original Title: Mein Sohn
Length: 94 Min.
Rated: FSK 12