November 26, 2022

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Nope

Nope - Filmplakat
© 2022 Universal Pictures International

Über meine negativen Avancen Get Out gegenüber hab ich mich hier im Blog ja schon desöfteren geäußert. Ich verstehe nicht, wieso den so viele so gut finden und entdecke mich einmal mehr nicht mitten im Mainstream, sondern irgendwo allein am Rand der Gesellschaft wieder, wo ich einfach meinem eigenen Geschmack nachgehe und das Gefühl genieße, nicht von der Masse erdrückt zu werden.

Allerdings hat dieser Film irgendwo einen magischen Hype um den Namen Jordan Peele ausgelöst und die Kinogänger, vor allem aber auch die Kritiker, feiern seine Werke ab, als wäre er bereits der nächste Steven Spielberg meets Quentin Tarantino. Aber warte mal … haben diese beiden nicht eine Unmenge an erfolgreichen Movies auf dem Kerbholz und sind darum auch berechtigt Kultregisseure? Peele liefert hier nämlich gerade einmal sein drittes (!) Werk und umringt sich dabei schon mit einer unfassbar talentierten Meute an PR-Schaffenden, deren Arbeit ich diesmal wirklich würdigen möchte: Es wurde kaum etwas verraten, man wurde überall richtig angefixt und gefühlt jeder hatte richtig Bock darauf, dass Nope endlich ins Kino kommt.

Natürlich kam auch hier wieder meine natürliche Zurückhaltung beim Trailer, denn von Filmen sollte man sich – wenn überhaupt – immer nur Teasermaterial anschauen, also die kleinen Filmclips, die kurz etwas anteasern, aber keine weiterführenden oder gar spoilernden Szenen beinhalten.

Wie dem auch sei – gefeiert hab ich das neue Werk im dazu passenden Kino in München (Astor Filmlounge im ARRI), denn schon im Vorfeld war klar: Hier braucht man gute Boxen und verdammt gutes Bild.

Peele hat schon in Interviews bekannt gegeben, dass er mit Ausrichtung auf IMAX-Qualität gedreht hat und man sich darum die entsprechenden Voraussetzungen zurechtlegen sollte, um den Film wirklich so zu genießen, wie sich der Regisseur das vorgestellt hat.

Und ja, die Arbeit ist wirklich Bombe. Das Setting, das Bild, das Colorit und die ganze akustische Intonation erinnern an die Machenschaften von Großmeistern like Tarantino, jedoch nicht kopiert, sondern als eigener Stil etabliert und somit auch glaubwürdig und authentisch.

Und genau das macht – auch ohne die teils verwirrende Story – schon richtig Laune, zumindest als Cineast kommt man hier voll auf seine Kosten. Hier trennt sich dann wahrscheinlich auch die Spreu vom Weizen, denn der geneigte Gelegenheitszuschauer fährt nicht auf solche technischen Raffinessen ab, sondern will einfach einen normalen Film, der einen gut unterhält und witzig ist und – vor allem – plausible Storyline-Entwicklung bietet.

Nope richtet sich jedoch mit unzähligen Details an all jene, die Kino zu einem massiven Inhaltsbaustein ihres Lebens gemacht haben – man muss sich den Film mehrere Male ansehen, um all die Anspielungen, Hommagen, Persiflagen und Andeutungen zu entdecken und richtig einordnen zu können – und dabei weht dann ein ganz anderer Geist im Raum, der einen gerne auch mal ziemlich verstört zurücklässt und somit das Prädikat „abgefuckt“ im positiven Sinne verdient.

Ohne additives Filmwissen ist hier kaum etwas zu machen – junge Menschen, die in ihrem Leben noch kaum etwas außer TikTok-Clips gesehen haben, werden auch kaum warm damit. Kinofreunde hingegen entdecken hier noch ganz andere Schätze, die der Filmemacher in der Requisite hatte und bindet damit einmal mehr die älteren Generationen an den Kinosessel.

.kinoticket-Empfehlung: Mit weltweit 133 Mio. $ Einnahmen (Stand: 23. August 2022) spricht dieser Film jetzt schon eine deutliche Sprache und richtet sich vornehmlich an das kinophile Publikum, das die Entstehungsgeschichte des Bewegtbilds und seine lange Reise durch die jahrelang erzählten Geschichten feiert und dabei hochkarätige Sounds, Dialoge und Kamerarbeiten zu würdigen weiß. Nicht zwingend Mainstreamkino, dafür aber eine gelungene Hommage an Klassiker der alten sowie Werke der neuen Generation, die schon im dritten Anlauf des Regisseurs bestätigt: Hier kann in Zukunft gerne noch mehr kommen.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 11. August 2022

Original Title: Nope
Length: 130 Min.
Rated: FSK 12

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