Paw Patrol - Mighty Pups - Filmplakat
© 2020 Paramount Pictures Germany GmbH

Die Befürchtungen waren riesig bei allen Menschen, die dem Kindeskindalter entwachsen sind, und ich sag‘s mal so: Machen wir ein Trinkspiel des Todes daraus 😀

Bei jedem „Super“ im Film einen Shot und ihr seid spätestens nach 3 Minuten tot.

Dass sich Transformers und der ganze Kruscht daran orientiert, die Merchandise-Marketing-Maschine anzuwerfen und daraus oft keinen großen Hehl macht: Geschenkt. Sollen sie, immerhin mag ich die transformanten Viecher selbst ohne Ende und hab auch nix dagegen, wenn solche übergroßen Figuren dein Wohnzimmer übernehmen. Same with Lego, same with Barbie, same with Wendy & Co. und und und.

Da stand aber der Filmspaß im Vordergrund und man konnte – auch ohne Merch – trotzdem einigermaßen Freude im Kino empfinden, zumindest, wenn die Leinwände groß und die Boxen laut genug waren.

Nickelodeon, toggolino und Co. sind aber von Beginn an darauf ausgerichtet, Spielzeuge zu verkaufen und hier ist in meinen Augen ein viel zu lang unkritisiertes Phänomen am Start: Es werden keine Filme mehr gemacht, zu denen es dann Figuren gibt, sondern es gibt Figuren, zu denen irgendwas produziert wird, um die Figuren auch zu verkaufen.

Diese Tatsache schlägt bei Paw Patrol: Mighty Pups so hart an, dass es auch mit viel Product-Placement-Toleranz schwer fällt, dem Film wirklich den Willen abzugewinnen, als eigenständiges Werk existieren zu wollen, denn das Ganze gleicht eher einer Marketing-Verkaufs-Show für die Hundies und weniger einer gut erzählten Geschichte.

Und dabei reiht sich ein „Ich bin Super-Hundi mit Superkräften, der super gelaunt diesen Super Auftrag super ausführen wird“ ans nächste, dass mehr oder weniger das gesamte Kino hinterher sich ausschließlich mit „Super“-Sätzen unterhalten hat, weil‘s jeder (auch die Kids) irgendwie affig fand. Böse Zungen mögen behaupten, man wollte so die Produkte mit einem gewissen Verkaufsadjektiv bestücken … aber in dieser Übertreibung geht der Schuss „super“ nach hinten los.

Ich hätte durchaus meinen Spaß daran haben können, denn wie ihr wisst, schau ich mir auch jeden Kinderscheiß an und bewerte ihn hier und bin deshalb auch für solche Geschichten „kritisch empfänglich“, aber das war mir tatsächlich extrem zu viel.

Gut animiert, ja, und wenn man sich mit viel Gewalt von der Merch-Schiene abwendet, dann mag auch die „Story“ ihre liebenswürdigen Momente haben, denen man sogar einen pädagogischen Touch abgewinnen könnte (Zielgruppe: Eben-noch-Baby-gewesen), aber als Erwachsener sollte man definitiv 3 Gallonen Schnaps mit in den Saal nehmen, um die Show einigermaßen zu überleben.

Die Merchandising-Absichten zerstören alles andere über die Maßen, dass einem Hören und Sehen im wahrsten Sinne des Wortes vergeht. Lieber unterschwelligeres Product-Placement als diese „Verkaufs-Show“ für die Spielzeuge, dann hätte man am Film Spaß – und wer will, hinterher an den Figuren beim Spielen auch noch. So wirkt alles extrem übertrieben und seltsam im Kino und man hat das Gefühl, einer kompletten Verkaufssendung beizuwohnen.

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Teleshopping lässt grüßen.

Kinostart: 5. Juli 2020

Original Title: Paw Patrol – Mighty Pups
Length: 90 Min.
Rated: FSK 0