Photograph - Filmplakat
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Es ist die Woche des Verrisses – wie mir scheint … denn heute haben wir erneut ein Werk, dessen Kinopublikation schon eine Weile vorrüber ist, und von dessen Leben und Ableben keiner so richtig etwas mitbekommen hat.

Ich kenne einige, die versucht haben, über diesen Film etwas zu bringen und die selbst von den verantwortlichen Pressestellen abgewiesen wurden. Zu Recht?

Photograph zählt für mich als Fotograf in erster Linie erstmal zu den interessanteren Titeln, weil selbst in der Vergangenheit Filme über “Bildermacher” meist interessante Lektüre waren, die man sich als Branchenkenner gerne angesehen hat.

Doch diesmal strotzt aus meinem Mund keine Begeisterung, sondern eher ein flaues “Naja”.

Ich kenne ein paar der asiatischen Schinken, ich weiß, was Bollywood zu bieten hat und ich bin auch anders kulturell ausgerichteten Movies wenig abgeneigt. Was man hier allerdings produziert hat, ist in meinen Augen nichts weiter als ein warmer Aufguss eines nicht erfolgreichen Films vergangener Tage.

Die Story schippert so gemütlich vor sich hin, ohne großartig zu fesseln oder mit Pointen zu überraschen. Alles plätschert in einer langwierigen Gemütlichkeit und desolaten Unerträglichkeit vor sich hin, ohne den Zuschauer zu packen oder durch spannende Wendepunkte zu fesseln.

Stattdessen begreift man als Vielseher relativ früh, was gleich passieren wird und muss sich dann minutenlang damit abfinden, dass der Regisseur sich immer noch nicht dazu entschieden hat, den Plotpunkt endlich zu erreichen und abzuarbeiten.

Dadurch werden selbst in heutigen Tagen relativ kurze 109 Minuten zu unerträglicher Unendlichkeit, worüber dann auch die typisch-indische Bildgewalt nicht mehr hinweg hilft.

Am enttäuschendsten fand ich aber den Schluss: Irgendwie gibt es kein Ende, keine Offenbarung, kein Twist oder etwas, dass das beruhigende Gefühl eines Sinns in diesen Film integrieren würde, sondern man geht aus dem Saal und hat eigentlich nur eine Sinnkrise danach.

War das Ziel des Unternehmens? Ich glaube weniger.

.kinoticket-Empfehlung: Punktet nicht durch Stetigkeit oder fesselnde Twists, sondern plätschert sinnlos umher und rettet sich auch nicht mehr durch großartige Bilder – eher ein Touristen-Nepp als eine großartige Attraktion. Schade.

Nachspann: Enthält keine weiteren Szenen. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 11. Juli 2019

Original Title: Photograph
Length: 109 Min.
Rated: FSK 0