Roads - Filmplakat
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Roadmovies befriedigen eine ganz spezielle Truppe von Zuschauern und lösen gleichermaßen beim Diskutieren oft starke Kontroversen aus: Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, unterwegs zu sein. Und das, obwohl es fast schon ein Klischee ist, nach der Ausbildung / Schule erstmal ein paar Jährchen auf Reisen zu gehen und die Welt zu entdecken.

Als BahnCard 100-Besitzer gehört Reisen zu meinem Alltag und ich glaube, ich würde verrecken, wenn mir eines Tages mal die Möglichkeit genommen werden sollte, ständig woanders zu sein, ständig neue Dinge zu sehen, neue Menschen zu treffen und die Vielfalt dieses Planeten auf meine eigene Weise erkunden zu können. Diese Freiheit ist mit nichts zu ersetzen – und auch mit nichts zu bezahlen. Genau das bedeutet “Leben” für mich – bzw. der Tod, wenn man es eines Tages mal nicht mehr können sollte.

Und genau da hoffe ich dann, dass möglichst viele Filme dieser Art existieren, die man sich auch als Rentner nach Hause (wo ist das?) liefern lassen kann, um wenigstens noch in der Seligkeit solcher Roadtrips zu schwelgen und das Gefühl im Kopf zu intensivieren, doch unterwegs zu sein.

Macke? – Yes. Und zwar nicht nur fürs Reisen, sondern auch für Fionn Whitehead.

Fionn Whitehead
Fionn Whitehead auf der Deutschlandpremiere von Roads im Kino International in Berlin

Dieser Kerl hat mich bei bislang allen Movies dermaßen durch seine Ausstrahlung und bloße Existenz überzeugt. Absolut sympathische Persönlichkeit, der in Roads zusätzlich noch ein überaus charmanter Charakter als Rolle angeheftet wurde, dass das Ding quasi schon ohne irgendwas sonst zu einem Erfolg führen muss.

Doch auch hier haben sich die Macher genügend einfallen lassen, um dem Ganzen etwas mehr Tiefe zu verleihen und eben nicht nur ein weiteres Movie der Art zu sein, das universitär über Lebensphilosophien sinniert und dabei dem Zuschauer das Gefühl gibt, ungebildet zu sein.

Und da fängt die oft in solchen Streifen keine Rolle spielende Story an, Wertigkeit aufzubauen, von Belang zu sein und Momente zu erzeugen, die nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern tiefgreifende Gefühle, Fragen und eigene Kontroversen aufrufen, mit denen man sich dann befassen kann.

Und das in einer absolut angenehmen, ruhigen und fast schon “auf Wohlwollen gefilterten” Bildsprache, die ich jede Minute genossen habe.

Abschließend noch ein paar Eindrücke vom Roten Teppich am Kino International in Berlin bei der Deutschlandpremiere von Roads.

.kinoticket-Empfehlung: Bewegend, charmant, sympathisch und mit viel Charisma und Geist: Eine Geschichte, die noch einige Zeit nachhallt und definitiv zu den besseren ihres Genres gehört.

Nachspann: Szenen, Bilder oder weitere Elemente fehlen: Man darf den Saal also gern verlassen.

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Roads
Length: 99 Min.
Rated: FSK 6