submission - Filmplakat
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Schließt eure heiligen Tabs, beendet das Offizielle und öffnet die Pornoseiten: Es geht hinab in die Tiefe der dunklen Nische.

submission betitelt die unterwürfig-devote Seite beim Spiel mit Dominanz und Unterwerfung und deutet schon mal darauf hin, in welchen Niveaukreisen die folgende Geschichte spielen soll.

Gleich vorweg: Stanley Tucci ist ein Garant für Qualität, egal, wie mies der Film ist, in dem er spielt: Seine Rolle und Darstellung ist konsequent glaubhaft und großartig!

Genau das rettet auch den Rest der Show, denn submissive Texte sind auf einschlägigen Seiten auch meist unterste Schublade und zeugen nicht gerade von sprachlicher Eloquenz und geistiger Reife. Warum auch, bei diesem Thema schalten viele ja gleich mal das Hirn ab und geben sich völlig ihren unerklärbaren Trieben hin.

Seit dem kolossal verschandelten Fifty Shades of Grey warte ich immer noch auf die intellektuelle Variante dieser Darbietungen, die sich auf der Leinwand mit den in der Öffentlichkeit kaum kommunizierten Gefühlen auseinandersetzt und hier zum einen Aufklärungsarbeit leistet, zum anderen Stoff für Unterhaltungen liefert, die in dieses Genre abdriften und gerne auch tiefer eintauchen.

Das schafft submission definitiv nicht, denn die Story ist zu sehr an den Haaren herbeigezogen und wirkt im Verlaufe des Films regelrecht einfallslos. Stattdessen sieht man als Zuschauer ewig wiedergekäutes Einheits-Blabla, dem auch das grandiose Schauspiel und der typische Charme Tuccis keinen Notanker mehr zuwerfen können: Dafür ist das alles zu verträumt, zu unrealistisch, zu unglaubwürdig.

Die Idee mag nett sein, das Potenzial schießt auch aus allen Poren, doch genutzt wird es – wie abgeworfenes Sperma – anschließend eben absolut nicht.

Und dabei liebe ich Geschichten, in denen menschliche Züge an ihre Grenzen und darüber hinaus getrieben werden, um der Natur das zu entlocken, was sie durch zahlreiche Fassaden im Alltag unscheinbar zu überdecken versucht. Doch in dieser Hinsicht war der Film eine herbe Enttäuschung. Also warten wir weiter.

.kinoticket-Empfehlung: Verspricht viel, wartet auch mit dem bekannten Charme und der Professionalität Stanley Tuccis auf, kommt aber über Klischeezeichnungen der Charaktere kaum hinaus. Dabei steckt in dieser Idee so viel erzählerisches Potenzial, das ungenutzt umhergeworfen und nicht ausgekostet wird. Schade, das war dann ja wohl nichts.

Nachspann: Muss nicht abgewartet werden, es kommt nichts mehr.

Kinostart: 19. September 2019

Original Title: Submission
Length: 106 Min.
Rated: FSK 12