Februar 5, 2023

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Sundown – Geheimnisse in Acapulco

Sundown - Filmplakat
© 2022 Ascot Elite Filmverleih

So, ihr geht schön alle brav in Avatar: The Way of Water (3D) und genießt die Show, wir arbeiten hier so lange ein paar liegen gebliebene Dinge ab, die nicht deshalb liegen geblieben sind, weil sie mies oder nicht erwähnenswert sind, sondern die nicht ersatzlos von der Liste gestrichen wurden, weil sie so koryphäenhaft auftrumpfen, ich aber meine persönlichen Krisen Mitte des Jahres hatte und darum für Blog und Co. keine Zeit war.

Grundsätzlich gilt: Momentan geht eh jeder in Avatar 2, die Frage ist also nicht mehr: „Welchen Film wollen wir ansehen?“ sondern vielmehr „In welchem Kino in welchem Saal schauen wir Avatar 2?“ => Im Größten => im Größten.

All das, was diese Woche kommt, sind zwar Rezensionen bezugnehmend auf die Experience im Kinosaal, dürft ihr euch aber grundsätzlich im Heimkino raussuchen bzw. auf den VoD-Portalen streamen, denn diese Filme dürften in der Regel schon längst wieder von der großen Leinwand verschwunden sein (was sie nicht weniger gut macht).

Los geht’s mit Sundown – Geheimnisse in Acapulco.

Dieser Film war im Sommer am Start, ging irgendwie ein bisschen unter und wurde auch nicht wirklich beworben, ist aber sensationell und bringt unglaublich viel Licht, Wärme, Geborgenheit und urlaubiges Runterkommen ins Spiel. Die Story ist mal ganz anders, als man das von Filmen dieser Art erwartet und die Schausteller-Riege zieht das Ding super sympathisch über die Bühne. Extra erwähnenswert: Tim Roth. Dieser Kerl ist so dermaßen Profi, dass es quasi schon Spaß macht, ihm einfach dabei zuzusehen, wie er auf nem verdammten Stuhl sitzt und nichts tut.

Der Film arbeitet dabei in verschiedenen Ebenen, bricht damit auch die Erzählperspektive des Zuschauers auf und beißt sich nicht am singularen Plot fest, sondern wabert zwischen originellem Aussehen, traumhafter Kulisse, super entspannenden Klängen und SFX sowie einem ruhigen Plot, der einem so richtig Zeit zum Entspannen und Runterkommen lässt.

Was hier vermittelt wird, hab ich in diesen Phasen im Sommer extrem gebraucht und genossen, weil dich das Ding echt geerdet hat und dir quasi so eine Art „Kurzurlaub“ verpasst, nach dem du mit neuer Kraft wieder an die alltäglichen Herausforderungen andocken und sie besser bewältigen konntest.

Mein Tipp ist also: Holt euch den Streifen dauerhaft (irgendwo kaufen oder auf Scheibe organisieren) und immer wieder mal einlegen, wenn man mal wieder ne Ruhepause braucht oder das Gefühl hat, alles wird grad zu viel.

Hier steckt (trotz des zum Teil weirden Entwicklungsstrangs der Erzählung) so viel Kraft und Energie drin … und ich glaube auch, Roth hat mit seinem Charakter alles richtig gemacht (auch, wenn viele das so nicht unterschreiben würden).

Manchmal braucht es diesen Ausbruch, das Freisetzen von Konventionen, Dingen, Machenschaften, anderen Menschen, unbewussten Beeinflussern oder was auch immer … und Sundown liefert dazu eine perfekte Grundlage, um in Sachen Stimmung wieder etwas aufzuräumen.

.kinoticket-Empfehlung: Absolut sehenswert, schafft Ordnung in einem chaotischen Leben, bringt runter, generiert Ruhe und Bodenständigkeit und liefert so einen starken Anchor-Point im Leben, um die Dinge wieder klarer zu sehen und neue Kraft zu tanken. Roth spielt hervorragend und auch der Plot ist mal kein 0815, sondern echt interessant – hochkarätiges Independent-Kino, das man gerne als Joker in der heimischen Sammlung haben sollte.

Nachspann: 🔘⚪️⚪️ | Genießt die sanften Klänge des Beachs, und genießt die Stille danach, lasst euch sanft zurück ins Leben treiben.

Kinostart: 09. Juni 2022

Original Title: Sundown
Length: 83 Min.
Rated: FSK 12

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