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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums

Einmal mehr begibt man sich auf die Reise in die Welt des kindlichen Gemüts und betritt eine Landschaft, die den Erwachsenen im fortschreitenden Alter verloren gegangen zu sein scheint. Tatsächlich entwickelt sich der Mensch ja altersmäßig immer weiter vorwärts, während man meinen könnte, dass diese Richtung auch im Geiste vorhanden sein muss – realistisch sieht es allerdings oft genau umgekehrt aus.
Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums ist ein Film, der sich vorwiegend an Kinder richtet und diese auch nach ihrem Schema unterhält: Man ist ruhig genug, spricht und überlegt langsam genug und lässt ihnen genügend Zeit, um das Gehörte zu verarbeiten und zu begreifen. Das Vokabular und die genutzten Thesen richten sich hierbei vollständig an das jüngere Kaliber, die von Logik und Plot-Realität noch keine Ahnung haben. Interessant für Erwachsene ist hierbei allerdings der Fakt, dass die Darstellung der Welt vollständig aus Sicht der Kinder gestaltet wird und sich daran einige Erwachsene gerne vollkommen neu ausrichten dürfen – dabei ist der Film eine sehr große Hilfe.
Zurückbesinnung auf ein paar der Grundwerte, die humanistische Ausrichtung auf ethische Fundamente, das Auseinandersetzen mit psychologisch-pädagogischen Prinzipien nimmt hier einen großen Stellenwert ein, auch wenn der Weg dorthin steinig und stellenweise unerträglich langsam ist: Sobald der Film einmal gezündet hat, beweist er sein wertvolles Gehalt auf Augenhöhe mit Titeln wie Rico, Oskar und …, die seinerzeit auch schon sehr vorteilhaft vermitteln konnten, womit sich Heranwachsende beschäftigen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Braucht eine ganze Weile, bis das Feuer endlich brennt – dafür lodert der Wert des Films dann um so heller.
Das Auseinandersetzen mit stinknormalen Prinzipien menschlicher Vernunft wird hier auf eine ganz traditionelle und gleichermaßen frisch-neuerfundene Weise gehandhabt und führt zu Erkenntnissen, die uns alle die Menschlichkeit in uns neu entdecken lassen könnten.
Auch, wenn der Film dafür im Kino viel zu schnell untergeht: Man sollte sich doch die Zeit nehmen und die Botschaft davon auch als Ausgewachsener neu entdecken.

 
Nachspann
Nach üblicher Manier gestaltet, man entlässt die Kinderschar nicht abrupt, sondern hat auch hier liebevolles Abspann-Design bewiesen. Also geht gemächlich raus.
Kinostart: 19. April 2018

Zeit für Utopien (mit Gewinnspiel)

FREIKARTEN ZU GEWINNEN – Das Gewinnspiel befindet sich am Ende des Beitrags!
Es wird Zeit – Zeit umzudenken. Wir müssen endlich etwas für die Natur tun. Wir müssen … Nachhaltigkeit … Blabla … Wer so anfängt, der hat doch schon von Anfang an keinen Bock mehr, sich mit überhaupt etwas auseinanderzusetzen, das in diese Richtung geht.
Ja, ich habe zu Schulzeiten schon Nachhaltigkeit als Referatsthema gehabt und damals kam diese ganze Geschichte grade erst auf. Mittlerweile gibt es genügend Referate, genügend Erkenntnisse, genügend Forschungen, genügend Landeier, die der Meinung sind, ihre Umwelt zu etwas bekehren zu müssen, dass schlichtweg einfach keinen Spaß macht.
Dazu gesellt sich Trump, der einfach mal Milliarden von wissenschaftlichen Erkenntnissen leugnet, weil es ihm nicht in die Politik passt – und die Natur? Die übt sich weiterhin darin, gegen das zu bestehen, was der Mensch ihr Stück für Stück antut.
Betrachtet man diese Erdkugel, könnte man meinen, der Mensch sei das Virus …. ihr kennt solche Diskussionen? Und hasst sie?
Ich. Auch!
Und darum empfehle ich euch dringendlich, eure müden Gebeine in das nächste Kino zu bewegen, das Zeit für Utopien auf dem Spielplan hat und euch diesen Film zu Gemüte zu führen – am besten direkt mit den Freikarten, die es weiter unten zu gewinnen gibt.
Das ist der erste Film, der sich mit unserer Gesellschaft und Lebensweise auseinandersetzt und dabei zu 100% positiv ist und dieses ganze Gejammer und Geheule außen vor lässt.
Und dabei geht es nicht um Dinge, die undurchführbar wären, sondern Zeit für Utopien ist ein positiver Schlag in die Fresse, der uns auf das vorbereitet, was auf uns zukommen muss, der die richtigen Fragen aufwirft, der richtige Projekte vorstellt und tatsächlich ausführt, was andere längst hätten tun müssen.
Und sie tun es. Im Verborgenen. Weit weg. Ganz nah. Einfach überall.
Ich habe noch nie etwas so Wichtiges, Lebensbejahendes und Dringliches gesehen und hoffe, dass viele sich auf den Weg machen werden, Hand in Hand in eine Zukunft zu schreiten, die sich dieser elenden Diskussion entzieht und einfach die richtigen Stellschrauben dreht, damit ein gemeinsames Zusammenleben ohne Ausbeute als Basis für eine tolle Zukunft für alle steht.
Utopie? Vielleicht. Findet es am besten einfach selbst raus.
 

.kinoticket-Empfehlung: So etwas Positives und Lebensbejahendes habt ihr noch nicht gesehen – und dabei ist es so wichtig, endlich damit zu beginnen, unsere Zukunft gemeinsam aktiv zu gestalten.
Wer danach noch Ausreden findet, kann einfach nicht tolerieren, dass es doch Möglichkeiten abseits der üblichen Rumheulerei gibt, die für jeden einfach umzusetzen wären. Packen wir es an!

 
Nachspann
braucht man nicht aussitzen, auch wenn hier die Projekte nochmal genannt werden.
Kinostart: 19. April 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Und passend zum Kinostart gibt es bei www.kinoticket-blog.de wieder 2x jeweils 2 Freikarten für den Film zu gewinnen, die mir freundlicherweise vom Verleih zur Verfügung gestellt wurden.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis einschließlich Sonntag, 22. April 2018 unter diesem Beitrag oder auf Facebook und ihr seid in der Lostrommel dabei. Danach werden die Gewinner ausgelost und benachrichtigt. Bitte gebt hierfür eine gültige E-Mail Adresse an, unter der ihr erreichbar seid.
Anschließend werden euch die Freitickets zugeschickt, die bundesweit in einem Kino, das Zeit für Utopien spielt, einlösbar sind.
Facebook, Twitter und andere soziale Medien oder externe Seiten haben nichts mit dem Gewinnspiel zu tun, dieses wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und durchgeführt. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.
Und nun viel Spaß beim Kommentieren und anschließend im Kino!

Spielmacher

Mir wurden im Vorfeld schon vielerlei Skepsisbekundungen zugetragen, da es sich hier wieder mal um eine deutsche Produktion handelt, was mich allerdings nicht tangierte, da ich große Hoffnungen in Frederick Lau setze, der sich in der Vergangenheit immer wieder durch seine unterschwellige Art positiv hervorgetan hat.
Wer sich Teile des .trailers zu Gemüte führt, stellt auch sehr schnell fest, dass man hier auf komische Entartungen verzichtet und sich vielmehr einem düsteren Kapitel gewidmet hat, dessen Rahmen zu Lau passt wie die Faust aufs Auge. Diese Anlehnung an den film noir, die man neuerdings in Deutschland zu entdecken scheint, gefällt mir wahnsinnig gut und segnet Werke wie diese mit einer unbezahlbaren Portion Authentizität, die jegliche Zweifel entfernt.
Wie man auch damals schon mit Er ist wieder da einen Volltreffer gelandet hat (Oliver Masucci), spielt man hier nun den zweiten Akt und setzt diesen Erfolgskurs fort. Es ist die ganze Zeit über spannend, man fährt große Geschütze auf und landet für eine deutsche Produktion einen Kracher, der schließlich auch meine Skeptiker vollständig überzeugt hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wahnsinnig sehenswerter Film über das Gebaren einiger, der sehr ernsthaft und einträglich dargestellt wird.
Frederick Lau überzeugt im Team mit Oliver Masucci und lässt gemeinsam Gewalten auf den Zuschauer los, der danach definitiv berührt und spitzenmäßig unterhalten wieder aus dem Kino kommt.
Ein großartiges Stück deutscher Kinogeschichte.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

Peter Hase

Schlagt mich, aber ich muss etwas loswerden: In letzter Zeit tauchen immer mehr Filme auf – und Peter Hase ist ein Paradebeispiel dafür – die kein klassisches Genre mehr bedienen, auf das man sich verlassen kann, sondern es vermischt sich – genauso wie auch schon in der Musik alles immer vielfältiger geworden ist.
Genau das passiert jetzt nicht mehr nur mit den Genres, sondern auch mit den Bewertungskriterien, in die man Filme klassischerweise kategorisieren kann. Was sich früher simpel in “mega”, “mittelmäßig” und “schlecht” einordnen ließ, bewegt sich jetzt immer differenzierter und dabei ist mir kürzlich ein besonderes Neugenre im Einordnungssystem aufgefallen: gutschlecht.
Gemeint sind Filme, die eigentlich schlecht sind und von den Kinogängern auch der Einfachheit halber als schlecht bezeichnet werden, aber gleichzeitig so viele grandiose Szenen, Jokes oder Momente haben, die eigentlich verhindern, den Film als schlecht zu markieren. Das bedeutet aber nicht: So schlecht, dass sie schon wieder gut sind, und auch nicht schlechtschlecht, also grottenschlecht, sondern eben grundsätzlich schlecht mit zu vielen geilen Momenten, die per Definition wieder einen mittelmäßigen Film draus machen würden, aber dafür wäre er zu schlecht.
Kommt ihr noch mit?
Genau da tu ich mich gerade besonders schwer, bei Peter Hase eine ehrliche, würdige und aufrichtige Einschätzung abzugeben, denn der Film ist einfach ein Paradewerk von Schrödingers Katze – gleichzeitig gut und schlecht.
Er hat genügend Momente, die durchaus witzig sind, er ist frisch, er trumpft mit inspirierenden Ideen auf und bereitet gleichzeitig Langeweile, verbreitet Klischees oder zündet an vielen Stellen nicht, so dass man oft darüber nachdenkt, warum das eigentlich alles. Und bevor man in depressive Gedanken abgleitet, kommen wieder Momente, die reich an Gefühlen oder Humor sind und einen aus dem Tal des Aufgebens herausreißen, es aber allgemein nicht schaffen, daraus einen Film zu machen, den man mit Freuden anderen weiterempfehlen würde.
Und genau das ist die Crux: Man kann weder sagen, er wäre schlecht, noch, er wäre gut. Er ist beides. Nur eben nicht mittelmäßig.
Deal with it.
 

.kinoticket-Empfehlung: Animierter Spaß mit Längen, merkwürdigen Momenten, grandiosen Einfällen und gleichzeitig klischeeüberladenen Humoreskapaden, die aus dem Film eine leibhaftige Schrödingerkatze machen: Gleichzeitig gut und schlecht.

 
Nachspann
Mitnehmen, der enthält noch einiges an Szenen.
Kinostart: 22. März 2018

Der dunkle Turm

Nun sind wir an der Stelle angelangt, an der mein berühmtes “Lies niemals ein Buch, wenn du vor hast, den Film dazu zu sehen” seinen galaktischen Höhepunkt einnimmt. Und tatsächlich: Ich habe nie einen King gelesen. Wirklich. Nie.
Nach diesem Film habe ich es vor.
In der .trailer-Vorschau habe ich bereits durchblicken lassen, dass ich mich tierisch auf diese neuartige King-Verfilmung freue und der Film hat sein übriges getan, um mich verwirrt und zwiegespalten zurückzulassen.
Meine Vermutung war gar nicht so schlecht, dass die Elemente eines typischen King-Films tatsächlich auch hier wieder einen Stellenwert einnehmen werden, jedoch habe ich mir anhand der gezeigten Vorab-Bilder etwas mehr Style-Tiefgang gewünscht, die die brettharte Ummantelung eines von den Kritikern hochgelobten, mehrdimensionalen Fantasy-Konstrukts würdig auf eine Ebene heben, die zumindest die Zuschauer mental fordert und ihnen keine B-Movie-würdige Soße vorsetzt.
Der dunkle Turm erhebt nun aber keinen großartigen Anspruch darauf, hier großen Filmschmieden den Rang durch überdimensional-gute Special Effekts abzulaufen, sondern konsterniert eher mit bruchstückhafter Zusammensetzung inhaltlosen Gemetzels, das schon als Nicht-Kenner gefühlt mit dem Buch nichts mehr gemein haben kann.
Der sprachliche Durchbruch, der von den Fans oft so hochgelobt wird, bleibt im Film auf jeden Fall aus und auch schauspielerisch setzt man keine neuen Messlatten. Selbst Schauspielikone Idris Elba, dessen Fehlbesetzung von der Fangemeinde ja hinreichend bejammert wurde, hat mich in diesem Film so absolut gar nicht überzeugt.
Wollte man in Sachen Düsternis punkten, hat man allenfalls eine warmweiche Brühe a la Suicide Squad fabriziert, die dem Namen in keinem Fall gerecht wurde und somit auch den Großteil aller Fans eher enttäuscht hat, als hier wirklich mal über die Strenge zu schlagen und etwas ganz großes abzuliefern.
Der Name Steven King scheint dann aber dennoch genügend Publikum ins Kino zu ziehen, denn die Säle sind voll und die Menschen um mich herum fiebern tatsächlich mit.
Mir war die Action etwas zu fad, die Ideen zwar gut angerissen, aber für so ein Konstrukt viel zu lieblos aufgearbeitet. Hier hätte man mit etwas mehr Leidenschaft und Hingabe (und Zeit und Geld) durchaus viel besseres produzieren können, dass dann förmlich nach einer Fortsetzung geschrieen hätte.
So bleibt nur ein mittelmäßiger Durchschnittsfilm, der Nicht-Buch-Kennern sicherlich gefallen dürfte und allen anderen gnadenlos ins Gesicht schlägt.
Das ändert nun – wieder – nichts an der Maxime: Vertraue niemals der Verfilmung eines Kings. Schade.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hat man im .trailer noch richtig mit Stil und Raffinesse überzeugt, landet man im Hauptfilm dann doch wieder in der Pfütze der zweiten Liga, in der sich eigentlich alle Verfilmungen dieses Autors wiederfinden.
Zum ersten Mal bedauert man die durchschnittlich kurze Laufzeit und das fehlende Verlangen danach, der Tiefgründigkeit dieser Werke tatsächlich gerecht werden zu wollen. So produziert man in der Tat für die Masse und entledigt sich allem Nachdenkenswertem und vergisst wieder einmal, dass auch die Zuschauer mit Hirn gesegnet sind, denen man selbst in heutiger Zeit gerne mehr zumuten darf.
Verschenktes Potenzial.

 
Nachspann
läuft ohne weitere Bild- und weiterführenden Momente ab, der Tritt ins nächste Kinoabenteuer wird also nur vermutlich angerissen und daher eher völlig offen gelassen. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 10. August 2017

Zum Verwechseln ähnlich

Eigentlich bin ich ja nicht so der Freund von Trailern, da hier meist schon viel zu viel vorab verraten wird. Bei Zum Verwechseln ähnlich bin ich mir unsicher, da einerseits auch wieder Schlüsselmomente auftauchen (wer bewilligt eigentlich so etwas?) und zum anderen aber ein übermäßig gutes Bild vom Film selbst vermittelt wird, das einem auch ohne ihn gesehen zu haben, einen tollen Überblick gibt, ohne dabei zu viel zu verraten.
Der Sommer wird ja meistens von französischen Komödien begleitet und da macht 2017 auch keine Ausnahme. Sobald man den Film (oder Trailer) sieht, weiß man, dass der Titel förmlich nach Ironie schreit und man sich bei dem Werk guten Gewissens auf viele Lacher einlassen kann, die eingangs auch für ordentlich Stimmung sorgen und den Lachspaß nach vorne treiben.
Diese Erzählgeschwindigkeit behält man auch lange bei und sorgt mit immer mehr Culture-Clash-Klamauk für Abwechslung und Unterhaltung.
Was mir persönlich nicht so gepasst hat, war das vergleichsweise lahmarschige Ende, das hier irgendwie keinerlei Aussage beinhaltet und den Eindruck vermittelt, man hätte kurz vor Schluss einfach keine Lust mehr gehabt und nur noch mit Hängen und Würgen einen Abschluss kreiert, weil sonst das Allgemeinwerk nicht verkauft worden wäre. Schade eigentlich. Eine kurze After-Credits-Szene oder ein x-sekündiger Ausstand, der hier nochmal irgendeine Krone oben drauf gepackt hätte, hätte aus dem Film einen richtig hochwertigen Comedy-Kracher gemacht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Enthält viele Szenen zum Lachen, in denen mit Haudrauf-Comedy nicht gespart wird.
Das Dabeisein innerhalb dieser Familie macht Spaß, solange man immer sicher sein kann, dass eine schützende Trennmauer zwischen der Leinwand und deinem eigenen Leben vorhanden ist.
Die Schrägheit der Figuren findet sich bei dem ein oder anderen sicherlich auch im echten Leben wieder, dadurch erhält man viel mehr Nähe zu den Personen und kann die Verschiedenheit vielleicht noch besser verstehen. Spaß gemacht hat’s auf jeden Fall.

 
Nachspann
braucht man wieder einmal nicht abwarten, auch hier folgen keine Abschlussszenen mehr.
Kinostart: 13. Juli 2017

Tini: Violettas Zukunft

Kennt die irgendwer? Ich nicht, und mich hat ehrlich gesagt schon der Trailer absolut nicht angesprochen.
Der Film enttäuscht dann auch auf so ziemlich jeder Ebene, die man sich vorstellen kann. Wer Rosamunde Pilcher kennt oder zumindest weiß, wohin man diese Art von Unterhaltung stecken muss, der kann Tini: Violettas Zukunft direkt nachschieben, nur dass die Darsteller hier um einiges jünger sind und auch um Klassen besser aussehen.
Achja – und sie singen. Damit spoiler ich bei einem Musikfilm hoffentlich nicht zu viel, ohne dabei nicht unerwähnt zu lassen, dass diese Form von Darbietung derzeit in allen TV-Kanälen auseinandergenommen, im Kino zelebriert und überall sonst hoch gehypet wird. Schon mal von “Übersättigung des Marktes” gehört? Mit diesem Titel wäre für mich der Zeitpunkt glühend heiß, um aus der Branche auszusteigen und diesem elenden Rumgefieber endlich den Hahn abzudrehen, denn Spaß macht das alles überhaupt nicht mehr.
Waren die Kulissen wenigstens ansehnlich? Jop. Blendet man den Ton aus und konzentriert sich auf die Szenen, in denen quasi das “Umfeld” gezeigt wird, hat man hier wunderbare Bilder aus der traumhaften Gegend rund um Sizilien. Für die lohnt es sich tatsächlich.
Und das war’s dann auch schon. Keine weiteren Pluspunkte, nichts sensationelles, begeisterndes oder sonstwie einzigartiges, die den Grund rechtfertigen würden, hier das Kino aufzusuchen.
Nicht mal die Musik (die ja eigentlich den Kern des Films ausmachen sollte) haut einen vom Hocker, sondern liefert auch hier wieder nur erbärmliches Gejaule, das mit absolut gar nichts aus der Masse raussticht oder sonstwie ein Alleinstellungsmerkmal aufweist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Alles in Allem zusammengenommen liefert dieser Film keinen einzigen Grund, ins Kino zu gehen und sich berieseln zu lassen.
Die Darsteller spielen nicht überzeugend, der Plot ist schwach, die Intentionen sind undurchsichtig, die Musik Einheitsbrei und die Moral von der Geschichte bleibt aus.
Einzig die Kulissen überzeugen, aber die kriegt man anderswo auch günstiger zu sehen.
Daumen runter.

 
Nachspann
kommt keiner, ihr dürft aus dem Saal vorzeitig raus.

Schweinskopf Al Dente

Das Wunder ist geschehen: Es gibt eine deutsche Filmreihe, die ich genial und urkomisch finde: Dampfnudelblues, Winterkartoffelknödel und darauf folgend Schweinskopf Al Dente.
Das neuste Werk besticht wieder mit seinen typischen Charakteren und dem bayerischen Slang, der einmal mehr beweist, dass man durchaus deutsche Filme in Mundart produzieren kann, die vom Publikum geliebt werden und die auch den Weg in die (zumindest bayerischen) Kinos schaffen.
Die lakonisch-trockene Art des Hauptdarstellers trifft genau meinen Geschmack und ist nur eines von vielen Schmankerl, die man im Film vorgesetzt bekommt. Buchautorin Rita Falk hat hier ein Universum geschaffen, das man gerne am Sonntagabend im Fernsehen vorgesetzt bekommt und die Verfilmungen bestechen mit derartiger Schaffenskunst, dass sich die Kinos mehr oder weniger darum reißen, diesen Streifen zeigen zu dürfen.
Auch im dritten Teil ermittelt man wieder auf die bekannt-charmante Art und Weise und trägt hier mit bekannten Elementen dieser Filmreihe auf, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Genau das ist auch einer meiner Kritikpunkte am aktuellsten Fall: Man verfällt ein wenig in die Lethargie funktionierender Elemente und hat etwas den Biss verloren, den die beiden Vorgängerteile noch lieferten.
Dass die Geschichte noch lange nicht auserzählt ist, verraten hier einige eindeutige Hinweise und es bleibt zu hoffen, dass man wieder zu der Kaltschnäuzigkeit des ersten Teils zurückfindet, wenn Kommissar Eberhofer 2017 erneut die Leinwand betritt. Bis dahin darf man sich aber genüsslich zurücklehnen und hervorragende deutsche Unterhaltung genießen – im wahrsten Sinne des Wortes.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier ist sie: Die deutsche Filmreihe, die ich prächtig finde und an der ich wirklich richtig Spaß habe.
Mit Schweinskopf al dente beweist man einmal mehr, dass unser Land doch im Stande dazu ist, Unterhaltung zu produzieren, auf die man auch international stolz sein kann. Humor, charaktive Ausgewogenheit und ein spannungsträchtiger Plot: Hier gibt es wirklich kaum etwas, das nicht passt.
Wer die Möglichkeit findet, den Film im Kino zu sehen: rein da. Alle anderen warten auf die Ausstrahlung in den öffentlich-rechtlichen Medien, denn der wird definitiv deutsche Kinogeschichte schreiben.

 
Nachspann
mit einem Wort: SitzenbleibenbiszumSchlussdanke. 😉

Einmal Mond und Zurück (3D)

Was unsereiner in vergangenen Jahren mit Apollo 13 und Armageddon abgefeiert hat, wird jetzt animiert an die jüngste Generation weitergereicht und mit Einmal Mond und Zurück ein Werk geschaffen, das sich vollends auf Weltraumabenteuer konzentriert und dabei genügend Spielraum lässt, um die vorkindliche Entwicklung in puncto Fantasie zu beflügeln und nicht zu begrenzen.
Dabei ist die Story gar nicht mal so doof, wie im Trailer angedeutet, sondern schöpft hier ihre Ideen auf einer Plattform, die genügend Interpretationsspielraum offen lässt, um viele kindliche Fragen aufzuwerfen und zu klären. Gerade diese inhaltliche Weitläufigkeit hat mich als Erwachsenen Kritiker maßgeblich überzeugt, diesen Film auf die Liste der sehenswerten Filme für Kinder zu setzen, da hier eben nicht nur die Strecke über die übliche Moral abgefahren wird, sondern jeder einzelne junge Zuschauer die Chance hat, eigene Gedanken ins Spiel zu bringen und darauf Antworten im Film bekommt.
Und so blöd sind die Ideen gar nicht, sondern zeugen eher von einer über Jahrhunderte gereiften Wissensideologie, die sich mit zukünftigen Fragen beschäftigt, die gar nicht mal so weit hergeholt sind, sondern tatsächlich in einigen Jahren aufkommen könnten.
Dass dabei dann der Weg über die Unterhaltungsindustrie gegangen wird, ist in meinen Augen schon fast löblich, da genau dort ein maßgeblicher Ansatzpunkt ist, um die junge Generation auf die Zukunft vorzubereiten und sie mit den Konsequenzen der Fehler unserer Zeit zu konfrontieren, da sie es sein werden, die damit leben müssen.
Nichtsdestotrotz bietet der Film genügend Momente, die einfach wahnsinnig spannend und unterhaltsam sind und auch bei den Kleinen einschlagen, denn während der Vorstellung gab es in den Kinderaugen einige üble Tränen der Rührung und des Mitempfindens. Und das hat während meiner Blog-Karriere bislang noch kein einziger Kinderfilm geschafft.
 

.kinoticket-Empfehlung: Uneingeschränkt empfehlenswerte Filmkost für Kids und Heranwachsende, die man gerne auch in 3D schauen kann, da technisch auf höchstem Niveau gearbeitet wurde.
Geschichte und Inhalt zeugen von geistiger Vielfalt und bieten genügend Raum für eigene Fragen und dazu gelieferte Antworten. Insgesamt überzeugt der Film mit überdurchschnittlich guten Momenten und liefert selbst für Erwachsene kaum Aufregerpotenzial, was den Gedanken an einen “Kinderfilm” ganz schnell in den Tiefen des Seins verschwinden lässt.
Mir hat’s gefallen.

 
Nachspann
Hier lohnt sich das Sitzenbleiben mal wieder: Der Abspann ist mit zusätzlichen Szenen und komplett bis an den Schluss reichendem Bildmaterial angefüllt und bietet genügend Stoff, um die Buchstaben am Ende zu überstehen.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

So farbenfroh das Plakat an den Wänden prangt, so sommerlich frisch mutet der neuste Streich der beiden Kid-Agenten auf der großen Leinwand an, über deren letztes Spektakel ich mich ja auch schon äußerst positiv ausgelassen hatte.

Kaum zu glauben, aber ich habe mich auf diesen Titel irgendwie gefreut. Zwar ist dieses Genre nicht unbedingt auf der Top 5 meiner Filmvorlieben anzutreffen, jedoch überwiegen hier erneut die Punkte, die auch schon beim zweiten Teil maßgeblich waren: Man hat ganz große Mühen investiert, um nicht nur kindgerechte Unterhaltung zu liefern, sondern diese auch noch mit Unversehrtheit und extrem hohem Bildungswert auszustatten.

So erlebt man als Zuschauer eben nicht nur die spannende Reise der beiden durch die durchaus kurzweiligen Abenteuer, sondern erntet auch als Erwachsener eine Portion absoluter Filmgesundheit, wenn man spürt, wie normal, unbefangen, ehrlich und nicht-zerstörerisch die gezeigten Szenen hier liebevoll ineinander spielen.

Die Boshaftigkeit, der kaputte Humor, das Kundenfischen durch Ausrichtung auf Fäkalhumor und Billigwitze bleibt hier völlig aus und liefert genügend Spielraum, um dem Werk zu Recht das “Prädikat besonders wertvoll” zu verpassen.

So fies man als Erwachsener über Kinderfilme urteilen kann, so unmöglich erscheint es mir, über Werke wie dieses etwas negatives zu sagen, denn unter Anbetracht der Tatsache, dass das Zielpublikum hier tatsächlich unterhalb der Jugendlichkeit angesprochen werden soll, hat man meines Erachtens an dieser Stelle absolut alles richtig gemacht, um ein Finalprodukt abzuliefern, an dem sich große TV-Anstalten und öffentlich-rechtliche Sender ein Vorbild nehmen sollten.

 

.kinoticket-Empfehlung: Als Familienfilm absolut empfehlenswert und frei von jedweder geisteszerstörender Bosheit, ohne dabei ins Dutschi-Dutschi-Baby-Getue abzurutschen.

Würde man mich dazu zwingen, mir einen Kinderfilm rauszusuchen, den ich mir ansehen müsste, würde ich ohne zu zögern zur “Rico, Oscar und…“-Reihe greifen und hätte beim Schauen sogar meinen Spaß dabei.

Daumen hoch, so wird perfekte Unterhaltung für jüngere Kinobesucher gemacht!

 

Nachspann
belebt durch animierte Bildchen, zeigt aber keine weiterführende Szenen.

Kinostart: 28. April 2016

Social: www.facebook.com/RicoOskar.Filme

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