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Diego Maradona

Diego Maradona - Filmplakat
© 2019 DCM Film Distribution GmbH

Nach dem legendären Auftritt von Kroos gehen wir nun ins internationale Metier und widmen uns Fußballgrößen, die die nationalen Stars dieses Sports bei weitem übertrumpfen.

Diego Maradona zeichnet das Portrait des gleichnamigen Fußballstars und gleichsam ein Bild der Abartigkeit, zu der Menschen in der Lage sind – im positiven sowie negativen Sinne. Es ist bezeichnend, welche globalen Einflüsse es nehmen kann, wenn man im Sport tätig ist.

Das Team, das sich bereits für das legendäre Portrait von Amy verantwortlich zeigte, bekam Zugriff auf 500 Stunden ungezeigtes Privatmaterial des Fußballstars und arbeitete zudem mit diesem zusammen.

Ja, derartige Dokumentationen über Menschen sind meist mit den gleichen Phänomenen gespickt: Aufstieg, Umwälzung, Absturz, Rekapitulation und möglicher Reprise – aber das stört hier nur am Rande. Vielmehr beeindruckt das Werk durch seine immense weltweite Bedeutung, die die Geschehnisse in Folge und damit Massen von Menschen direkt oder indirekt beeinflusst haben.

Ich möchte nicht wieder die gleiche Leier von „kein Fußballfan“ etc. runterspulen, jedoch noch einmal hervorheben, dass eben auch als solcher immenses Interesse vom Film selbst hervorgerufen wird, der mich während der Pressevorführung tatsächlich sehr an die Leinwand gefesselt hat.

Ja, es werden zur Zeit immer mehr Themen gesucht, die auf der Leinwand erneut ausgewertet werden können, um irgendwie Geld zu machen und man hat selten das Gefühl, jemand möchte zwingend etwas sagen, das nicht schon vorher jemand gesagt hätte.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass ich euch diesen Streifen wärmstens ans Herz lege – und zwar genau den Fußballverweigerern, denn hier habt ihr die Chance, auf unterhaltsame Weise zu verstehen, was viele Menschen daran so über die Maßen begeistert.

Und am Ende seid ihr es vielleicht selbst auch ein kleines Stück weit.

Internationale Größen erfordern Filme, die ihrer würdig sind. Diego Maradona holt den Zuschauer hier komplett ab und hält ihm ein Phänomen vor Augen, dass in seinem Ausmaß absolut beeindruckt!

Nachspann: 🔘🔘⚪️ | Enthält noch einige Szenen, also springt nicht gleich davon.

Kinostart: 05. September 2019

Original Title: Diego Maradona
Length: 130 Min.
Rated: FSK 12


Vox Lux

VOX Lux - Filmplakat
© 2019 Kinostar

Das Plakat wirbt mit einer „gewaltigen Provokation“ und ich bin mir an dieser Stelle nicht sicher, ob der Zuschauer damit gemeint ist oder man – wie anzunehmen wäre – den Stoff anspricht. Provokativ ist es auf jeden Fall – und zwar für den Zuschauer, der sich seines Geldes beraubt sieht und nicht weiß, wie hoch die Verarsche noch sein kann, die einem da von der Leinwand aus entgegen schlägt.

In den USA hat dieser Titel sein Release bereits verjähren lassen und scheinbar hatte hierzulande keiner Lust, auf den aktuellen Zug mit aufzuspringen und den Streifen ins Programm aufzunehmen, weil er dort zu schlecht ankam?

Warum produziert man so etwas nicht als Direct-to-DVD-Option und lässt die Kinoauswertung aussen vor? Dann besinnt man sich automatisch bloß auf die Fan-Anhängerschaft und belässt es als Nischenprodukt ohne „gewaltige Wirkung“. Das hätte wohl so manche Peinlichkeit erspart.

Nichts gegen Natalie Portman oder Jude Law – beides herausragende Darsteller, die in der Vergangenheit wunderbare Werke abgeliefert und sich ihre Titel und Anerkennungen damit redlich verdient haben – doch in diesem Plot?

All das ist absolut übertrieben, driftet mit Vollkaracho in die „In den USA ist jeder behindert“-Klischeewand und reißt dann mit unübersichtlichen Besetzungsproblemen und irgendwelchen lapidaren Annahmen absolut nichts mehr aus dem Häuschen.

Singen? Irgendwo wirbt man mit Sia, die tatsächlich ein zwei Songs rausgebracht hat und tatsächlich singen kann – aber auf der Leinwand geht’s darum irgendwie überhaupt nicht, sondern man macht einfach was, dann wieder nicht, dann wieder doch, dann zusammenhanglos irgendwas, vielleicht ist’s ein Rückblick – vielleicht aber auch einfach nur – ach nee, das ist .. hä? Warum ist die jetzt in der Vergangenheit die andere und die andere auf einmal wieder ne andere? Was war das nochmal? Nee … ach egal.

Genau das ist das breitflächige Gefühl gewesen, nach dem sich die Presse samt mir einig darüber war, dass Vox Lux (der Titel hat übrigens auch überhaupt nix mit dem Film zu tun komischerweise) der schlechteste Film des Jahres überhaupt ist.

Und diesen Titel muss man sich auch bei mir toleranter Sau erst einmal redlich verdienen.

Schade drum. Potenzial hat das Ding nämlich.

Ein absoluter Schuss, für den noch nicht mal ein Ofen herhalten will: Grausam zusammengestellt, absolut null kuratiert und für den Zuschauer eine reine Langeweile.

Nachspann: 🔘⚪️⚪️ | Hat noch zwei Hintergrundbilder … muss man aber nicht zwingend abwarten.

Kinostart: 25. Juli 2019

Original Title: Vox Lux
Length: 110 Min.
Rated: FSK 12