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Ad Astra – Zu den Sternen (inkl. Gewinnspiel)

Ad Astra - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Hinweis: Unter dem Beitrag findet ihr ein Gewinnspiel, bei dem 5 Filmplakate von Ad Astra – Zu den Sternen verlost werden.

”In space no one can hear you scream…” – Im Weltall hört dich niemand schreien … mit diesem legendären Satz aus Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt war meine Begeisterung für Space-Movies geboren und ich habe fortan einen Heidenspaß dabei gehabt, fremde Welten zu entdecken und von der Erdoberfläche abzuheben.

Ganz gleich, welcher Art, alles, was irgendwie im Weltall spielt, reizt mich – stimuliert die Sinne und den Geist und macht den Weg frei für neue Gedanken, neue Ziele, neue Sichtweisen und neuartige Möglichkeiten, dem Leben hier unten zu begegnen.

Dazu haben im Laufe meiner Kino- und Filmkarriere extrem viele Werke beigetragen – sowohl TV-Serien wie z.B. Stargate – Kommando SG-1 oder unzählige Filme, die sich das Weltall als Hauptbühne ausgesucht und mit ihren Ideen bestückt haben.

Ad Astra – Zu den Sternen ist ein von Twentieth Century Fox produzierter Film, der nun gewissermaßen ein neues Konzept für die Generation X vorlegt, das einerseits aus alten Modellen schöpft und diese modern interpretiert, als auch völlig neue Ansätze verfolgt und damit in der Filmwelt für die heutige Zeit einzigartig ist.

Als geneigter Kinogänger kommt man nicht umhin, hier diverse Vergleiche anzustellen, die sich inzwischen auch in vielen Kritiken wiederfinden. Ich bin kein so munterer Freund heiterer Vergleiche, weil ich finde, dass jeder Film seine eigene Daseinsberechtigung hat und nicht aufgrund von Optionen anderer Ideengeber existieren darf oder nicht.

Dennoch findet man sich im Saal wieder und denkt sich: “Ach, genau wie in …” – und das ging auch mir so. Man bedient sich an der Lonesomeness von 2001 – Odyssey im Weltraum – dem legendären Meisterwerk von Stanley Kubrick, man reizt gewisse Elemente aus Mad Max: Fury Road aus und liefert hier Selbstverständlichkeiten, die viele andere Filme selbst zum Thema gemacht hätten. Genau dies hat mich bei Ad Astra auch immens beeindruckt: Das fertige Konzept, das man z.B. besiedelungstechnisch aufs Bild gebracht hat: Kein umständiges Blabla, sondern es ist einfach da und in sich funktionierend. Großartig, was die World Builder hier angeht.

Gleichermaßen sieht man sich auch in einer gewissermaßen gereifteren Variante von Gravity wieder, der auch schon sehr einzigartig in seiner Epoche war und hier wieder das “wenig Leute, wenig Handlung, trotzdem spannend”-Konzept verfolgt.

Nur ist in Ad Astra eben doch alles ein wenig anders. Brad Pitt ins All zu schicken mag marketingstrategische Gründe haben, funktioniert aber trotz allem, weil man keinen Personenkult drum rum gebastelt hat, sondern sich hier tatsächlich auf etwas konzentriert, für das ich noch kein richtiges Wort gefunden habe: Eine Art “Momentankunst”, die einen Zustand analysiert, zeigt und von allen Seiten begehbar macht, indem man “Plot” betritt?

Das klassische Geschichtenerzählen findet nämlich nicht statt und wird von den meisten bis jetzt als “zu langatmig” beschrieben. Dies ist in meinen Augen aber gar nicht der Fall, weil man konsequent daran arbeitet, die Szenerie in Form zu bringen und mehr oder weniger eine Personenanalyse erstellt, die immer mehr Charakterzüge entfaltet und ans Licht bringt, was für’s Weltall wiederum eine wunderbare Metapher ist.

Ad Astra lebt über die Grenzen hinaus – ein Werk, das sich ganz kühl und besonnen ein Thema vornimmt, über das es kaum etwas zu sagen gibt und für das doch hunderttausend Worte gebraucht werden können: Definitiv einen Besuch im Kino wert – schon allein deshalb, weil diese Wucht und Bildgewalt nicht würdig in einem Heimkino projiziert werden könnten. Da fehlt die “Größe” und das Einschlagende, was hier wiederum eine Leinwand liefert.

Gewinnspiel

Twentieth Century Fox hat euch wieder ein Paket zusammengeschnürt, das ich an euch weiter verlosen darf. Und zwar gibt’s diesmal 5 Filmplakate zu gewinnen, die unter allen Kommentatoren und Kommentatorinnen dieses Beitrags verlost werden.

Was müsst ihr tun?

Schreibt in die Kommentare unter Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse bitte, welcher Weltraumfilm bisher euer Lieblingsfilm war und warum.

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Mittwoch, den 25. September 2019 eingehen, wird dann per Zufallsgenerator entschieden.

Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich, gleichermaßen gelten die Vernunft basierten Regeln von Gewinnspielen. Solltet ihr gezogen werden, schreibe ich euch via E-Mail an, um eure Adressdaten zu erfragen, diese werden dem Verleih weitergereicht, damit man euch die Plakate zuschicken kann.

Nun aber viel Spaß im Kino und natürlich ganz viel Glück bei der Verlosung!

Eine moderne Interpretation und gleichermaßen Neuschöpfung des dunklen Raumes um unseren Planeten herum: Mit klassischen Elementen und neuen Konzepten wird dieser Titel maßgeblich bei der Gestaltung der Filmhistorie sein und liefert einen ganz eigenen Blick auf die suspekte Psyche des Menschen. Großartig!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht zwingend aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 19. September 2019

Original Title: Ad Astra
Length: 123 Min.
Rated: FSK 12


Once Upon A Time … in Hollywood

Once Upon A Time In Hollywood - Filmplakat
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die Nation ist gespalten
Quentin Tarantino bestimmt derzeit das Innenleben vieler Kinos: Selbst die größten Bunker sind nahezu ausverkauft – unter der Woche – Spätvorstellung. Jeder rennt ins Kino und möchte den neuesten Tarantino mit eigenen Augen sehen und bewerten. Und nicht selten rennt die Menschenschar danach mit extrem unterschiedlichen Ansichten wieder an die Frischluft.

Selbst 161 Minuten Laufzeit sind keine Ansage mehr. Längst hat man sich mit den einstigen Ausnahme-Überlängen abgefunden oder Vorstellungen mit Pause erschaffen, die das Ansehen inzwischen soweit erleichtern, dass auch „Normalos“ damit kein Problem mehr haben.

Und ich finde faszinierend, wie extrem unterschiedlich die Nationen inzwischen auf sein Machwerk reagieren. Tarantino – der Rebell Hollywoods, dessen ureigene Schärfe und blutiger Instinkt oft als ein Mahnmal gegen die Zivilisiertheit menschlicher Belanglosigkeit in den Himmel ragte und die christlichen Werteansichten durch erhabenes Gequatsche in Frage stellten. Der Mann, dem die Jugend trotzig folgte, um den elterlichen Widersachern eins auszuwischen.

Tarantino hatte Biss, lieferte Schärfe und ein ungekanntes Maß an abenteuerlicher Wut, die dennoch eloquent und niveauvoll, fast schon lasziv immanent durch den Raum schwebte und etwaigen Kritikern die Luft aus den Segeln schoss. Seine Filme waren blutig, sein Markenzeichen war das Gespucke ins Gesicht der adeligen Elite, eine Welt, die den Grenzen trotzte und sie niederschoss, wenn sie nicht so einfach zu übersteigen waren.

Damit schuf Tarantino einen Kosmos, der in sich funktionierte und immer wieder Fans und Hater gleichermaßen produzierte. Ein Mann, den man liebt, oder verachtet. Alles andere wäre kolossal falsch.

Sein aktuelles Werk schafft diesen Umstand in präziser Perfektion: Die Welt dotiert es mit 5 von 5 Sternen – oder hasst und verunglimpft es als „das schlechteste, was er je gemacht hat“. Dazwischen: Nix.

Schlechte Marketingstrategien oder geniale Verarsche
Mir geht das Gehype inzwischen einfach nur noch auf die Nerven. Inzwischen? Eigentlich schon immer. Warum hab ich damals kein Desperate Housewives geschaut, als jeder es frenetisch im Fernsehen verfolgte und sich mit den Zähnen in der Fernbedienung festbiss, damit ja niemand umschalten konnte?

Oder in der Tech-Sparte: Kaum ein Tag vergeht, in dem man sich nicht die Mäuler zerreißt über das, was womöglich kommen könnte: Apples iPhone 15 wird diskutiert, wenn das 9. noch nicht mal Marktreife erlangt hat, Leak hier, Enthüllung dort, dies könnte, womöglich, eventuell, war in der Vergangenheit eigentlich immer nicht ganz schlecht mit seinen Vorhersagen: Wir leben in einer Welt, die sich permanent selbst überholt und niemandem ist dabei aufgefallen, dass eigentlich keiner mehr die Dinge wirklich liebt und benutzt.

Kaum hat man etwas gekauft, muss man sich eigentlich nur damit beschäftigen, was die übernächste Version womöglich eventuell für Neuigkeiten bringen könnte… Leaks – die Medienwelt zerpflückt dieses Phänomen auf der heischenden Suche nach Klicks und verdammtem Geld. Ein Grund, warum ich mit diesem Blog niemals einen Cent verdienen möchte: Ich hasse dieses verfickte Geficke um Kohle, die jede Sehnsucht und jedes Gefühl von Liebe und Kino-Devotion verrät.

Und auch Hollywood ist vor dergleichen nicht gefeit. Man redet kaum über Filme, die aktuell im Kino laufen, zerfetzt sich aber das Maul darüber, wer was womöglich wann wie bringen könnte. Matrix 4? Cool. Lasst sie drehen. Haltet die Fresse. Und geht ins Kino, wenn’s soweit ist.

Bei Tarantino war es nix anderes: Wie die Aasgeier haben sich die Journis auf die Enthüllungen der Stars und falschen Fährten gestürzt, die Quentin im Vorfeld gelegt hat – mit dem bittersüßen Abgesang, dass auf einmal keiner das bekommt, was er vermeintlich versprochen gekriegt hat. Die wundersame Job’sche Enthüllungsparty, die anschließend tatsächlich Material zum Anfassen liefert und eine große Show drumrum bastelt, ist längst vorbei: Es lebe die Welt der mutmaßlichen Leaks, in der nichts mehr greifbar und echt ist.

Hollywood ist tot – und einer räumt einfach nur in einem großen Rundumschlag auf
Hollywood ist echt. Auch, wenn viele das Gegenteil behaupten. Der neunte Film – sein vorgeblich vorletzter (Obacht: Leak!) – nimmt den Zuschauer zärtlich an die Hand und streift mit ihm quer durch das Hollywood von 1969 – längst vergangenen Zeiten. Ein Abgesang.

Ohne das ganze Gekreische im Vorfeld hätte man hier möglicherweise nun eine Ode an das Zeitliche, einen liebevollen Dekadentanz in nostalgischer Demut an Zeiten, über die heute keiner mehr sprechen darf, bekommen. Es wäre ein Film von bildhafter Größe mit einer Emotionalität, die sich in Kulisse und Bildaufbau, in dem Geist vergangener Äonen erstreckt hätte – und kein „blöder Tarantino„, weil er einfach dafür nicht der richtige Regisseur ist und sein Lebenswerk verrät.

Geht man unter diesem Aspekt ins Kino, fühlt man sich tatsächlich verraten. Drei bittere Stunden Langeweile, nichts passiert, keine Monologe oder Themen, die man erwartungsgemäß in seinen Schinken eigentlich um die Fresse gehauen kriegt, sondern dämliche Langeweile und das mühselige Warten auf 15 Minuten Spaß am Schluss, der irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen wirkt und einfach nur da ist – ohne innerhalb eines Plots fügsam zu glänzen.

Vielleicht ist dies aber auch einfach nur die neue Art von Tarantino, der Welt erneut auf die Fresse zu hauen, indem er sich wohlwissend an das Unwiderbringbare majestätisch an den Mainstream ranschmeißt und ihn einmal vergnüglich durchvögelt. Genau das hätte nämlich niemand von ihm erwartet – und es könnte der Beginn des finalen Paukenschlags sein, den sein – seinen Worten nach – letzter und zehnter Film bringen würde.

Seine Wehmut an das frevelhaft-lustvolle Hollywood spürt man aber extrem deutlich. Ja, die ganzen kleinen Binsen mühevoller Detailarbeit erstrahlen in allen Ecken: Man möchte sich auch als Zuschauer einfach in den Boulevard reinwerfen und niemals seinem Sog entkommen: Tarantino hat es verstanden, das klassisch-traditionelle Träumerdasein der Filmfabriken nochmal zu kredenzen und ihren rühmlichen Untergang in tollen Kamerafahrten einzufangen, die den Geist in alle Winde zerstreuen.

Alle anderen Intentionen werden aber maßlos enttäuscht. Und darum liebt und hasst unsere Spezies diesen Film so sehr: Weil er etwas liefert, von dem keiner wusste, was niemand erwartet hat und was einfach anders ist als alles, was dieser Regisseur bislang zu Papier brachte.

Ich hätte mir ob des Hypes im Vorfeld etwas völlig anderes erwartet und fühle mich in den Grundfesten des Tarantino-Gedankens inständig verraten: Selten war ein Film in seiner Erzählung und Majestät so lahmarschig und langweilig, desaströs banal und dämlich. Gleichermaßen hat es kaum ein Film je geschafft, das Flair Hollywoods so authentisch wiederzuerschaffen und dem Zuschauer ein Fenster in die Vergangenheit zu liefern, an dem man sich aufhängen kann, um niemals dem vergangenen Sog zu entkommen. Über die schauspielerischen Größen der beiden Hauptis hat sich inzwischen jede andere Rezension gebührend ausgelassen – I’m with that.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Yes – auch hier bitte einmal sitzenbleiben, bitte.

Kinostart: 15. August 2019

Original Title: Once Upon A Time … in Hollywood
Length: 161 Min.
Rated: FSK 16