Tag: Dokumentation

The Elephant Mother

The Elephant Queen - Filmplakat
© 2019 Apple TV+

Über Apple TV+

Angesichts der sonstigen Streaming-Riesen ist Apple TV+ ein Angebot, dass seit seinem Start nicht so richtig aus dem Boden raus kriechen möchte und mit bislang nur sehr wenigen Inhalten punktet.

Derzeit erhält jeder, der sich ein neues Apple-Gerät zulegt, für 1 Jahr kostenlos Apple TV+ und kann sich somit einen Einblick verschaffen, was ihm dann in Zukunft für 4,99 € im Monat geboten werden wird.

Das Angebot ist befristet und Apple behält sich vor, es jederzeit wieder zu beenden. Gleichermaßen muss man aufpassen, sofern man diese Chance genutzt hat, es nicht vorzeitig zu kündigen: Der Zugang endet dann nämlich direkt und nicht erst nach Ablauf des Jahres.

Gestreamt werden kann auf allen üblichen Apple-Geräten (AppleTV, iPhone, iPad, Mac und via AirPlay) sowie am PC und diversen Fernsehern (Roku Players & TVs, fireTV, Samsung Smart TV sowie LG Smart TV).

Apple bietet zudem die Möglichkeit, den Zugang mit bis zu 5 Familienmitgliedern innerhalb der Apple-Family zu teilen und wirbt damit, dass die Angebote immer werbefrei sind.

Grund genug, sich die dort inzwischen angebotenen Inhalte einmal vorzunehmen und hier zu bewerten.

The Elephant Mother

Es war das Aushängeschild vor Start, es war das Bild, das anfangs immer mit dem Portal verknüpft wurde, wenn jemand darüber schrieb. Und tatsächlich: The Elephant Mother wirbt mit Bildern, die eine der Qualitäten zum Vorschein bringt, für die man Apple sowieso kennt: Foto-Markanz.

Angeboten in 4K in Dolby Vision™ und Dolby Atmos™ überzeugt man in dieser Geschichte tatsächlich mit berauschenden Bildern, die einen in die Savanne Afrikas entführen und somit anderen Dokumentationen dieser Art durchaus Konkurrenz machen.

Im Original von Chiwetel Ejiofor gesprochen laggt die deutsche Variante wieder an einer etwas unrühmlichen Synchro und entfernt sich damit von dem hierzulande angelegten Standard-BBC-Maß. Das ist anfangs zwar etwas enttäuschend, aber die gezeigten Bilder mit Kameraeinstellungen, die man als Apple-Kunde inzwischen von den Screensaver-Aufnahmen aus AppleTV gewöhnt ist, verwöhnen auch hier optisch und sorgen damit für einen Ausgleich.

Auch die Kamerawinkel und Bokeh-Aufnahmen zeugen davon, dass man weiß, was man tut und sich die ganze Zeit über hammerhart an den Standards der Marke orientiert, die bekanntermaßen ja relativ hoch angesetzt sind.

Im Verlauf des Films wird man dann auch wirklich in diese Welt gerissen und kann sich einen wunderbaren Einblick in das Leben der Natur und der Zusammenhänge des Lebens verschaffen. Dabei wird die ganze Zeit über sehr darauf wertgelegt, dass die gezeigten Szenen permanent familientauglich bleiben, aber dennoch unschöne Aspekte nicht außen vor lassen.

Die Laufzeit von 1:36h ist in meinen Augen etwas zu lang, da zwar die Story durcherzählt wird und man sich hierbei auch genügend Zeit lässt, um die Bilder auf sich wirken zu lassen, der anfänglich noch existente Überraschungseffekt bei manch tatsächlich herausragenden Blickwinkeln und Nahaufnahmen verliert gegen Ende aber ein wenig seinen Reiz.

Auch insgesamt fehlt mir hier ein Stück weit der Bombast des Erstaunens, den man in den BBC-Dokumentationen sonst immer vorgelegt bekommt. Insgesamt wirkt es – so wie das Portal selbst auch – eben dennoch ein wenig, als würde man nicht richtig aus sich rauskommen wollen und die ganze Zeit mit angezogener Handbremse vor sich hin traben.

Am besten auf einem großen Fernseher streamen, der die angebotenen Features auch wirklich unterstützt: Die Bilder sind teils tatsächlich atemberaubend und der ganze Film betört mit einer optischen Ruhe und sanften Ausstrahlung. Die Synchronisation ist für mich das am wenigsten Gelungene des Films, denn die Stimme und auch der Text zeugen nicht von Anmut und Eleganz, sondern eher von Unbeholfenheit. Das stört ein wenig – und auch am Schluss driftet man eher zu Wiederholungen als zu berauschenden Ergebnissen. Im Großen und Ganzen dennoch brauchbar, sofern man auf Dokumentationen dieser Art steht.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Braucht man nicht aussitzen, es folgen jedoch noch zwei Bilder.

Streaming auf AppleTV+: 1. November 2019

Original Title: The Elephant Queen
Length: 96 Min.
Rated: FSK 6


Wer 4 Sind

Wer 4 Sind - Filmplakat
© 2019 NFP marketing & distribution

Deutschland hat schon einige Künstler hervorgebracht. Selbst im historischen Zeitalter kannte man uns als Wortschöpfer, die auf künstlerischer Ebene Erfolge produzierten, die bis zum heutigen Tage die Menschen prägen und allseits Gehör und Beachtung finden.

Keine Ahnung, wie’s euch geht: Für mich sind “VIPs” immer so entfernt, so unnahbar, so unwirklich. “Ja, da gibt’s irgendwo jemanden, der es zu unfassbarem Reichtum und Ruhm gebracht hat und an den du niemals rankommen wirst.”

Wer 4 Sind möchte genau diese Kluft überbrücken und stellt eines der größten Pop-Phänomene vor, die der Süden dieses Landes erzeugt hat: Fanta 4. Inzwischen gibt es ja einige Dokus über Musikergrößen, die es international zu großem Ruhm gebracht haben, mal mehr, mal weniger gut dargestellt.

Hinter dieser Produktion steckt ganz prominent das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit ZDF, Sky, SRF und arte – verbunden mit Filmförderung eigentlich ein absolut schlechtes Zeichen.

Tatsächlich macht die Dokumentation aber Spaß, wenn auch nicht zwingend die inhaltlichen Parts, sondern eher die Musik.

An dieser Stelle empfehle ich tatsächlich: Sucht euch ein Dolby Atmos™-Saal und schaut ihn dort, dafür wurde der Film produziert. Gespräche und Dialoge sind sehr frontlastig, diese kann man aber getrost ignorieren. Was den Film groß macht, ist seine Musik.

Immer wieder, wenn man Konzertausschnitte, Musikparts oder einfach rappende Männer im Studio hört, beginnt das Werk, aufzublühen und sprüht vor kreativer Schaffenskraft und einer Sensation, die Fanta 4 groß gemacht haben.

Mit einer beeindruckenden Bodenständigkeit werden hier vier Männer vorgestellt, denen es niemals wichtig war, kommerziellen Erfolg zu produzieren und auf Teufel komm raus Geld aus ihren Werken zu pressen, sondern die im Verlauf dieser Doku sehr wohl vermitteln können, dass sie all das nur aus Liebe zur Musik getan haben. Das macht sie zu einem Original, das macht sie zu einem Erfolg.

Um der Musik Willen – und der Möglichkeit, dieses Whoah-Gefühl wieder in Groß zu erleben – nutzt die Chance und schaut ihn euch in den Kinos an.

Dieser Film lebt von seiner Musik, denn immer dann, wenn der Beat spielt, blüht das Werk vollkommen auf und erzeugt eine unglaubliche Atmosphäre. Der Rahmen drum rum ist etwas wirr, ändert aber nichts daran, dass es sich lohnt, dieses Phänomen auf diese Weise ganz intim kennenzulernen.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Aussitzen – dieses Konzert möchtet ihr nicht verpassen!

Kinostart: 15. September 2019

Original Title: Wer 4 Sind
Length: 101 Min.
Rated: FSK 0