Tag: Freunde

Waves

Waves - Filmplakat
© 2020 Universal Pictures International

Dieser Film ist eine Zaubershow: Sie holt dich, fesselt dich in ihren Bann und lässt dich nicht wieder los. Es dauert ein wenig, bis die Magie startet, aber danach bist du so fasziniert, dass du ihn einfach nochmal sehen willst.

Ich weiß nicht, wie ich euch das beschreiben soll. Ihr kennt mich als jemand, der gerne von Formen, Farben und mystischen Elementen fasziniert ist und darüber schwärmt, das hier ist aber noch viel mehr. Eine Form von kunstvoller Ausgestaltung, die in allen einzelnen Bereichen aufs Ganze geht und dabei unwillkürlich begeistert.

Mach, was du willst: Lehn dich zurück und genieße die Musik. Mach die Augen auf und schau den faszinierend aneinander geschnittenen Szenen zu, die in Verbindung mit dem Score wiederum ein Kunstwerk für sich sind, verfolge den Plot – tu, was immer du willst. Es gibt viel Zeit dafür und dabei keinerlei Verpflichtungen, aber eins ist gewiss: Langweilig wird es zu keiner einzigen Sekunde.

Das Plakat suggeriert bereits, dass Filme dieser Art kaum existieren und ich kann mich da voll hinter diese Aussage stellen: Mir fiele kein Vergleichsmovie ein, mit dem man das hier annähernd beschreiben könnte.

So sehr ich von den ersten fünf Minuten abgeschreckt war, so sehr wünsche ich mir, diesen Film einfach noch viele Male ansehen zu können, denn irgendwas passiert mit dir, währenddessen du ihn siehst.

Faszinierend, magisch, elementar und einzigartig: Dieser Film zieht dich in seinen Bann und lässt dich nicht mehr los.

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Verzaubert mit Farben und Musik und hält einen weiter im Bann – ihr müsst also nicht gleich raus.

Kinostart: 16. Juli 2020

Original Title: Waves
Length: 137 Min.
Rated: FSK 12


Good Boys

Good Boys - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Jacob Tremblay ist ein kleiner Süßfratz, dessen Mitwirken eines bislang immer garantierte: Der Film schlug ein wie eine Bombe!

Good Boys shakert zusätzlich mit dem Potenzial von Sausage Party, dem kranken Werk genialer Erfinder, die damals bereits eins bewiesen hatten: Humor können sie! Im Ernst, wenn ihr den Film bislang nicht kennt: Holt das zwingend nach!

Und auch der neueste Geniestreich lässt im Kinosaal niemanden trocken: Der Plot bewegt sich konsequent ohne Ausnahme unter der Gürtellinie, aber mit so unfassbar viel Niveau und Scharmützel-Schabrackismus, dass man aus dem Lachen einfach nicht mehr raus kommt 😀

Es ist der Titel, auf den ich mich seit der Pressevorführung am meisten gefreut hatte – und der jetzt endlich fürs ewige Wiederholen die Leinwand ziert und allein als auch im vollen Saal für unglaublich gute Stimmung sorgt. Ich frage mich manchmal, was man für einen an der Platte haben muss, um auf derartige Ideen zu kommen.

Good Boys hat überhaupt nichts damit zu tun, was man anfangs glauben könnte – der Titel ist nicht einschätzbar oder vorab kategorisierfähig, der Film selbst steht für mich eher als eine Art Monument gegen die allgegenwärtige Endzeitstimmung, die die „normalen Medien“ momentan verbreiten und die allernorts das Gefühl aufkommen lassen, alles wäre verloren.

Ist es nicht – dieser Film beweist, dass die gute Laune tatsächlich noch existiert. Und ganz ehrlich? Wer es schafft, diesen Film ohne einen einzigen Lacher zu durchpflügen, bekommt von mir ’n Kaffee spendiert. Geht nicht 😀

Abnormal geil – so etwas durchgeknallt Witziges gab es schon lange nicht mehr. Unbändige Ansammlung kantiger Gags mit einem unkontrollierbaren Schlauch an Comedy-Verspritzer, der im Saal für unglaublich entspannte Stimmung sorgt, bei der jeder mindestens 38x lachen muss! Zwingend ansehen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht aussitzen, hier folgt am Schluss nichts mehr.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Good Boys
Length: 90 Min.
Rated: FSK 12


Tel Aviv on Fire

Tel Aviv on Fire - Filmplakat
© 2019 MFA+ FilmDistribution

Irgendwann krieg ich auf’s Dach von euch, weil ich immer too late poste … ich weiß … Sei’s drum: Filmperle.

Kennt ihr das, wenn im Kino z.B. türkische Komödien laufen und man irgendwie immer den gleichen, schrägen Humor vorgesetzt kriegt? Das gleiche gilt für israelisches Kino: Seltsam, bizarr und irgendwie total eigen. Tel Aviv On Fire bricht hier mit den Regeln und legt köstlichsten Humor vor, den man aus diesen Riegen so eigentlich sonst nicht kennt.

Okay, ich kann jetzt auch keine zwei Hände voll israelischer Filme aufzählen, hab in meiner reich gefüllten Kino-Vergangenheit aber selten wirklich annehmbares aus diesem Land konsumieren dürfen – bis jetzt.

Der Plot kümmert sich zwar auch am Rande um israelisch-palästinensische Konflikte und zeugt damit von Aggressionpotenzial, verpackt dies aber zu einer Nebensache und konzentriert sich auf eine wunderbar schräge, situationsgeladene Komödie, die man einfach gesehen haben muss. Das beweist, dass auch Israel und Palästina dazu in der Lage sind, Stoff zum Lachen zu liefern und das abstruse Bild meiner Kindheit (Israel / Palästina = Krieg) langsam zu verändern.

Dass dabei beide Seiten ihr Fett wegkriegen, ist löblich und stellt einmal mehr politische Interessen an den Rand der Wichtigkeiten und kümmert sich darum, dass neben all dem Wahnsinn, der inzwischen da draußen in der Welt stattfindet, auch noch ein kleines bisschen Leben stattfindet, das man mit Genuss in sich aufsaugen darf. Und genau dazu lädt Tel Aviv on Fire ein: Unbekümmertes Fröhlich sein im Kino mit teils derbem Humor, der alles und jeden auf die Schippe nimmt und dabei nicht so wirklich wert auf political correctness legt.

Herrlich schräg, wahnsinnig unterhaltsam und urkomisch: Endlich fängt man im Land des Krieges damit an, Stoff zum Lachen zu produzieren. Eine Komödie, die man unbedingt gesehen haben muss!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Mitnehmen – das passt vollkommen zum Film und sollte nicht vorzeitig abgebrochen werden.

Kinostart: 04. Juli 2019

Original Title: Tel Aviv On Fire
Length: 97 Min.
Rated: FSK 6


TKKG

TKKG - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

TKKG – wer kennt sie nicht: Tim, Karl, Klößchen und Gabi – die Detektive meiner Kindheit, von denen glaube ich jeder „coole“ Junge diverse Hörspiele hatte – und ganz ehrlich: Ich hab sie als Halbwüchsiger aufgesogen und jedes Abenteuer von ihnen verfolgt.

Irgendwann wird man erwachsen, verliert die „absolut unvermeidbaren Wichtigkeiten“ aus den Augen und vergisst, wofür man als Kind immer gelebt hat.

Dass Hollywood sich schon desöfteren geopfert hat, um eben jene Dinge in prähistorischem Schwelgen wieder ans Tageslicht zu bringen, um erneut auf die „Wow, das muss ich haben, weißt du noch?“-Geldausgebereien zu hoffen, wissen wir schon längst. Dass solche Unternehmungen gerne mal den Bach runtergehen, ist ebenfalls kein Geheimnis.

Hier gibt es – und wird es wohl auch immer geben – nur zwei Lager: Die, die es unfassbar cool finden, dass „ihre“ XY jetzt wieder aktuell sind, die also „auf jeden Fall reingehen“ – und jene, die mürrisch drüber bocken, dass man damit alles in den Sand gesetzt hat und man es seinem Heiligtum auf diese Weise niemals zumuten dürfte und es „eine Schande sei“.

Auch TKKG hat beides: Einen Vorfilm aus dem Jahr 2006, der in den Augen mancher tatsächlich besser gewesen sein soll, einen weiteren Vorfilm, der nochmal 14 Jahre in der Vergangenheit zurückliegt, und eine TV-Serie, die ebenfalls nicht der Brüller war, weil man hier der mystischen Vorstellungskraft eines Kindes beraubt wurde, die diese Abenteuer damals dank ungebändigter Fantasie lebendig werden ließen. Darum: Hörspiel.

Nun setzt Warner Bros. zu einem Revival dieser Kultreihe an und startet gleich mit einem fulminanten Auftakt: Man hat neu besetzt – sowohl vor als auch hinter der Kamera – und kündigt bereits für 2020 den nächsten TKKG-Film an, der unter gleicher Regie erscheinen soll.

Ich zähle mich zu jenen, die diese Sache ziemlich feiern, denn meiner Meinung nach hat man beim Cast tatsächlich nicht ins Klo gegriffen und gibt nun den Kids auch die Chance, ein wenig in dieser Reihe zu brüten, ohne gleich wieder wegen Altersschwierigkeiten abgesetzt zu werden.

Desweiteren fand ich die Art der Herangehensweise beim Detektivismus ziemlich lässig und die Charaktere so wieder hervorgerufen, wie ich sie noch aus meiner Kindheit heraus kenne – mit eben jenen Eigenschaften, über die sich mancher heutzutage gerne streitet: Immerhin zählt auch diese Kinderbuch-Reihe zu denen, die man heute allernorts gern umgeschrieben sähe.

Doch darauf kommt’s in meinen Augen gar nicht an: Die Story ist spannend, der Fall erfordert einiges an Arbeit, die Kids unterhält’s und auch allgemein macht die Show im Kino einfach Spaß und ist selbst zum mehrmaligen Anschauen absolut tauglich.

Cool umgesetztes Revival, das natürlich für Nostalgiker einiges an Kritikpunkten mit sich bringt, für die neuen Generationen aber völlig ausdefinierte und sehenswerte Charaktere liefert, denen man als Heranwachsender gerne nacheifern darf.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Unbedingt sitzen bleiben, hier folgt noch einiges.

Kinostart: 06. Juni 2019

Original Title: TKKG
Length: 99 Min.
Rated: FSK 6


Burning

Burning - Filmplakat
© 2019 Capelight Pictures

Burning zog schon vergangenes Jahr die Aufmerksamkeit auf sich, indem er sowohl von Kritikern als auch dem Publikum z.B. auf den Filmfestspielen in Cannes in den höchsten Tönen gelobt wurde.

Für mich hat der Film einen ungeheuren Mehrwert: Auch wenn er „nur“ auf einer Geschichte basiert, eröffnet er doch wahnsinnig intime Einblicke in ein Land, das wir von außen eher nur als „verschlossen“ kennen und daher so gut wie keinen wirklichen Zugang zu ihm haben. Was denken die Leute dort? Wie geht es ihnen? Wie leben sie?

All diese Dinge zählen zu den Fragen, die hierzulande wenige Leute interessiert und die doch über eine ganze Generation berichten – und da verschafft Lee Chang-Dongs Werk unfassbar viel Aufklärung und ungeheuer wertvolle Einsichten.

Mit 148 Minuten nimmt man sich dafür auch extrem viel Zeit, lässt keine Hektik aufkommen, sondern bereichert den Zuschauer durch getragene und beruhigende Bilder, die ihm die Möglichkeit geben, die Charaktere zu erörtern und das Gezeigte auf sich wirken zu lassen.

Dass hierbei dann auch im Plot noch ein paar spannende Dinge versteckt sind und man sich auf eine mysteriöse Suche begibt, zeugt einmal mehr davon, dass auch Independent-Kino dafür geeignet sein kann, große Massen zu begeistern und einen fantastischen Unterhaltungsfaktor zu liefern.

Spannend und einfühlsam erörtert man hier ein nahezu unbekanntes und verschlossenes Land in seiner Mentalität, Lebensweise und vielen offenen Fragen, die bis dato kaum an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht zwingend ausharren, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 06. Juni 2019

Original Title: Buh-Ning
Length: 148 Min.
Rated: FSK 16