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Chaos auf der Feuerwache

Chaos auf der Feuerwache - Filmplakat
© 2020 Paramount Pictures Germany GmbH

Schon auf dem Plakat lässt sich erahnen: Auch dieser Film richtet sich an die Familie und bedient dabei eher das jüngere Publikum, wobei man jetzt ausdrücklich behaupten kann: Der Blödelei-Faktor ist zwar hoch angesiedelt und driftet teilweise auch in die Lächerlichkeit ab, jedoch zünden viele Gags innerhalb dieses Abenteuerspektakels und sorgen somit eben bei besagten Familien-Küken für jede Menge Vergnügen.

John Cena und seine Crew machen sich hervorragend und die angesetzten Running Gags ermüden zwar im Verlauf des Films ein wenig und auch über Realismus-Verträglichkeit brauchen wir nicht reden, jedoch versprüht dieser Film jede Menge gute Laune und ist im 14:00 Uhr-Programm wahnsinnig gut aufgehoben.

Hier hat man ordentlich schöpferischen Wumms in die Kanonenrohre gepackt, die man im Verlauf des Films immer wieder mit Getöse explodieren lässt – und dabei eben auch oft den Kern des Humors trifft, der auch bei erwachseneren Menschen für Vergnügen sorgen kann.

Mit Comedy ist es nach wie vor eine problematische Sache: Kaum etwas ist so schwierig zu drehen, wie Komödien, nicht nur, weil das Pensum zwischen „Find ich nicht komisch“ und „find ich nicht mehr komisch“ unfassbar eng geschnallt ist und die Zeiger dabei je nach Publikum in die verschiedensten Richtungen ausscheren und es – behaupte ich einfach mal – nahezu unmöglich ist, etwas zu generieren, das wirklich ausnahmslos alle zum Lachen finden.

Chaos auf der Feuerwache hatte jetzt aber genügend Szenen, die auch mich unweigerlich zum Lachen gebracht haben und bei denen grundsätzlich im Saal kein Auge trocken blieb. Allerdings heftet auch an manchen Stellen das Prädikat „Etwas zu übertrieben“.

Hat urkomische Szenen, sorgt für viele Lacher, dreht dabei aber auch sehr auf und übertrifft manchmal bei einigen ein wenig den Zenit des Erträglichen. Insgesamt aber eine gute, unterhaltsame und kurzweilige Story, die gerade in Familienkreisen für jede Menge Gaudi sorgen dürfte.

Nachspann: 🔘🔘⚪️ | Sitzen bleiben – hier werden noch jede Menge Outtakes zum Besten gegeben 😉

Kinostart: 27. Februar 2020

Original Title: Playing with Fire
Length: 96 Min.
Rated: FSK 0


Crawl

Crawl - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Mit Sam Raimi wird geworben – er ist aber nicht der verantwortliche Guru für das Teil, sondern „nur“ Produzent. Seine Handschrift spürt man jedoch deutlich im Film, den ich mal liebevoll mit „Director’s Trash“ bezeichnen würde: Genau so etwas habe ich mir auch erwartet – das aber heiß und innigst.

Crawl steht für bissige Action, Zähne fletschen, viele Schreie und Blut. Und genau das liefert der Film, wenn auch mit ein paar markanten Kanten, die meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen.

Der Optik des Films sieht man das große Budget an, die Viecher sind durch die Bank weg top animiert und auch das Setting des Films strahlt durch bravouröse Größe: Bereits zu Beginn wird man als Zuschauer in eine Atmosphäre geschleudert, von der ich schon lange träume. Oder um es mit den Worten der Presseveranstalter zu sagen: „Es passiert nix und du hast schon mal Angst.“

Tatsächlich kommt hier wirklich Stimmung auf, die das Ganze einleitet und extrem viel Spaß macht. Große Boxen, düstre Säle, und Lautstärke – und ihr habt Spaß dabei!

Der Wehmutstropfen kommt dann in puncto „Realität“: Das Thema ist viel zu geil, um es an fantastische Ideologien zu verschleudern. Hier hätte man sich ein klein wenig Jurassic Park-Ehre abscheiden sollen und diverse Plotfehler von vornherein eliminieren.

Es passieren wieder die typischen Filmidiotien, die der geneigte Horrorfan schon seit Jahren zu kritisieren weiß. Die Action ist mit fortlaufender Zeit immer unglaubwürdiger, denn mal schreit man wie am Spieß vor Schmerz, drei Szenen weiter: auf einmal wieder unbändige Kraft, man kann wieder galant durchs Leben turnen, während man weitere drei Sekunden später wieder vor Schmerz kaum aus den Augen sehen kann … Da hört irgendwann die Sympathie des Zuschauers auf und geht stark in die B-Trash-Movie-Riege über, wobei der Film dafür zu galant gemacht ist, um ihn als solches bezeichnen zu können.

Das Problem ist seine eindeutige Dualität: Der Trailer verspricht von vornherein „spaßige Augenzwinker-Action“, während der Film dann versucht, ernsthafte Unterhaltung zu liefern – und der Schuss geht nach hinten los.

Hat man deswegen weniger Haudrauf-Gaudi? Nope.

Ist der Film deswegen schlecht? Nope.

Es macht trotzdem Spaß, weil’s halt einfach geil aussieht und – sofern man bei jedem Plot-Patzer nen Shot trinkt – der Entertainment-Faktor gegeben ist. Zwar hätte zu meinen Jugendzeiten die FSK angesichts der blutverströmten Strömung längst zum farblich passenden Label gegriffen, aber darüber scheint die Menschheit hinaus gewachsen zu sein, sonst wäre auch dieser Titel kaum ab 16. Dafür sind manche Szenen aber schon sehr hart, auch wenn ihnen eine gewisse Realitätsnähe abzugewinnen wäre.

Hält nicht, was der Trailer verspricht, sieht dafür aber verdammt gut aus und bringt zum Beginn des Films bereits extrem krasse Stimmung auf, für die sich meiner Meinung nach das Kinoticket wieder lohnt.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Enthält keine bissigen Features mehr. Rausgehen erlaubt! Der Song rockt allerdings 😉

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Crawl
Length: 87 Min.
Rated: FSK 16