Tag: Jagd

21 Bridges

21 Bridges - Filmplakat
© 2020 Leonine

Entgegen so manchen Behauptungen, dass dieser Film nicht wirklich prickelnd sein soll, hatte ich dabei echt gute Laune und fühlte mich bestens unterhalten. Das Problem scheint wohl zu sein, dass viele eine Art „Verbrecherjagd“ erwarten mit irgendwelchen Auflösungen am Schluss und dann wird’s schon irgendwie gehen alles … und das ist der Film eben nicht.

„Gelöst“ wird quasi mehr oder weniger schon relativ weit am Anfang, was für mich den Ausschlag dafür gab, meine „Was ist das“-Erwartungen völlig über Board zu werfen.

Zu dem Zeitpunkt war ich auch selbst grad im Schreibfieber und habe mir deshalb während des Plots permanent überlegt, wie ich an der Stelle reagieren würde. Wohin ich rennen würde, was ich tun würde – wem mich anvertrauen usw. – und das löste tatsächlich eine Kreativitätsbombe in meinem Kopf aus, die von der Filmmusik und immer neuen Plotelementen untermalt wurde.

Und dadurch, dass so frühzeitig quasi klar wird, wer hier der Böse ist, denke ich auch, dass die Absicht der Macher ebenfalls nicht gewesen ist, eine Verbrecherjagd mit spektakulärer Auflösung zu starten, sondern man vielmehr das Momentum innerhalb der Stadt feiern wollte, und das ist in meinen Augen tatsächlich auch sehr gut gelungen. Natürlich kann man sich jetzt über Sinn und Unsinn des Titels streiten und auch hier wieder aufgeblasene Fragwürdigkeiten anprangern, oder man lässt sich einfach auf den General-Showdown ein und zelebriert es im Stile von Run All Night, der ja auch schon so permanent-aufgekratzt daher kam und bis heute zu einem meiner Lieblingsfilme zählt.

Inzwischen wohl weniger im Kino verbreitet, darf man die wenigen Chancen immer noch gerne nutzen – oder eben in ein paar Wochen auf VoD zurückgreifen, um sich den Film doch noch anzusehen.

Keine Jagd, sondern einfach nur „Es ist was los – und das dauerhaft“. Umsetzung gut, der Plot solide, die Durchführung hat ihre wunderbaren Szenen und über Titel und Sinnhaftigkeit darf man nicht nachdenken, dann ist der Film auch sein Geld wert. Popcorn dazu – Bierchen und der Abend ist gerettet.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Hat keine weiterführenden Szenen, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 6. Februar 2020
Heimkino-Start: 12. Juni 2020

Original Title: 21 Bridges
Length: 101 Min.
Rated: FSK 16


Guns Akimbo

Guns Akimbo - Filmplakat
© 2020 Leonine

The fuckin‘ games have started … Guns Akimbo katapultiert sich selbst aus den Festivals, weil der Kinostart nicht verschoben wurde und deshalb die Bedingungen nicht mehr erfüllt werden – umso besser: Das Publikum wird den Streifen lieben und hat somit nun genügend Zeit, um ihn frenetisch abzufeiern und die Wochen bis dahin zu überstehen!

Kinder, Guns Akimbo ist genau (!!!) das, was ich eigentlich von Birds of Prey erwartet hätte: Abgefuckte Action, absolut durchgeknallte Suicide Squad-Charaktere, viel Blut, harter Humor und unfassbar geiler Soundtrack. Dazu Style, dass sich die Balken biegen und Hommages, wohin das Auge blickt.

Wenn ihr plant, euch wieder aus euren Häusern zu bewegen und den Kinos wieder einen Besuch abstatten wollt, lasset die Spiele hiermit beginnen: Nach geschlagenen dutzend Sekunden seid ihr sowas von im Beat, der sich den ganzen Film über durch eure Venen zieht und eure Füße nicht mehr stillhalten lässt.

Ernsthaft? DC, kuckt euch endlich davon ab, was immer ihr könnt! Genau DAS wollen wir sehen!

Der Einstieg ist großartig, die Musik rammt den ganzen Film über den Schädel zurück in die 90er (da, wo alles noch geil war :D), der jumpy Erzählstyle trifft voll den Geschmack der heutigen Jugend und die Gruppe „Actionkinder“ wird hier aufs härteste bedient. Entertainment at it‘s best!

Dazu kommt ein unfassbar geiler Harry Potter, der nichts mehr von seiner kindlichen Unschuld vorzuweisen hat, sondern seinen deftigen Schnitt in punkto Schauspielkunst knallhart weiter verfolgt: Daniel Radcliffe ist auf der Leinwand mittlerweile so eine geile Sau, dass man auch als Erwachsener ungeniert Fan sein darf, ohne dass andere einen dafür auslachen könnten.

Auch die Ideen (hier erinnere ich mich sofort wieder ans Fantasy Filmfest und bedauere, dass der Film es nicht dorthin schaffen wird um seine Lorbeeren abzuholen) passen voll ins Metier und man unkt, blödelt, unterhält und bietet dem Kinozuschauer viel zu viel für sein Geld.

Dass der Film gegen Ende ein wenig anfängt zu schlingern, dass man irgendwann alles auserzählen muss, um zu einem Ende zu finden, dass das hohe Tempo nicht bis ganz zum Schluss kontinuierlich durchgehalten wird, sondern es – ganz kurz – mal ein wenig Verschnaufpause gibt: Geschenkt. Gegen Ende zieht man nämlich wieder an und geht mit dem erhaben-glücklichen Gefühl nach draußen und wünscht sich, DC würde endlich kapieren, dass so etwas tatsächlich klappt.

Zeigt‘s denen – und rennt in die Säle, um Guns Akimbo zu dem Kinoerfolg zu machen, den er verdient – und keine Angst: Die Betreiber jedweder Kinos sind dermaßen vorsichtig und umsorgt um eure Gesundheit, dass euch in Punkto Corona schon fast gar nichts mehr passieren kann, sofern ihr deren Anweisungen folgt.

Los geht‘s – hier ballert Wahrheit, Komik, Geilheit, Spaß und beste Unterhaltung von der Leinwand, die man sich unter keinen Umständen entgehen lassen darf!

KINO! SOFORT! 😀

BAM! So hätten die Wunderkinder die Suicide Squad-Story verbasteln müssen, dann wär‘s ein Riesenerfolg geworden. Den streicht nun Guns Akimbo ein – und das völlig zu Recht! Wenn ihr mit Kino loslegt, dann startet mit diesem Einstandsfeuer – und genießt die fuckin‘ Show! WOW!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Slowly, man braucht nicht gleich raus rennen (geht eh schwer), es folgen aber auch keine weiteren Szenen.

Kinostart: 25. Juni 2020

Original Title: Guns Akimbo
Length: 97 Min.
Rated: FSK 16


Short Critics: Dem Horizont so nah – 47 Meters Down: Uncaged – Bruder Schwester Herz – Ronny & Klaid – Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Und was gibt’s sonst noch in dieser Woche?
© 2020 https://www.kinoticket-blog.de

Dem Horizont so nah

Dem Horizont so nah - Filmplakat
© 2019 StudioCanal

Die Befürchtungen des Publikums sind groß: Der Film braucht seine 10 Minuten, um in die deutsche Sprache reinzukommen, verblüfft dann aber mit extrem direkter Ehrlichkeit und spricht alles offen an, was man als denkender Zuschauer eigentlich braucht, um nicht in der Durchschnittsfilmdummheit gefangen zu werden.

Damit catcht der Film viel mehr, als mit der Angst vor „Oh weia, Deutsch!“. 14jährige kriegt man mit dem Thema immer, Aufklärung über gewisse Krankheiten gibt’s obendrauf und am Ende ist es grandios, weil man vom Inhalt gefangen genommen wird und eben richtig durchgeschleudert. Blaue Augen-Schümann inklusive – Top!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Dem Horizont so nah
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12

47 Meters Down: Uncaged

47 Meters Down - Uncaged - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Augen-Gourmet! Die Macher an den Kameras haben einfach begriffen, was es braucht, um im Kino von der Leinwand herab so richtig verwöhnt zu werden: Bombe!

Dass das schon ein zweiter Teil ist, man sich solche Filme besser als 23 Uhr zu Hause-Horror-Kino anschaut – drauf geschissen! Die Aufnahmen sind viel zu geil, um sie nicht auf der großen Leinwand bestaunen zu können.

Dass die Ladies allesamt ein wenig „schreihaft“ sind, mag manch einer nicht so ganz verkraften, der Twist kommt aber prompt und macht dann auch wieder richtig Laune.

Wenn man damit klar kommt, dass das eben gewollte B-Movie-Production ist: Spitzenmäßig. Und noch ein Lob: Die Charaktereinführung! In so einem Metier bisher ungesehen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht’s nicht abzuwarten, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: 47 Meters Down: Uncaged
Length: 91 Min.
Rated: FSK 12

Bruder Schwester Herz

Bruder Schwester Herz - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Ein seltsamer Film, ein seltsamer Einstieg, eine seltsame Gefangennahme: Ganz ehrlich? Ich würde ihn mir gerne nochmal ansehen und werde ihn mir vielleicht sogar fürs Heimkino zulegen.

So etwas Verrücktes sieht man echt selten. Dabei dann aber eine Authentizität vom Stapel zu lassen, die dermaßen in das Metier eintaucht und hier von sich Reden macht – erlebt man genauso selten. Und am Ende schließt man diejenigen schon irgendwo in sein Herz … auch wenn das Filmende genauso verwirrend ist, wie sein Anfang.

Gehört wohl einfach so. Trotz allem sehenswert.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Bruder Schwester Herz
Length: 105 Min.
Rated: FSK 6

Ronny & Klaid

Ronny & Klaid - Filmplakat
© 2019 Studio Hamburg Enterprise GmbH

Erkan & Stefan kennt man? Dann auch das Niveau dieses Films. Wenn auch nicht so „blöde“ wie damals. Aber trotzdem bescheuert. Und irgendwie auch genial, wenn man auf lokal-konzentrischen Humor steht und dabei ganz viel Liebe für die Berliner Weltoffenheit übrig hat.

Ist bei mir der Fall – darum mochte ich den Film auch, trotz seiner Idiotie, die aus allen Ecken schreit. Man darf’s eben alles nicht so ernst nehmen 😉

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Kommt nix – rausgehen erlaubt. Spätis haben noch geöffnet 😉

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Ronny & Klaid
Length: 114 Min.
Rated: FSK 6

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Everest - Ein Yeti will hoch hinaus - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Das Volk weint – ich irgendwie nicht. Der Film ist anrührend, in meinen Augen nicht wirklich spitze animiert, hebt aber fremde Kulturen hervor und entführt damit in fremde Welten.

Ist okay, hat mich persönlich aber nicht wirklich abgeholt. Auf Twitter liest man aber hier und da, dass die Erwachsenen (!) Tränen in den Augen hatten. I don’t know why.

Business as usual – nichts besonderes, aber eben auch kein Schund. Irgendwas zwischendrin. Darf man mitnehmen – muss man aber nicht.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Sitzenbleiben. Bis ganz zum Schluss. Wenn schon, denn schon.

Kinostart: 26. September 2019

Original Title: Abominable
Length: 97 Min.
Rated: FSK 6


Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot!

Ready or Not - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Tipp: Schaut euch nicht den Trailer an: Der verrät nahezu alles … auch, dass dieser Titel ein Heidenspaß auf der Leinwand werden wird, den man definitiv nicht verpassen sollte.

Kategorie: Horror >> Lasst euch davon nicht in die Irre leiten. Ich würde eher sagen: “Bride-Komödie blutigen Ausmaßes”. Denn tatsächlich erwirkt der Film sehr viel mehr Lachmuskeltraining, als er Schockmomente einsetzt – und selbst die sind wiederum in höchstem Ausmaß einfach witzig.

Allein für die Idee gehört den Machern eine Packung Kekse zugeschickt: So geil ausgedacht und inszeniert, dass man zwar froh ist, dass die FSK hier doch kein grünes Siegel vergeben hat, aber dennoch aus dem Spielewahnsinn nicht raus kommt und sich dabei fühlt wie ein kleines Kind: “Juppie – und noch einmal” 🙂

In der Sneak Preview kam bei einigen das Ende nicht ganz so gut an, aber auch das enthält Bilder majestätischen Ausmaßes, die fast schon an Tarantinos Grindhouse-Feature erinnern und somit absolut sehenswert sind. Und ich fand die “Wendung” persönlich auch allererste Sahne … weil’s Teil des ganzen Films ist, der damit am Schluss bestens aufgelöst wird.

Mit wehmütigem Herzen in die Zukunft blickend, da Twentieth Century Fox bald nicht mehr selbst produziert, sondern sich mit einem dieser karachoähnlichen Gongschläge ins Nirvana verabschieden wird … genießt die Show bis tief in die Nacht hinein.

Großartiger Spaß, der weit über die Stränge schlägt und damit Vernunft und Anstand hinter sich lässt, ohne dabei seine Contenance zu verlieren: Toll besetzt, grandios gespielt und für die Idee gibt’s noch nen Extrakeks! Reingehen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht abwarten, Spiel beenden erlaubt.

Kinostart: 26. September 2019

Original Title: Ready or Not
Length: 95 Min.
Rated: FSK 16


Good Boys

Good Boys - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Jacob Tremblay ist ein kleiner Süßfratz, dessen Mitwirken eines bislang immer garantierte: Der Film schlug ein wie eine Bombe!

Good Boys shakert zusätzlich mit dem Potenzial von Sausage Party, dem kranken Werk genialer Erfinder, die damals bereits eins bewiesen hatten: Humor können sie! Im Ernst, wenn ihr den Film bislang nicht kennt: Holt das zwingend nach!

Und auch der neueste Geniestreich lässt im Kinosaal niemanden trocken: Der Plot bewegt sich konsequent ohne Ausnahme unter der Gürtellinie, aber mit so unfassbar viel Niveau und Scharmützel-Schabrackismus, dass man aus dem Lachen einfach nicht mehr raus kommt 😀

Es ist der Titel, auf den ich mich seit der Pressevorführung am meisten gefreut hatte – und der jetzt endlich fürs ewige Wiederholen die Leinwand ziert und allein als auch im vollen Saal für unglaublich gute Stimmung sorgt. Ich frage mich manchmal, was man für einen an der Platte haben muss, um auf derartige Ideen zu kommen.

Good Boys hat überhaupt nichts damit zu tun, was man anfangs glauben könnte – der Titel ist nicht einschätzbar oder vorab kategorisierfähig, der Film selbst steht für mich eher als eine Art Monument gegen die allgegenwärtige Endzeitstimmung, die die „normalen Medien“ momentan verbreiten und die allernorts das Gefühl aufkommen lassen, alles wäre verloren.

Ist es nicht – dieser Film beweist, dass die gute Laune tatsächlich noch existiert. Und ganz ehrlich? Wer es schafft, diesen Film ohne einen einzigen Lacher zu durchpflügen, bekommt von mir ’n Kaffee spendiert. Geht nicht 😀

Abnormal geil – so etwas durchgeknallt Witziges gab es schon lange nicht mehr. Unbändige Ansammlung kantiger Gags mit einem unkontrollierbaren Schlauch an Comedy-Verspritzer, der im Saal für unglaublich entspannte Stimmung sorgt, bei der jeder mindestens 38x lachen muss! Zwingend ansehen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht aussitzen, hier folgt am Schluss nichts mehr.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Good Boys
Length: 90 Min.
Rated: FSK 12