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ES Kapitel 2

ES - Kapitel 2 - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Erinnern wir uns mal zurück ans Fantasy Filmfest, auf dem ES als Eröffnungsfilm gezeigt wurde. Jeder, der das damals aktiv mitbekommen hat und sich hinterher auch noch ein, zwei mal in die Kinos verirrte, sagt heute: „Es gab ES und es gab das Fantasy Film Fest.“

Ja, der Film schlug mit einer so dermaßen großen Wucht ein, dass er nicht nur im Horrorsektor Rekorde aufstellte und bis heute als erfolgreichster Horrorfilm ever gilt, sondern man hatte das Gefühl, ein überdimensionaler Knüppel würde auf eine auf dem Wasser schwimmende Holzmohle runterpreschen, die komplette Mohle versenken und diese vor Ende des Filmfests nicht mehr auftauchen lassen, so hart war der Schlag.

Und tatsächlich: ES hat es zu internationalem Ruhm geschafft und steht heute (hoffentlich) in vielen Wohnzimmern: Der Film ist grandios!

Nun kommt die heiß ersehnte Fortsetzung und alle Angsthäschen rennen schon seit Wochen schreiend und wild durcheinander und fürchten sich vor „Kommste mit ins Kino“-Einladungen.

Vorab: Ich stehe beim Schreiben dieser Rezension kurz vor meinem Double Feature-Besuch im Dolby Cinema™ – oder besser gesagt: genieße einen Kaffee für die bevorstehende 5-stündige Filmschlacht in dem guten Glauben daran: Ich kann danach zufrieden abdanken, denn ich habe alles im Leben erreicht, was es zu erreichen gibt!

Kinder? Das ist die absolute Wucht!

Ja, ich habe Teil 2 bereits vor ungefähr einer Woche in der Pressevorführung gesehen und als altgedienter Deadpool-Fan fiel es mir niemals schwerer, vorab meine Klappe zu halten, um nicht gegen die Embargo-Vorschriften zu verstoßen. Time has come – wir stehen vor der epischsten Schlacht, die Kino in unserer Generation jemals erlebt hat.

Wer damals den ersten Teil gesehen (oder wie ich: verschlungen!) hat, weiß eigentlich schon, worauf er sich ungefähr einlässt: Die Elemente von ES sind klar definiert. Alle Jumpscares wurden der Welt bereits vorgeführt und das „Horror“ in dieser kleinen Erzählung klar definiert.

Ja, und ich liebe es. Abgöttisch.

Man weiß allerdings auch, dass ich ne Meise für Horrormovies mit mir führe und das ängstigt die Leute im Vorfeld noch viel mehr. Dabei wartet ES Kapitel 2 eigentlich gar nicht so hart wie im ersten Teil mit Horrorfeatures auf – und genau das ärgert meine Feuilleton-Jugendblockbuster-Verächter wieder zunehmends: „Das ist ja gar kein Horror.“

Nein, irgendwie nicht.

Und genau das ist groß an dem Film – so groß, dass ich heute glaube, es wird zu unseren Lebzeiten in unserer Generation nie wieder (!!!) so etwas geben.

Das fängt schon beim Buch an. Allein der Kult um das Buch im Vorfeld ist schon so unglaublich entartet, dass selbst Stephen King-Hasser den Titel kennen und wissen, dass er von ihm ist. Es wäre unmöglich, nochmals so ein Meisterwerk zu verfassen. Selbst wenn King sich höchstpersönlich hinsetzen und Teil 3 produzieren würde, wirkte es als warmer Aufguss und das trotzige Unterfangen, nicht damit aufhören zu wollen bzw. hätte den tödlichen Beigeschmack von „Ich will damit unbedingt nochmal Geld machen“. Die Zeit des Kults ist längst gereift und lässt sich nie wieder so herstellen.

Dann kommen die ganzen „Ich kenne die alte Verfilmung“-Filmknower dazu. Leute? NEIN!

Das dürft ihr bei Friedhof der Kuscheltiere meintwegen machen, vergleichen, und selbst da war es schon insofern schwachsinnig, als dass heute eine völlig andere Zeit ist, in der man Filme einfach ganz neu definiert auf die Leinwand bringen und somit komplett frisch erschaffen kann.

Das dürft ihr auch bei allen anderen Werken machen – bei ES allerdings: NEIN! Der alte Film hat mit dem neuen absolut nichts zu tun. Wirklich nicht. Das ist völlig neues, anderes, komplett authentisches und echtes Originalkino, dass es so noch nicht gegeben hat. Das „Remake“ ist nicht besser oder schlechter oder unnötig oder „hierPhraseeinfügen“, sondern hat Kino auf ein völlig neues Level gehoben, mit dem diese Generation aufwächst und das Entertainment neu schöpft.

Und dabei haben Andy Muschietti und sein Team etwas gemacht, das sie vielleicht selbst gar nicht bemerkt haben: Alles richtig!

Der Cast: Großartig besetzt und nicht „dahingeschliffen“, sondern so altern gelassen, wie man sich das vorstellt. Ganz ehrlich? Besser hätte man es nicht casten können. Dass sich die Kids ihre erwachsenen Pendants selbst wünschen durften und diese Anfragen größtenteils bejaht wurden, war also nur einer von vielen richtigen Schritten bis zur finalen Produktion.

Die Explosion des Horrors, den viele befürchteten und die u.a. die Saw-Reihe komplett zerstört hat, blieb auch aus, stattdessen hat man auf einer höheren Dimension verstanden, das Bild dieser Zeit genussvoll einzufangen und dem Zuschauer offen vor Augen zu halten, was sich hinter den Kulissen der Welt gerade abspielt.

Hier kommt wieder der Kult ins Spiel: Das Übersinnliche, das Fantastische, dem sich ES Chapter Two vollends verschrieben hat: Es ist eine unglaublich ausgeschmückte, detailreiche Geschichte, die auf vielen Ebenen der Psyche spielt und die den Zuschauer in eine komplett andere Welt entführt, die einen vergessen lässt, dass es ein „hier und jetzt“ gibt. Alles andere sind nur Geschichten – das hier ist ein Meisterwerk, vor dem ich ewig knien und es anbeten werde.

Danke, dass ihr das in meiner Generation erschaffen habt und ich die Chance hatte, diesen freakigen Abend mit vielen begeisterten ES-Fans im Dolby Cinema™ zu feiern: Es hat mein Leben unglaublich bereichert!

Dolby Vision™
Wie erwartet zieht man auch hier wieder die Stärken aus dem Bildbereich heraus und vergisst dabei aber nicht, dass es in den 80er Jahren technisch noch nicht soweit war: Diese Szenen sind künstlich gekörnt und verlassen ihre treue Schiene von „mieser Schrift“ ebenfalls nicht, so dass ein authentisches Bild aus den Originalen der Zeit generiert wird.

Das Finale strotzt vor Farbenpracht und man weiß wieder, warum man genau dieses Kino gewählt hat.

Dolby Atmos™
Unschlagbar und alternativlos: So etwas funktioniert nur im richtigen Dolby: Auch wenn viele Szenen frontlastig sind und man dafür nicht zwingend hier rein müsste: Die Action kracht rund um einen herum und wenns am Ende wirklich donnerhaft-heiß hergeht, weiß man wieder: 60.000 Watt Leistung in den Boxen lassen sich eben nicht einfach so leugnen, sondern trumpfen über alle anderen Säle dieser Erdkugel auf.

Ich jammer nicht, sondern fühl mich zutiefst verstanden von der Art, wie diese Fortsetzung ins epische Finale mündet: Der übernatürliche Blick ins Fantastische und das Zelebrieren von illustrer Bosheit und grandioser Zerfetzerwut verstört hier so manchen, der sich im richtigen Kino auf dieses Spiel einlässt. Etwas wie dies werden wir nie wieder erleben!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Der härteste Abspann aller Zeiten, wenn einem bewusst wird: Hier kommt jetzt nichts mehr. Keine Folgeszene. Und kein so verdammt guter Film. Nie wieder!

Kinostart: 05. September 2019

Original Title: IT Chapter Two
Length: 165 Min.
Rated: FSK 16


X-Men: Dark Phoenix (3D) (inkl. Gewinnspiel)

X-Men: Dark Phoenix - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Hinweis: Unter dem Beitrag findet ihr ein Gewinnspiel, bei dem 3×2 Freikarten sowie Filmplakate von X-Men: Dark Phoenix verlost werden.

Dolby Cinema™

Ich war wieder im Dolby. Und habe Erschreckendes festgestellt!

Entweder haben wir all die Jahre nicht gemerkt, was für eine Scheiße eigentlich auf den Leinwänden und in den Kinos veranstaltet wird – oder wir sind grade mitten dabei, ein Kino-Revival zu erleben, das sich abartig gewaschen hat!

Und – wie ich jüngst schon zu unliebst in Men in Black: International feststellen musste – es wird Zeit, dass wir alle endlich Englisch lernen!

Es ist unfassbar, wie arg manche Filme zugrunde gerichtet werden, während man sie durch die Synchro jagt, um ein landestypisches Pendant zu liefern. Ernsthaftigkeit geht flöten, ganze Charaktere werden dem Erdboden gleich gemacht und der Film bekommt ein seltsam-kritikwürdiges Flair, der zurecht erklären würde, weshalb Dark Phoenix hierzulande zum Flop graduiert.

Wenn man die Darsteller*innen nicht mehr ernst nehmen kann, weil ihre Stimmchen aufgesetzt wirken und man sich fühlt, als wäre man im Kindergarten, während die Optik etwas völlig anderes erzählt, dann fühlt man sich auch als Zuschauer leicht unbehaglich und möchte, dass dieser Umstand endet.

Und im englischen Original bleibt diese „Verarsche“ aus: Die Mitspieler*innen wirken wieder so, wie sie angedacht waren und erheben sich in Performance-Pracht, wie es sich für einen Blockbuster dieser Größenordnung gehört.

Dolby Atmos™

Dazu fährt man ein Actiongewitter auf, das sich in der Moderne wiederfindet und nichts mehr von dem nostalgischen Anmut und „billigen Charme“ der ersten X-Men-Filme aufweist. Die Technik ist erwachsen geworden, die Kids irgendwie auch.

Hier werden Szenen zum Leben erweckt, die vielleicht nur Sekunden dauern, aber noch Stunden danach in deinen Ohren widerhallen: Dir steht die Gänsehaut am ganzen Körper und du bist durch die brachiale Räumlichkeit und Wucht, die der Sound mitbringt, einfach nur geflasht.

Und das hat man nicht einfach nur „probiert“, sondern ich hatte das Gefühl, einige Szenen sind direkt dafür geschrieben worden: Um einmal zu zeigen, wie es richtig sein sollte – und was in der Vergangenheit alles für ein Müll als „echt“ verkauft wurde.

Dazu der massive und durchdringende Sound von Hans Zimmer, dessen Kompositionen in der Filmwelt inzwischen über 28 Milliarden US$ in 150 Projekten eingespielt haben und der sich schwer in deinen Ohren einnistet und auch hinterher nicht mehr loslässt.

Dolby Vision™

Gleiches gilt fürs Bild – in 3D. Ja, viele haben Probleme damit, Shutter ist nicht jedermanns Ding, Pol-3D mögen auch einige nicht, Rot-Grün ist Mist (und hoffentlich inzwischen ausgestorben) und auch sonst finden sich immer wieder Kritiker dieser Technik, was jedoch nicht bedeutet, dass man auf diese 2 Buchstaben auf seinem Kinoticket verzichten darf: Die räumliche Ausgestaltung wurde hier dermaßen extrem behandelt, dass es für einen Kinogang meiner Meinung nach absolut unerlässlich ist.

Gerade am Anfang landet man in Phasen, wo man sich einfach nichts anderes wünscht und die in 2D absolut nicht das vermitteln, was sie in der dreidimensionalen Variante rüberbringen. Der technische Oberrand wird auch hier nicht allein Disney überlassen, sondern von Marvel akribisch gepflegt. Und das spürt man deutlich, denn das macht den Film definitiv zu einer Kinopflicht und bedeutet, dass der Konsum im Heimkino mehr oder weniger verboten werden müsste.

Auch hier also eine klare Empfehlung für 3D und natürlich für die bekannt satten und kontrastreichen Farben im Spektrum der Leinwand meines neuen Lieblingskinos.

Gewinnspiel

X-Men: Dark Phoenix - Freikarten
© Layout & Gestaltung der Freikarten by Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox war wieder spendabel und hat einiges an Freikarten und Postern aus der beginnenden Phoenix-Ära springen lassen, die ich natürlich an euch weiter verlose.

Diesmal möchte ich gerne von euch wissen, welche Comics ihr bevorzugt lest bzw. welche Superhelden ihr aus den bekannten (und unbekannten) Universen am besten findet.

Postet eure Kommentare bis einschließlich Sonntag, 23. Juni 2019 unter diesen Beitrag und ihr seid im Lostopf dabei.

Wie üblich wird der Gewinn weder ausbezahlt, noch darf doppelt teilgenommen werden oder anderer Unfug betrieben. Die Gewinner*innen werden persönlich von mir durch Zufallsverfahren ausgelost und via E-Mail benachrichtigt, also gebt bitte eine gültige E-Mail-Adresse bei den Kommentaren an, unter der ihr erreichbar seid.

Ich drücke jedem die Daumen und bin gespannt auf eure Rückmeldungen.

Reichhaltige Action, besondere Szenen und ein unglaubliches Tonspektrum, das im Dolby Cinema™ an dieser Stelle erreicht wird. Den Film sollte man zwingend in OV schauen, da hier den Charakteren keine widersprüchlichen Stimmen verliehen, sondern die Würde beibehalten wurde. Plot altbekannt, Action, Technik, Ton und Bild aber auf modernstem Standard.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Die Musik ist irre! Hans Zimmer honors Jóhann Jóhannsson – oder so ähnlich. Aber neue Sequenzen kommen nicht.

Kinostart: 06. Juni 2019

Original Title: X-Men: Dark Phoenix
Length: 114 Min.
Rated: FSK 12