Tag: Juliette Binoche

High Life

High Life - Kinoplakat
© 2019 Pandora Film GmbH & Co. Verleih KG

Robert Pattinson hat u.a. eine Sache richtig gemacht: Bekannt werden in einer Blockbuster-Reihe und danach ins Arthouse-Kino abtauchen und dort eine Größe bleiben!

Wahrhaftig ist jeder Film von ihm mehr oder weniger eine Insider-Perle geworden und seine Rollen darin großartig. Er kümmert sich – und dafür bewundere ich ihn – so überhaupt nicht darum, wieder in reißerische Massenproduktionen zu rutschen, sondern gibt sich erstaunlicherweise mit dieser Art Film so in sich zufrieden, dass es aufs Publikum überströmt und man als Gast im Kino mit sich selbst im Reinen ist, wenn man aus einem seiner Werke wieder ans Tageslicht tritt.

High Life hat bereits bei diversen Filmfestivals für erhöhtes Aufmerksamkeitsaufkommen gesorgt und wurde überall rauf und runter gespielt – und landet nun eben auch im regulären Kino. Die Sparte: Mein vielzitiertes SciFi.

Das bedeutet aber nicht einfach, dass hier irgendwo Weltraum und Sterne und Raumschiff und fertig vorhanden sind, sondern der Film als solches ist ein Produkt, dass sich nahezu schon als Stanley Kubrick der Gegenwart bezeichnen lässt: Absolut eigen, absolut originell, absolut authentisch.

Man taucht sehr tief in die Weiten des Weltalls und damit auch in die Weiten der Nische ein und vollzieht eine abstrakte Reise im Kopf, die genau das wieder einmal nahe an die Vollkommenheit herausragender SciFi-Filme trägt, die man in den „guten alten Zeiten“ so gemocht hat.

Man hat viel Zeit, bei den ausdrucksstarken Bildern und dem oft nicht sofort selbsterklärenden Erzählstrang über Dinge nachzudenken, die Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen und sich über die Ungewöhnlichkeit zu wundern, die hier mit absolut präzisen, klaren und gleichzeitig total verwobenen und undurchsichtigen Bildern aufgezeigt wird.

Genau das macht in meinen Augen einen guten Science Fiction aus: Dass man sich als Zuschauer wundert, teilweise unbehaglich fühlt und am Ende irgendwie absolut fasziniert ist – denn dafür ist Weltall da.

Dieser Coup ist Claire Denis sehr gut gelungen, was ihren Film zu einem der besten SciFi-Streifen der Moderne macht, der auf jedem Register gesehener Filme stehen sollte.

Ein Stanley Kubrick der Gegenwart: Undurchsichtig, Vielschichtig, abgespaced und gleichzeitig tief in der Nische verwurzelt befriedigt High Life das unberührbare Verlangen, in fremde Welten abzutauchen und sich in der absurden Wahnvorstellung der Schwärze des Weltalls wiederzufinden.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht nicht abgewartet zu werden. Das Weltall ist dunkel und weit …

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: High Life
Length: 110 Min.
Rated: FSK 16


Zwischen den Zeilen (inkl. Gewinnspiel)

Zwischen den Zeilen - Filmplakat
© 2019 Alamodefilm

Hinweis: Unter dem Beitrag findet ihr ein Gewinnspiel, bei dem 2×2 Freikarten für den Film verlost werden.

Um Zwischen den Zeilen wirklich verstehen zu können, sollte man ihn am besten gleich zwei Mal anschauen. Das Thema ist äußerst brisant und eine viel diskutierte Frage, zu der dieses Meisterwerk an Sprach- und Literaturkunst gleich mehrfache Antworten gibt, die sich dabei an keiner der vorherigen Fallen aufhalten, sondern gezielt und unumwunden allen bekannten Hindernissen ausweichen und somit erfrischend anders sind, als man es bisher so kennt.

Hier geht es um Tradition. Und Erneuerung. Moderne. Und Klassik. Um die „Alten“ und das „Neue“. Und dabei wurde wirklich nichts ausgelassen, was der heutige Bürger sein Alltägliches nennt. Der Umfang ist wahrlich so reichhaltig, dass ich behaupten möchte, jede*r meiner Leser*innen wird sich hier irgendwo wiederfinden.

Und genau das tat mir ungemein gut: Eine geschundene Persönlichkeit, wenns um traditionelle Werte geht und man vehement moderne Technik ausgrenzen möchte – gleichermaßen jemand, der lieber zu Zeitung und Papier greift und den Digitalismus sich selbst überlässt. Zumindest zeitweise.

All die angesprochenen Problematiken hab ich persönlich bereits hinter mir und nächteweise darüber gegrübelt, wie ich nun meine ganz persönliche Zukunft diesbezüglich gestaltet sehen möchte.

Was Zwischen den Zeilen in meinen Augen auszeichnet, ist, dass der Film erstmal sich selbst absolut entspricht und extrem viel Material „zwischen den Zeilen“ liefert, sowohl was die Story und den Plot als auch die Entwicklung der Charaktere in der Geschichte angeht, als auch, was gewisse Grundsatzfragen bezüglich Literatur und Wort betrifft.

Genau da empfand ich die zweite Vorstellung als extrem hilfreich, weil man die Story diesmal dann „ausblenden“ konnte, um sich wirklich auf die Fakten zu konzentrieren, mit denen in diesem Streifen wahrlich nicht gegeizt wird: Die Konversationen prasseln in einer derart schnellen und gehaltvollen Intensität auf einen herunter, dass man sich wirklich konzentrieren sollte, wenn man den Saal betritt, und Zwischen den Zeilen definitiv nicht als gemütliches Beiwerk zum Abend betrachten.

Was mich ebenso begeistert hat, ist die wunderbar blumige Vielfalt an vertretenen Meinungen, die immer wieder herrschaftlich ausgebreitet und dem Zuschauer damit als offene Diskussionswiese mitgegeben werden: Man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt, dass die Macher es allen Recht machen wollten, sondern findet sich vielmehr in einer aktiven, von Diversität geprägten und verbalkonzentrierten Unterredung, in der solche Probleme angesprochen und mit starken Argumenten pro und contra vertreten werden.

Worauf ich Bock hätte: Diskussionsrunden nach diesem Film. Doch dafür müsst ihr ihn erstmal gesehen haben – und das geht am besten mit dem

Gewinnspiel

Zwischen den Zeilen - Freikarten
© Layout & Gestaltung der Freikarten by Alamodefilm

Alamodefilm hat für meine Leser*innen ein ganz besonderes Angebot: Mir wurden 2×2 Freitickets für den Film überlassen, die ich hiermit an euch weiter verlosen darf.

Diese können von dem/der Gewinner*in bis einschließlich 7. Juli 2019 in allen einsetzenden Kinos – ausgenommen der CineStar-Gruppe sowie Einzelhäuser – eingesetzt werden.

Was ihr dafür tun müsst?

Kommentiert bis einschließlich Montag, 10. Juni 2019 unter diesem Beitrag, ob ihr gerne lest und welches bisher euer liebstes Buch war.

Vergesst dabei nicht, eine gültige E-Mail-Adresse anzugeben, unter der ich euch erreichen kann, um eure Adressdaten abzufragen, damit ich euch die Karten im Gewinnfall auch zuschicken kann.

Diese Daten werden selbstverständlich nur zum Versand verwendet und anschließend wieder gelöscht.

Weiterhin gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspiel-Bedingungen: Keine Barauszahlung, keine Doppeleinträge und ähnliches sowie kein Anrecht auf den Gewinn. Der oder die Gewinner*in wird von mir persönlich nach randomisiertem Zufallsverfahren ausgelost und anschließend via E-Mail benachrichtigt.

Nun drücke ich euch die Daumen, wünsche viel Glück und: Watch your inbox 😉

Unglaublich gehaltvolles, inhaltsreiches und wortgewandtes Duell verschiedenster Positionen in einer durchtriebenen Geschichte, die ihren Höhepunkt in häufig auftretenden Konversationen findet, die volle Aufmerksamkeit erfordern und den suchenden Geist immens erfreuen.

Nachspann: 🔘⚪️⚪️ | Fängt bebildert an, braucht aber nicht abgewartet zu werden, nach der Schwarzblende kommen keine weiteren grafischen oder verbalen Impressionen.

Kinostart: 6. Juni 2019

Original Title: Doubles Vies
Length: 107 Min.
Rated: FSK 6