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A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando

Toy Story 4 - Filmplakat
© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Saftige 24 Jahre ist’s her, dass Regisseur John Lasseter für Pixar ein unsterbliches Werk der Filmgeschichte zauberte, von dem bis heute die Kinder zehren.

Vier Jahre später (unfassbar lange für die heutige Massenproduktion) verfasste man dann die Fortsetzung, ganze 11 Jahre (!) dauerte es erneut bis zu Teil 3 und weitere 9 Jahre sollten ins Land ziehen, damit am heutigen Tag endlich Teil 4 das Licht der Welt erblickt und auf den Kinoleinwänden die Zuschauer begeistert.

Was das alles bedeutet?

Nunja, Filme werden immer dann schlecht, wenn zwischen den Fortsetzungen maximal 12 Monate liegen … denn in dieser Phase lässt sich nichts so ausgereift durchwurschteln, dass wirklich Kreativität und Geist sprudeln und Macher auch mit Freiräumen beschenkt werden können, damit die Filme tatsächlich etwas taugen.

Gleichermaßen bedeutet es fast immer automatisch: Liegen so immens große Zeiträume zwischen den einzelnen Veröffentlichungen, garantiert das nahezu, dass der aktuelle Schinken grandios wird.

Exakt das ist mit Toy Story 4 (diesmal haben die Amis den mieseren Titel von beiden) passiert: Der Film ist viel zu geil, um ihn an die Kinder zu verschenken!

Ich war Mitte März diesen Jahres bereits zu einer Footage-Präsentation des kommenden Toy Story zum Frühstück im Kino geladen, wo uns u.a. der Entstehungsprozess von Disney vorgestellt wurde und Oscar®-Preisträger sowie Produzent Jonas Rivera jede Menge Spannendes aus dem Nähkästchen erzählte.

Glaubt mir, es fiel extrem schwer, solange den Rand zu halten, um nun endlich an alle Welt hinauszuschreien: Er ist fertig, er ist auf der Leinwand und ihr dürft ihn endlich in allen Formen und Varianten genießen und euch immer wieder reinziehen: Toy Story 4 – der geilste Film dieser Reihe!

Im Ernst? Schickt eure Kinder ins Bett, legt euch Wein und Sekt parat, schlagt die Beine übereinander und genießt die Bauchlachkrämpfe, zu denen euch dieser Streifen zwingen wird! Es wird brutal geil und enthält sowas von freakige, spaßige und intensive Momente, dass mir manchmal wahrhafte Zweifel kommen, inwieweit das wirklich noch für Kinder geeignet ist.

Toy Story ist erwachsen geworden“ zu sagen wäre fad, aber irgendwie ist er aus der Baby-Kinder-Youth-Schiene tatsächlich raus und ein immenses Vorbild nicht nur in technischer Hinsicht: Die Natürlichkeit der Szenen ist atemberaubend, die Animationen technisch an absolut vorderster Front, der Cast VIP-mächtig bis oben hin, die Erfolgsgarantie von Pixar macht auch hiervor keinen Halt und das, was man zu sehen bekommt, begeistert absolut alle – nicht etwa „nur die Kids“.

Also bringt eure Kinder zu Bett, geht in die Stadt, besorgt euch Tickets und dann genießt die Show. Mit den Kids könnt ihr danach nochmal rein – ihr wollt ihn sowieso mindestens 2x sehen! :))

Megamäßig gut – der beste Teil der Reihe und die unglaublich lange Produktionsphase lässt wieder einen Garantieschein im Schaufenster stehen, der aus diesem Ding erneut einen ungeheuren Erfolg machen wird: Der Humor toppt alles und irgendwie stellt sich die Frage: „Ist das wirklich für Kinder oder eher für Erwachsene gemacht?“ – Ich denke eher letzteres. Definitiv ansehen!

Nachspann: ⚪️🔘🔘 | Unbedingt sitzen bleiben – bis ganz zum Schluss, denn es wird noch 2x witzig nachgelegt!

Kinostart: 15. August 2019

Original Title: Toy Story 4
Length: 100 Min.
Rated: FSK 0


John Wick: Kapitel 3

John Wick: Kapitel 3 - Parabellum - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Das Timing

John Wick: Chapter 3 – Parabellum wurde mir bereits vor einiger Zeit in meiner Lieblingsversion (OV) von der Presse vor die Nase gesetzt und ich hätte euch davon erzählen sollen und hab‘s nicht getan.

Aus gutem Grund. Ich fand den Film nämlich absolut scheiße. Er kam definitiv nicht rüber, wirkte in die Länge gezogen, stupide, einfallslos und mittelmäßig.

Und eigentlich kennen wir John Wick ganz anders.

Immerhin ist das hier auch nicht mehr im „normalen Rezensionsbereich“, sondern? – Yes – Dolby Cinema™ – und genau da hab ich ihn mir auch kürzlich nochmal angeschaut. Für Geld.

Um eines vorweg zu nehmen: Das wird mit Filmen, die dort gezeigt werden, in Zukunft jetzt öfters so passieren: Späte Rezensionen, teilweise nach Kinostart, dafür aber auf dem Level, von dem ich euch hier bereits vorgeschwärmt habe.

Einzige Chance, das eher zu publizieren? Die Pressevorführungen davon waren im Dolby Cinema™ und ich konnte mir so bereits die finale High-End-Fassung zu Gemüte führen und brauch darum nicht mehr drauf warten.

Ich denke, davon haben letztendlich alle etwas, denn: Dolby Cinema™ ist für mich das neue Maß aller Dinge und eigentlich die alternativlose Option, Kino tatsächlich zu leben. Und genau das ist mein Mindestanspruch.

Dolby Vision™

Die John Wick-Filme leben vom visuellen Anspruch. Hier geht’s nicht um Story, eine breitgefächerte Anzahl an Charakteren mit tieferen Psycho-Profilen oder grandiose Twists, sondern es geht um Augenficks.

Visuelles Bombardement mit prächtigen Farben, viel schwarz und enorm detailreichen Shots, die einfach eine Augenweide darstellen und den Zuschauer optisch absolut verwöhnen.

Genau das liefern die Regisseure auch, nur die Kinos drumrum können da nicht mithalten – und genau da haut Dolby Cinema™ voll rein, bringt es auf den Punkt und liefert somit doch genügend Gründe, sich den Film im Kino anzusehen, denn: Auf einmal ist er affenscharf und einfach geil. Die Seele ist wieder da und pumpt sich durch den Raum in eure Sinnesorgane rein.

Gerade im Schlussakt sind dermaßen geile Szenen aufgebaut worden, die tatsächlich das ganze Equipment der Dolby-Generation zum Zittern bringen und das volle Potenzial davon ausschöpfen – und das begeistert hier dann auch richtig.

Im vorherigen Kino dachte ich an der Stelle nur: „Naja, sieht ganz okay aus, sollte wohl optisch beeindrucken, aber naja“.

Und im Dolby Cinema™? „Fuck, das sieht wirklich richtig heiß aus!“

Dolby Atmos™

Doch der Hauptgrund, weshalb ihr euch den Streifen im Dolby Cinema™ – und zwar nur hier – anschauen solltet, ist Dolby Atmos™.

Kinder? Lasst mich kurz ausholen!

Eine der inflationärsten Soundeffekte im Kino ist der Schuss aus einer Pistole, right?

Ich weiß nicht, ob die Zahl überhaupt existiert, wieviele Schüsse bereits durch meine Ohren geklungen sind im Laufe meines bis dato recht kurzen Lebens. Sprich: Man hat sich längst daran gewöhnt. Es ist normal geworden. Langweilig möchte man fast schon sagen.

Um in dieser Riege zu beeindrucken, vermochte man irgendwelche abnormen Waffengeschosse aufzufahren, die mit derartiger Ballerwucht und Exklusivität auch auf dem Waffenmarkt daherkommen, dass der Rumms des Sounds dann tatsächlich wieder etwas begeisterungsfähiger war.

Wisst ihr was?

Wir haben jetzt ne Superlative, die selbst aus den billigsten Scheißwaffen wieder grandiose Erfahrungen generiert: Dolby Cinema™!

Ohne scheiß, ihr hockt im Kino und werdet live erschossen! Kann nicht sein?

Ich sags euch: Jede verfluchte Kugel findet durch Schallwellen den Weg durch euren Körper. Wird ihm in den Magen geschossen, spürt ihr es in eurem Magen und zuckt leicht zusammen, weil der ganz normale Knall einer stinklangweiligen Pistole auf einmal zur Erfahrung wird.

Wie die das machen? Kein Plan.

Ist es geil? Aber sowas von! Alter – ich hab keine größeren Waffen gebraucht, um begeistert zu sein … aber sie werden geliefert!

Und auf einmal fickt dich John Wick: Kapitel 3 sowas von – und zwar nicht nur ins Hirn, deine Hörorgane und Augen, sondern dein ganzer Körper wird zu einer extremen Erfahrung, von der du am Ende einfach nur berauscht und begeistert bist.

Und ich verspreche euch: KEIN anderes Kino (und ja, ich hab alle Kategorien in meinem Leben inzwischen ausreichend oft erlebt und gesehen) kann euch diese Erfahrung auch nur annähernd so vermitteln, wie dieses Paradies von Kino!

Auf einmal ist der Film in seiner optischen und akustischen Variante genau so, wie die Macher ihn geplant haben und auf einmal beeindruckt er auch aus allen Rohren und lässt vergessen, dass hier eigentlich gar keine Handlung da ist, sondern es wirklich nur um die technischen Features geht – eben genau das, wofür wir John Wick schon die ganze Zeit geliebt haben.

Und damit wird’s ein spektakulärer Abend. Versprochen!

FSK 18

Und noch eine erfreuliche Botschaft: John Wick: Kapitel 3 beweist, dass auch Filme mit FSK 18-Rating im Kino bestehen können und Geld einspielen.

Lockte der erste Teil 2015 am Startwochenende noch 142.000 Besucher in die Kinos, schaffte Teil 2 es 2017 inzwischen auf 228.000 Besucher, die der dritte Part nun mit 24% Auftrieb und 285.000 Besuchern mit einem Umsatz von 2.746.000 € in 550 Kinos nach diesem Wochenende verzeichnet. Bestes Einspielergebnis des Startwochenendes der gesamten Reihe.

Klares Signal an DC, endlich das Universum etwas düsterer zu gestalten? Die Kundschaft wäre da…

Entfaltet seine Seele erst im Dolby Cinema™ und braucht theoretisch nirgendwo anders angeschaut zu werden: Nur hier zählt er zu den besten John Wick-Teilen, die es bisher gab und löst volle Begeisterung aus. Durch die essentielle Sucht nach visueller und akustischer Explosivität benötigt man heutzutage dann auch das richtige technische Equipment, um diesem Anspruch gerecht zu werden und nicht einfach nur ein billiger Abklatsch zu sein, der in vielen Kinos Deutschlands wohl geliefert werden wird. Große Leinwand, monströser Sound (nichts unter Dolby Atmos™ bitte!) und am besten eben in meinem zu Hause: Dolby Cinema™!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, wenn man den Sound nicht hören möchte: Hier folgt kein weiterer Einsatz.

Kinostart: 23. Mai 2019

Original Title: John Wick: Chapter 3 – Parabellum
Length: 131 Min.
Rated: FSK 18