Tag: lesbisch

Kase-san and Morning Glories

Screenshot Kase-san and Morning Glories
© 2020 Kazé

Dass sich die Filme hierzulande in Sachen kulturellen Eigenschaften nahezu alle gleichen, ist ja kein Geheimnis. Auch wenn es von Land zu Land kleine Unterschiede gibt: Im Großen und Ganzen bewegt man sich mit geringen Abweichungen auf dem selben Level. Und dabei ist es auch egal, ob man über den großen Teich schaut oder sich im europäischen Raum bewegt: Ja, die einen können bessere Plots, die anderen besseres CGI, von der Art der Herstellungsweise benutzen aber alle irgendwo die selben Mittel.

Auf unserer Erde gibt es da eine riesige Ausnahme: Japan. Die Filme dieses Landes sind ein Genre, das so weit weg allem Europäischen oder Amerikanischen ist, dass ein Vergleich nahezu ausgeschlossen ist.

Auch über die Filme hinaus lassen sich die Animes nicht auf anderes Kulturgut ein: Auch in gezeichneten Werken kann man sich nicht mit „Comics“ hierzulande messen, sondern hat mit Manga eben auch einen unverkennbaren Stil geschaffen. Und nicht nur das: Um die Sache vollkommen abzurunden, finden sich auch in den Tonspuren keine vergleichbaren Elemente mehr, sondern selbst die japanische Musik ist etwas völlig eigenständiges.

Dass dann in den Plots oftmals noch völlig schrille Ideen und diverse Verrücktheiten angenommen und umgesetzt werden, entfernt selbst die Inhalte noch von allem, was wir hierzulande als „normal“ bezeichnen würden.

Umso mehr Spaß macht es mir, mich immer wieder mal in diese völlig fremde Kultur niederzulassen und einen Anime im Kino zu bestaunen, weil’s eben etwas völlig anderes ist.

Kase-san and Morning Glories wurde kürzlich im Rahmen einer Girls Love Anime Night in den Kinos gezeigt.

Wer an dieser Stelle an romantische Schnulzenopern denkt, liegt völlig falsch: Mit dem üblichen Anime-Biss und japanischer Ausgefuchstheit bezieht man einmal mehr Stellung und kümmert sich um gleichgeschlechtliche Liebe. Und das in so einer wunderbaren und liebevollen Atmosphäre, dass man sich auch als Kerl darin wunderbar aufgehoben fühlt.

Sehr zu empfehlen (bei Animes übrigens grundsätzlich) ist es, die Streifen im Original mit Untertiteln anzusehen, denn auch die Sprechweise von japanischer Filmkost geht weit über das hinaus, was sich z.B. Deutsche in der Öffentlichkeit trauen würden.

Insofern hatte man hier die Chance, sich einen Abend lang mit dem Thema Girls Love auf sehr gemütliche und unterhaltsame Weise auseinanderzusetzen.

Animes haben generell einen unfassbar anziehenden Charme und beleben die inneren Gefühle eines Menschen auf einzigartige Art und Weise – hier mit einem soliden Titel über Girls Love, mit der bekannten Witzigkeit und umfassend berührenden Elementen.

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Grundsätzlich: Bei Animes immer hocken bleiben. Die hören selten beim „Schluss“ auf.

Kinostart: 25. August 2020
Heimkino-Start: 1. Oktober 2020

Original Title: Asagao to Kase-san
Length: 58 Min.
Rated: FSK 0

Diesen Film kaufen auf:
Prime Video: (folgt in Kürze)
Bluray: (folgt in Kürze)
DVD: (folgt in Kürze)
Manga: https://amzn.to/2ZtzLaY


Porträt einer jungen Frau in Flammen

© 2020 Alamodefilm

Hinweis in eigener Sache:

Corona hat uns in Teilen in unsere Wohnzimmer verbannt und dazu verdammt, den Leinwänden für die Dauer des Lockdowns den Rücken zuzukehren. Das hat dazu geführt, dass einige Titel nicht mehr im Kino angesehen werden konnten bzw. sorgt aktuell immer noch dafür, dass vieles das Licht der Leinwand gar nicht erst erblickt.

Außerdem ist es seit jeher Gang und Gebe, die Filme nach einem gewissen Zeitraum auch online auf VoD-Portalen sowie auf Blu-ray und DVD anzubieten. Da habt ihr ab sofort die Möglichkeit, .kinoticket-blog.de aktiv zu unterstützen, indem ihr eure Käufe über die jeweiligen Links am Ende jedes Beitrags tätigt. Dadurch helft ihr dabei, dieses Blog am Leben zu erhalten, da ich als Amazon-Partner an qualifizierten Verkäufen verdiene.

Es wäre toll, wenn ihr diese Chance in Zukunft häufig nutzt, denn damit ist im Endeffekt allen geholfen. Vielen Dank schon mal an dieser Stelle.

Und nun zum Film: Der ging bereits vor dem wirtschaftlichen Kollaps auf die Leinwände und wurde von mir nicht mehr rechtzeitig rezensiert, da ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits in meiner Krankenphase befunden und keine Kritiken veröffentlicht habe. Da er momentan aber z.B. über Amazon Prime Video abrufbar ist, dachte ich, arbeiten wir nun die Warteliste ein wenig ab.

Wer sich nicht zu viel Spannung aus dem relativ unaufgeregten Plot herausnehmen möchte, sollte einen Bogen um den Trailer machen, der andererseits aber wiederum sehr gut das Wesen dieses Films zum Besten gibt. Nicht umsonst ist Porträt einer jungen Frau in Flammen ein gefeierter Insider bei Arthouse-Fans und bekommt zu Recht genügend Aufmerksamkeit zugespielt.

Noémie Merlant und Adèle Haenel vertiefen sich hier in die verflochtenen Entdeckungen des gegenspielerischen Charakters, wobei sich die beiden immer mehr aneinander annähern und dabei die tiefen Tiefen menschlicher Empfindungen entdecken und auf eine sehr stilvolle und ambient-lastige Weise zelebrieren.

Man spürt sehr deutlich, welche schöpferische Kraft hier der Kunst zugesprochen wird und feiert diese Form der Weltwahrnehmung durch sensationell ausgestaltete Kameraeinstellungen und sehr gesichtsbezogene Darstellung. Dabei steht kaum im Weg, dass die Abhandlungen bereits einige Jahrhunderte in der Vergangenheit liegen, denn das schafft Platz, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können und ermöglicht dem Zuschauer, die Szenerie frei von politischen und modernen Einflüssen zu genießen.

Die prekäre Schärfe und kantige Art, die von beiden hierbei auf die Leinwand gebracht wird, ist zu Recht preisverdächtig und wurde in Cannes bereits in Form des besten Drehbuchs ausgezeichnet.

Hier zeigt sich einmal mehr, dass es doch möglich ist, ein sensationelles Drehbuch zu verfassen, eine Gabe, die ich in unserem Land noch schmerzlich vermisse.

Definitiv mitnehmen, wahrlich prachtvolle Inszenierung einer unglaublichen Annäherung in einem Metier, das wohl keiner aus seinem Alltag kennen dürfte.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 31. Oktober 2019

Original Title: Portrait de la jeune fille en feu
Length: 122 Min.
Rated: FSK 12

Diesen Film kaufen auf:
Prime Video: https://amzn.to/3hLLc4L
Bluray: https://amzn.to/2Zje2Cj
DVD: https://amzn.to/35eNaav