Tag: Monster

Short Critics: Dem Horizont so nah – 47 Meters Down: Uncaged – Bruder Schwester Herz – Ronny & Klaid – Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Und was gibt’s sonst noch in dieser Woche?
© 2020 https://www.kinoticket-blog.de

Dem Horizont so nah

Dem Horizont so nah - Filmplakat
© 2019 StudioCanal

Die Befürchtungen des Publikums sind groß: Der Film braucht seine 10 Minuten, um in die deutsche Sprache reinzukommen, verblüfft dann aber mit extrem direkter Ehrlichkeit und spricht alles offen an, was man als denkender Zuschauer eigentlich braucht, um nicht in der Durchschnittsfilmdummheit gefangen zu werden.

Damit catcht der Film viel mehr, als mit der Angst vor „Oh weia, Deutsch!“. 14jährige kriegt man mit dem Thema immer, Aufklärung über gewisse Krankheiten gibt’s obendrauf und am Ende ist es grandios, weil man vom Inhalt gefangen genommen wird und eben richtig durchgeschleudert. Blaue Augen-Schümann inklusive – Top!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Dem Horizont so nah
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12

47 Meters Down: Uncaged

47 Meters Down - Uncaged - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

Augen-Gourmet! Die Macher an den Kameras haben einfach begriffen, was es braucht, um im Kino von der Leinwand herab so richtig verwöhnt zu werden: Bombe!

Dass das schon ein zweiter Teil ist, man sich solche Filme besser als 23 Uhr zu Hause-Horror-Kino anschaut – drauf geschissen! Die Aufnahmen sind viel zu geil, um sie nicht auf der großen Leinwand bestaunen zu können.

Dass die Ladies allesamt ein wenig „schreihaft“ sind, mag manch einer nicht so ganz verkraften, der Twist kommt aber prompt und macht dann auch wieder richtig Laune.

Wenn man damit klar kommt, dass das eben gewollte B-Movie-Production ist: Spitzenmäßig. Und noch ein Lob: Die Charaktereinführung! In so einem Metier bisher ungesehen!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht’s nicht abzuwarten, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: 47 Meters Down: Uncaged
Length: 91 Min.
Rated: FSK 12

Bruder Schwester Herz

Bruder Schwester Herz - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Ein seltsamer Film, ein seltsamer Einstieg, eine seltsame Gefangennahme: Ganz ehrlich? Ich würde ihn mir gerne nochmal ansehen und werde ihn mir vielleicht sogar fürs Heimkino zulegen.

So etwas Verrücktes sieht man echt selten. Dabei dann aber eine Authentizität vom Stapel zu lassen, die dermaßen in das Metier eintaucht und hier von sich Reden macht – erlebt man genauso selten. Und am Ende schließt man diejenigen schon irgendwo in sein Herz … auch wenn das Filmende genauso verwirrend ist, wie sein Anfang.

Gehört wohl einfach so. Trotz allem sehenswert.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Bruder Schwester Herz
Length: 105 Min.
Rated: FSK 6

Ronny & Klaid

Ronny & Klaid - Filmplakat
© 2019 Studio Hamburg Enterprise GmbH

Erkan & Stefan kennt man? Dann auch das Niveau dieses Films. Wenn auch nicht so „blöde“ wie damals. Aber trotzdem bescheuert. Und irgendwie auch genial, wenn man auf lokal-konzentrischen Humor steht und dabei ganz viel Liebe für die Berliner Weltoffenheit übrig hat.

Ist bei mir der Fall – darum mochte ich den Film auch, trotz seiner Idiotie, die aus allen Ecken schreit. Man darf’s eben alles nicht so ernst nehmen 😉

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Kommt nix – rausgehen erlaubt. Spätis haben noch geöffnet 😉

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Ronny & Klaid
Length: 114 Min.
Rated: FSK 6

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Everest - Ein Yeti will hoch hinaus - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Das Volk weint – ich irgendwie nicht. Der Film ist anrührend, in meinen Augen nicht wirklich spitze animiert, hebt aber fremde Kulturen hervor und entführt damit in fremde Welten.

Ist okay, hat mich persönlich aber nicht wirklich abgeholt. Auf Twitter liest man aber hier und da, dass die Erwachsenen (!) Tränen in den Augen hatten. I don’t know why.

Business as usual – nichts besonderes, aber eben auch kein Schund. Irgendwas zwischendrin. Darf man mitnehmen – muss man aber nicht.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Sitzenbleiben. Bis ganz zum Schluss. Wenn schon, denn schon.

Kinostart: 26. September 2019

Original Title: Abominable
Length: 97 Min.
Rated: FSK 6


ES Kapitel 2

ES - Kapitel 2 - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Ent.

Erinnern wir uns mal zurück ans Fantasy Filmfest, auf dem ES als Eröffnungsfilm gezeigt wurde. Jeder, der das damals aktiv mitbekommen hat und sich hinterher auch noch ein, zwei mal in die Kinos verirrte, sagt heute: „Es gab ES und es gab das Fantasy Film Fest.“

Ja, der Film schlug mit einer so dermaßen großen Wucht ein, dass er nicht nur im Horrorsektor Rekorde aufstellte und bis heute als erfolgreichster Horrorfilm ever gilt, sondern man hatte das Gefühl, ein überdimensionaler Knüppel würde auf eine auf dem Wasser schwimmende Holzmohle runterpreschen, die komplette Mohle versenken und diese vor Ende des Filmfests nicht mehr auftauchen lassen, so hart war der Schlag.

Und tatsächlich: ES hat es zu internationalem Ruhm geschafft und steht heute (hoffentlich) in vielen Wohnzimmern: Der Film ist grandios!

Nun kommt die heiß ersehnte Fortsetzung und alle Angsthäschen rennen schon seit Wochen schreiend und wild durcheinander und fürchten sich vor „Kommste mit ins Kino“-Einladungen.

Vorab: Ich stehe beim Schreiben dieser Rezension kurz vor meinem Double Feature-Besuch im Dolby Cinema™ – oder besser gesagt: genieße einen Kaffee für die bevorstehende 5-stündige Filmschlacht in dem guten Glauben daran: Ich kann danach zufrieden abdanken, denn ich habe alles im Leben erreicht, was es zu erreichen gibt!

Kinder? Das ist die absolute Wucht!

Ja, ich habe Teil 2 bereits vor ungefähr einer Woche in der Pressevorführung gesehen und als altgedienter Deadpool-Fan fiel es mir niemals schwerer, vorab meine Klappe zu halten, um nicht gegen die Embargo-Vorschriften zu verstoßen. Time has come – wir stehen vor der epischsten Schlacht, die Kino in unserer Generation jemals erlebt hat.

Wer damals den ersten Teil gesehen (oder wie ich: verschlungen!) hat, weiß eigentlich schon, worauf er sich ungefähr einlässt: Die Elemente von ES sind klar definiert. Alle Jumpscares wurden der Welt bereits vorgeführt und das „Horror“ in dieser kleinen Erzählung klar definiert.

Ja, und ich liebe es. Abgöttisch.

Man weiß allerdings auch, dass ich ne Meise für Horrormovies mit mir führe und das ängstigt die Leute im Vorfeld noch viel mehr. Dabei wartet ES Kapitel 2 eigentlich gar nicht so hart wie im ersten Teil mit Horrorfeatures auf – und genau das ärgert meine Feuilleton-Jugendblockbuster-Verächter wieder zunehmends: „Das ist ja gar kein Horror.“

Nein, irgendwie nicht.

Und genau das ist groß an dem Film – so groß, dass ich heute glaube, es wird zu unseren Lebzeiten in unserer Generation nie wieder (!!!) so etwas geben.

Das fängt schon beim Buch an. Allein der Kult um das Buch im Vorfeld ist schon so unglaublich entartet, dass selbst Stephen King-Hasser den Titel kennen und wissen, dass er von ihm ist. Es wäre unmöglich, nochmals so ein Meisterwerk zu verfassen. Selbst wenn King sich höchstpersönlich hinsetzen und Teil 3 produzieren würde, wirkte es als warmer Aufguss und das trotzige Unterfangen, nicht damit aufhören zu wollen bzw. hätte den tödlichen Beigeschmack von „Ich will damit unbedingt nochmal Geld machen“. Die Zeit des Kults ist längst gereift und lässt sich nie wieder so herstellen.

Dann kommen die ganzen „Ich kenne die alte Verfilmung“-Filmknower dazu. Leute? NEIN!

Das dürft ihr bei Friedhof der Kuscheltiere meintwegen machen, vergleichen, und selbst da war es schon insofern schwachsinnig, als dass heute eine völlig andere Zeit ist, in der man Filme einfach ganz neu definiert auf die Leinwand bringen und somit komplett frisch erschaffen kann.

Das dürft ihr auch bei allen anderen Werken machen – bei ES allerdings: NEIN! Der alte Film hat mit dem neuen absolut nichts zu tun. Wirklich nicht. Das ist völlig neues, anderes, komplett authentisches und echtes Originalkino, dass es so noch nicht gegeben hat. Das „Remake“ ist nicht besser oder schlechter oder unnötig oder „hierPhraseeinfügen“, sondern hat Kino auf ein völlig neues Level gehoben, mit dem diese Generation aufwächst und das Entertainment neu schöpft.

Und dabei haben Andy Muschietti und sein Team etwas gemacht, das sie vielleicht selbst gar nicht bemerkt haben: Alles richtig!

Der Cast: Großartig besetzt und nicht „dahingeschliffen“, sondern so altern gelassen, wie man sich das vorstellt. Ganz ehrlich? Besser hätte man es nicht casten können. Dass sich die Kids ihre erwachsenen Pendants selbst wünschen durften und diese Anfragen größtenteils bejaht wurden, war also nur einer von vielen richtigen Schritten bis zur finalen Produktion.

Die Explosion des Horrors, den viele befürchteten und die u.a. die Saw-Reihe komplett zerstört hat, blieb auch aus, stattdessen hat man auf einer höheren Dimension verstanden, das Bild dieser Zeit genussvoll einzufangen und dem Zuschauer offen vor Augen zu halten, was sich hinter den Kulissen der Welt gerade abspielt.

Hier kommt wieder der Kult ins Spiel: Das Übersinnliche, das Fantastische, dem sich ES Chapter Two vollends verschrieben hat: Es ist eine unglaublich ausgeschmückte, detailreiche Geschichte, die auf vielen Ebenen der Psyche spielt und die den Zuschauer in eine komplett andere Welt entführt, die einen vergessen lässt, dass es ein „hier und jetzt“ gibt. Alles andere sind nur Geschichten – das hier ist ein Meisterwerk, vor dem ich ewig knien und es anbeten werde.

Danke, dass ihr das in meiner Generation erschaffen habt und ich die Chance hatte, diesen freakigen Abend mit vielen begeisterten ES-Fans im Dolby Cinema™ zu feiern: Es hat mein Leben unglaublich bereichert!

Dolby Vision™
Wie erwartet zieht man auch hier wieder die Stärken aus dem Bildbereich heraus und vergisst dabei aber nicht, dass es in den 80er Jahren technisch noch nicht soweit war: Diese Szenen sind künstlich gekörnt und verlassen ihre treue Schiene von „mieser Schrift“ ebenfalls nicht, so dass ein authentisches Bild aus den Originalen der Zeit generiert wird.

Das Finale strotzt vor Farbenpracht und man weiß wieder, warum man genau dieses Kino gewählt hat.

Dolby Atmos™
Unschlagbar und alternativlos: So etwas funktioniert nur im richtigen Dolby: Auch wenn viele Szenen frontlastig sind und man dafür nicht zwingend hier rein müsste: Die Action kracht rund um einen herum und wenns am Ende wirklich donnerhaft-heiß hergeht, weiß man wieder: 60.000 Watt Leistung in den Boxen lassen sich eben nicht einfach so leugnen, sondern trumpfen über alle anderen Säle dieser Erdkugel auf.

Ich jammer nicht, sondern fühl mich zutiefst verstanden von der Art, wie diese Fortsetzung ins epische Finale mündet: Der übernatürliche Blick ins Fantastische und das Zelebrieren von illustrer Bosheit und grandioser Zerfetzerwut verstört hier so manchen, der sich im richtigen Kino auf dieses Spiel einlässt. Etwas wie dies werden wir nie wieder erleben!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Der härteste Abspann aller Zeiten, wenn einem bewusst wird: Hier kommt jetzt nichts mehr. Keine Folgeszene. Und kein so verdammt guter Film. Nie wieder!

Kinostart: 05. September 2019

Original Title: IT Chapter Two
Length: 165 Min.
Rated: FSK 16


Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer

Mister Link - Filmplakat
© 2019 Entertainment One Germany GmbH

Auf dem Plakat macht das Aussehen der Figuren womöglich erstmal einen gewöhnungsbedürftigen Eindruck, jedoch sollte man sich nicht vorschnell davon abwenden: Dieser Film hat’s nämlich in sich!

Die Story entpuppt sich zu Recht als Prädikat besonders wertvoll-ausgezeichnet, denn hier ergreift man einmal mehr sehr liebevoll und packend die Herzen von jung und alt und trifft auf Leinwandfiguren, die sich sehr schnell den Weg in die warme Seele der Zuschauer erobern.

Diese Andersartigkeit, die in vielen anderen Filmen fremdartig wirken sollte, wird hier vollkommen neu umgesetzt und zeigt sich durch einen erfrischend anderen Erzählstil von einer ganz neuen Seite.

Somit erntet man relativ früh bereits unzählige Sympathiepunkte beim Zuschauer und hat damit die Möglichkeit, während des Films vollständig in eine neue Welt abzutauchen und den Film bis zur letzten Minute hin zu genießen!

Das wahrlich spannende an der ganzen Sache ist jedoch oft hinter den Kulissen versteckt: Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer wurde in der sogenannten Stop-Motion-Technik gedreht – sprich: Jede Szene wurde mit Puppen bewegt, fotografiert und somit Bild für Bild aneinander gesetzt, so dass der Eindruck von Bewegung entsteht.

Doch damit nicht genug: Ich kann euch mit Fun Facts erschlagen…

  • Für Mister Link wurden die Puppen nicht – wie üblich – ein Fünftel bis ein Sechstel der echten Größe von Menschen nachgebaut, sondern um 20% kleiner gestaltet: Damit war es möglich, auch die Kulissen kleiner zu machen, um die Arbeit ein wenig zu reduzieren.
  • Der Elefant im Film wiegt ungefähr 16 kg, verfügt über komplett unabhängig bewegbare Zehen und ist das einzige Tier, dass für diese Rolle beim Dreh verwendet wurde: Es gab also keine „Puppen-Doubles“.
  • Mister Link ist die schwerste Hauptfigur, die von LAIKA Entertainment jemals zum Einsatz gebracht wurde.
  • Die Kutsche beanspruchte 180 einzeln aufgehängte und bewegungskontrollierte Quasten. Sitze, Vorhänge und die Bewegung der Kutsche wurde durch 40 unabhängig voneinander operierende Motoren per Fernbedienung gesteuert.
  • Der Salonwagen hat keinen Boden, sondern das komplette Set wurde aufgehängt, damit die Puppenspieler von unten Zugang zu der Szene hatten.
  • Der Zug wurde durch rostig aussehende Klebestreifen auf den Schienen „gebremst“, da er sich zu geschmeidig bewegte.
  • Im Gegenzug dazu wurde das Schiff im Film nicht bewegt, da die Konstruktion zu groß und zu schwer war. Stattdessen bewegte man hier ein Kamera-Set um die Kulisse, die den Eindruck erzeugten, dass Schiff würde auf dem Ozean fahren.
  • Es gab mehr als 110 Sets und 65 unterschiedliche Drehorte.
  • Die Eisbrücke besteht aus 64 individuell geformten Eisblöcken, die unabhängig voneinander bedient werden konnten.
  • Die Karosse des Zugs war das größte Requisit, das im Film zum Einsatz kam.
  • Die Landschaften im Film entstanden aus Siebdruck- und laserbeschnittenem Kraftpackpapier, strukturierten Stoffen, Plastikperlen, Taschentüchern, Eisenbahnmaterial in Miniaturgröße, Ziegenhaar, Schaumstoffbällen sowie Schwarzlichtfarbe.
  • Die Bücher in Lionels Arbeitszimmer wurden – wie Zügel, Zaumzeug und Sättel der Pferde – aus echtem Leder mit traditionellen Techniken gefertigt.
  • Die Stop-Motion-Technik erforderte, dass für jede Sekunde Film insgesamt 24 Fotos gemacht wurden, zwischen denen die Figuren immer wieder ein winziges Stück bewegt wurden. So entstand ein Bild realer Bewegung.
  • Zu Spitzenzeiten befanden sich insgesamt 91 Teams beim Dreh im Einsatz.
  • LAIKA Entertainment besitzt 47 Motion-Control-Kamera-Vorrichtungen, von denen die älteste bereits aus dem Jahr 1928 stammt und seitdem von einem Effektstudio zum nächsten weitergereicht wurde.
  • Die Szene mit dem laufenden Elefanten macht im Film ungefähr 20 Sekunden aus und dauerte insgesamt 3 Monate, sie zu filmen.
  • Die VFX-Abteilung nutzte mehr als ein Petabyte – also eine Million Gigabyte – für die Speicherung des Materials.
  • Der Film benötigte insgesamt 112 Millionen Prozessorstunden, um als gesamtes Werk gerendert zu werden. Das wären mit einem PC 12.765 Jahre, um ihn fertigzustellen.

Und, habt ihr inzwischen ein bisschen Lust drauf bekommen, diesen tollen Film zu sehen?

Eine technische Meisterleistung, die nicht nur durch absolut verblüffende, technische Facts beeindruckt, sondern sich auch durch unglaublich sympathisch-andere Charaktere und einen tollen Plot von anderen Filmen absetzt.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Darf man getrost abwarten, hier folgt noch eine Kleinigkeit.

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Missing Link
Length: 94 Min.
Rated: FSK 6


Godzilla II: King of the Monsters

Godzilla 2: King of the Monsters - Filmplakat
© 2019 Warner Bros. Entertainment Inc.

Spätestens jetzt habt ihr einen Grund, eure Reise zum Dolby Cinema™ anzutreten, denn: Wenn es einen Film gibt, den man in diesem Kino gesehen haben sollte, dann den.

Wer sich die Mühe macht und mal in einschlägigen Film-Datenbanken nach Godzilla sucht, wird feststellen, dass die Welt förmlich überschwemmt von Angeboten dieser Art ist: Hunderte Movies, Serien, Universen aus Japan, die einen Klassiker von Moviemonster erschaffen haben, der es hierzulande scheinbar nie zu solch bühnenreifer Allgegenwärtigkeit geschafft hat, wie dort.

Genau das wird Godzilla II: King of the Monsters jetzt wohl ändern.

Wenn Amerika etwas kann, dann das: Groß, größer, noch größer, Actionschlachten, viel Gebrüll und wenig Inhalt, dafür aber auf die Fresse, dass alles um einen herum zittert und man förmlich in tosendem Gewüte untergeht.

Eine brachiale Schlacht der Superlative, die vor CGI nur so strotzt und genau das par excellence liefert – in einer nie da gewesenen Überwältigung.

Dolby Vision™

Godzilla II: King of the Monsters ist von natura schon so aufgebaut, dass nicht mit präziser Schärfe und Knalligkeit, sondern eher mit Staub, Wirbeln, Ungenauigkeit und einer gewissen Computerspiele-Vehemenz gearbeitet wird, die die Tierchen eben nicht in jahrelange Rechen-Exzesse schicken, sondern sich nicht allzu sehr mit grafischen Details aufhalten, immerhin ist am Ende sowieso alles im Arsch.

Das heißt jetzt nicht, dass hier mit Minecraft-ähnlichen Blöckchen-Miesepeter-Grafiken gearbeitet wurde, sondern einfach nur, dass es etwas neblig, regnerisch und generell „dusty“ in der Atmosphäre ist und man sich somit nicht all zu sehr auf oberkantige Linien konzentrieren musste, wie es z.B. bei Transformers oft der Fall war.

Und das heißt ebenfalls nicht, dass an irgendeiner Stelle die brachiale Gewalt in irgendeiner Form weniger beeindruckend wäre.

Und das Schwarz sieht im Dolby Cinema™ immer noch besser aus, als in anderen Kinos.

Der Grund, dieses Kino zu wählen liegt jedoch wieder einmal bei…

Dolby Atmos™

Yes. Hier – wird – gebrüllt! Und zwar wie!

Wer sich die Blöße geben möchte, sollte auf YouTube alles zusammensuchen, was er an originalem Trailermaterial auftreiben kann, seine Familie und Nachbarn an irgendeinen entfernten See schicken und dann die Boxen aufdrehen, dass sich schmutzige Scheiben und Fensterbretter von selbst putzen: Die PR-Arbeit für diesen Film ist obererste Sahne und sowas von mächtig geil, dass allein das schon reichen würde, damit einem im Kino einer abgeht.

Und der Höhepunkt ist dann, wenn man im Dolby Cinema™ hockt und wirklich alles um einen herum anfängt, zu toben: Dieses Spektrum an Sound-Effizienz und alles umgebender Lautstärke ist genau das, was diesen Film großartig macht: Ein Spektakel technisch überragender Majestät, die es so kein weiteres Mal auf der Welt gibt.

Und nein, ich übertreibe nicht.

Ja, der Film hat zwischendurch seine Längen, trieft wieder vor Schlecht-Sein in punkto Plot, hat die gleichen dämlichen Charaktere ohne Tiefgang und Profil und ist absolut vorhersehbar, doch deswegen geht man nicht in so einen Film, oder?

Was man hier sehen will, ist Action, Gewalt, Krach, fetzige Kämpfe, lautes Geschrei und eine Superlative nach der anderen – und genau das kriegt ihr geliefert.

Lasst euch nicht davon abschrecken, dass das nur ein zweiter Teil ist: Die Macher haben es absolut drauf und liefern erstklassiges Popcorn-Action-Kino, das – nicht übertrieben – alles bisherige weit in den Schatten stellt. Superlativen, lautes Gebrüll und monströse Giganten, die aufeinander losgelassen werden und sich dabei eine epische Schlacht apokalyptischen Ausmaßes liefern, die nur im Kino wirklich wirkt. Alles andere ist Quatsch und sollte gar nicht erst in Betracht gezogen werden.

Nachspann: ⚪️⚪️🔘 | Auch, wenn eure Mit-Kinogänger vorzeitig aus dem Saal rennen: Ihr seid am Ende diejenigen, die ihnen sagen können „Da kam tatsächlich noch eine sehr lange Sequenz, die die Vorfreude auf den nächsten Godzilla angeheizt hat, der bereits 2020 in die Kinos kommen soll.“ – Also bleibt bitte unbedingt bis ganz zum Schluss sitzen!

Kinostart: 30. Mai 2019

Original Title: Godzilla: King of the Monsters
Length: 132 Min.
Rated: FSK 12