Tag: Nicholas Hoult

Edison – Ein Leben voller Licht

Edison - Ein Leben voller Licht - Filmplakat
© 2020 Leonine

Hier kommt nun das Beispiel, wie man‘s richtig macht: Wie man die Geschichte der Menschheit so in einen Film verpackt, dass jeder im Kinosaal Spaß daran hat – mit Spannungskurven, Unterhaltungselementen, Wissensschaffung und emotionalen Veränderungen, die einen nicht steif im Stuhl sitzen und ermüdend zuhören lassen, sondern vielmehr auch die „niederen Gelüste“ des Menschen mitbedienen.

Mit Benedict Cumberbatch, Michael Shannon und Nicholas Hoult hat man dazu drei Koryphäen an Land gezogen, die ihre Rolle in dem auch historisch perfekt ausgestalteten Rahmen so überzeugend einnehmen, dass man jeder der Figuren ihre Rolle glaubhaft abkauft. Dieser Film vermittelt ein realistisches Bild, das einen aus dem Trugschluss unwissender Fehlannahmen herausreißt und offenbart, welch kampflustige Unternehmungen dazu geführt haben, dass unser einer heute in einem Meer aus technischen Errungenschaften leben kann.

Meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist hierbei auch die Charakterzeichnung der einzelnen Persönlichkeiten: Es ist eben keine argwöhnische Huldigung einer einzigen Person, ein „in den Himmel loben“ oder künstlerisches Darniederknien, sondern portraitiert einmal mehr interessante Wesenszüge interessanter Persönlichkeiten und nimmt sich dabei enorm viel Zeit und Raum, um das gesellschaftliche und zeitliche Element drumrum mit zu verinnerlichen. Dies sorgt für viel Erkenntnis geschichtlicher und wissenschaftlicher Zusammenhänge, die im Rahmen dieser Geschehnisse mit auf dem Tisch lagen und dabei arbeitet man sehr gut die Persönlichkeit von Edison heraus, den – wie schon bei Marie Curie – viele „nur“ für seine „Erfindung der Glühbirne“ kennen.

Nach diesem Film ist man definitiv gebildeter und kehrt belustigt, unterhalten und darbieterisch gesättigt wieder an die Tagesoberfläche zurück um festzustellen, wohin das alles geführt hat.

Stilelementarisch eine Huldigung ans Kino mit allen Elementen, die zu einem guten Film gehören: Grandiose Darsteller, tolles Set, ein bedeutungsschwangeres Drehbuch und der Tatsache, dass sich der Film zu keinem Zeitpunkt in sich selbst verfitzt.

Nachspann: 🔘⚪️⚪️ | Nach den Sprüchen am Schluss dürft ihr raus 🙂

Kinostart: 23. Juli 2020

Original Title: The Current War
Length: 103 Min.
Rated: FSK 6


Tolkien

Tolkien - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Über diesen Namen braucht man eigentlich kein weiteres Wort verschwenden: Entweder man kennt ihn und weiß sofort, womit man all das zu verbinden hat, oder man fragt erst einmal: „Hä? Wer ist das?“

Genau das haben die Schöpfer dieses Movies wohl auch bereits gewusst und sich darum gedacht: „Och, grenzen wir die Unwissenden einfach mal komplett aus und machen etwas nur für die absolut verrückten Fans.“

Möchte man den Film nun auf „Neutralitätsbasis“ bewerten, gelangt man schnell an seine Grenzen, weil hier eben wieder zu viel universitäres Gelaber ist, mit dem kein Mensch was anfangen kann, weil die Szenen dazwischen nicht richtig wissen, wohin sie wollen und weil keiner am Ende weiß, was das alles sollte.

Und dann sind die Fans am Start. Tolllkiiiiiieeeeeeennnnnnn … Herr der Ringe … Ahhhhh!

Interessanterweise haben mir sehr viele davon abgeraten (ja, ab!), die Bücher zu lesen, sind aber die absolut vernarrten Fans der Filme und können sie auswendig mitbeten. Tolkien selbst kümmert sich einmal mehr nicht um seine Werke, sondern um den Schöpfer persönlich und möchte irgendwas erzählen, das am Ende aber wiederum nicht so wirklich rauskommt.

Was dafür umso präsenter ist: Der Soundtrack! Guys and Girls? Gänsehaut! Aber so richtig!

Immer dann, wenn man sich dazu entscheidet, Gedanken-Touren zu unternehmen und die Fantasie ein wenig schweifen zu lassen, man wieder ins „Filmische“ reinkommt und eben nicht die kalte, harte, tote Uni-Materie am Leben (welches Leben?) erhalten will: Dann scheppert‘s wieder und man spürt sofort: Hier ist was ganz großes am Start, das man unbedingt im Kino sehen muss!

Leider hören eben jene Szenen jedesmal immer viel zu schnell auf … all das (und ihr dürftet inzwischen gemerkt haben, dass ich mich nicht dazu zähle) interessiert die Fanatiker aber reichlich wenig, denn die kommen hier voll auf ihre Kosten und bezeichnen das Ding schon jetzt als „Film des Jahres“.

Ob gut oder schlecht, wird hier nicht diskutiert: Vielmehr zählt „ob Fan oder nicht“ – erstere kommen nämlich tatsächlich hart auf ihre Kosten, letztere bekommen einen grandiosen Soundtrack geliefert, Kino spendiert die Boxen dazu oder man nennt eine gute Heimkinoanlage sein eigen – dann braucht man den Film dazu nicht zwingend, aber ein gut gefülltes Musik-Abo und jede Menge Zeit… Bei mir ist er seit Erscheinen noch nie aus der Top 10 der meistgehörten Scheiben rausgerutscht 😉

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht abwarten, hier folgen keine weiteren Szenen oder Bilder mehr.

Kinostart: 20. Juni 2019

Original Title: Tolkien
Length: 111 Min.
Rated: FSK 12


X-Men: Dark Phoenix (3D) (inkl. Gewinnspiel)

X-Men: Dark Phoenix - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Hinweis: Unter dem Beitrag findet ihr ein Gewinnspiel, bei dem 3×2 Freikarten sowie Filmplakate von X-Men: Dark Phoenix verlost werden.

Dolby Cinema™

Ich war wieder im Dolby. Und habe Erschreckendes festgestellt!

Entweder haben wir all die Jahre nicht gemerkt, was für eine Scheiße eigentlich auf den Leinwänden und in den Kinos veranstaltet wird – oder wir sind grade mitten dabei, ein Kino-Revival zu erleben, das sich abartig gewaschen hat!

Und – wie ich jüngst schon zu unliebst in Men in Black: International feststellen musste – es wird Zeit, dass wir alle endlich Englisch lernen!

Es ist unfassbar, wie arg manche Filme zugrunde gerichtet werden, während man sie durch die Synchro jagt, um ein landestypisches Pendant zu liefern. Ernsthaftigkeit geht flöten, ganze Charaktere werden dem Erdboden gleich gemacht und der Film bekommt ein seltsam-kritikwürdiges Flair, der zurecht erklären würde, weshalb Dark Phoenix hierzulande zum Flop graduiert.

Wenn man die Darsteller*innen nicht mehr ernst nehmen kann, weil ihre Stimmchen aufgesetzt wirken und man sich fühlt, als wäre man im Kindergarten, während die Optik etwas völlig anderes erzählt, dann fühlt man sich auch als Zuschauer leicht unbehaglich und möchte, dass dieser Umstand endet.

Und im englischen Original bleibt diese „Verarsche“ aus: Die Mitspieler*innen wirken wieder so, wie sie angedacht waren und erheben sich in Performance-Pracht, wie es sich für einen Blockbuster dieser Größenordnung gehört.

Dolby Atmos™

Dazu fährt man ein Actiongewitter auf, das sich in der Moderne wiederfindet und nichts mehr von dem nostalgischen Anmut und „billigen Charme“ der ersten X-Men-Filme aufweist. Die Technik ist erwachsen geworden, die Kids irgendwie auch.

Hier werden Szenen zum Leben erweckt, die vielleicht nur Sekunden dauern, aber noch Stunden danach in deinen Ohren widerhallen: Dir steht die Gänsehaut am ganzen Körper und du bist durch die brachiale Räumlichkeit und Wucht, die der Sound mitbringt, einfach nur geflasht.

Und das hat man nicht einfach nur „probiert“, sondern ich hatte das Gefühl, einige Szenen sind direkt dafür geschrieben worden: Um einmal zu zeigen, wie es richtig sein sollte – und was in der Vergangenheit alles für ein Müll als „echt“ verkauft wurde.

Dazu der massive und durchdringende Sound von Hans Zimmer, dessen Kompositionen in der Filmwelt inzwischen über 28 Milliarden US$ in 150 Projekten eingespielt haben und der sich schwer in deinen Ohren einnistet und auch hinterher nicht mehr loslässt.

Dolby Vision™

Gleiches gilt fürs Bild – in 3D. Ja, viele haben Probleme damit, Shutter ist nicht jedermanns Ding, Pol-3D mögen auch einige nicht, Rot-Grün ist Mist (und hoffentlich inzwischen ausgestorben) und auch sonst finden sich immer wieder Kritiker dieser Technik, was jedoch nicht bedeutet, dass man auf diese 2 Buchstaben auf seinem Kinoticket verzichten darf: Die räumliche Ausgestaltung wurde hier dermaßen extrem behandelt, dass es für einen Kinogang meiner Meinung nach absolut unerlässlich ist.

Gerade am Anfang landet man in Phasen, wo man sich einfach nichts anderes wünscht und die in 2D absolut nicht das vermitteln, was sie in der dreidimensionalen Variante rüberbringen. Der technische Oberrand wird auch hier nicht allein Disney überlassen, sondern von Marvel akribisch gepflegt. Und das spürt man deutlich, denn das macht den Film definitiv zu einer Kinopflicht und bedeutet, dass der Konsum im Heimkino mehr oder weniger verboten werden müsste.

Auch hier also eine klare Empfehlung für 3D und natürlich für die bekannt satten und kontrastreichen Farben im Spektrum der Leinwand meines neuen Lieblingskinos.

Gewinnspiel

X-Men: Dark Phoenix - Freikarten
© Layout & Gestaltung der Freikarten by Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox war wieder spendabel und hat einiges an Freikarten und Postern aus der beginnenden Phoenix-Ära springen lassen, die ich natürlich an euch weiter verlose.

Diesmal möchte ich gerne von euch wissen, welche Comics ihr bevorzugt lest bzw. welche Superhelden ihr aus den bekannten (und unbekannten) Universen am besten findet.

Postet eure Kommentare bis einschließlich Sonntag, 23. Juni 2019 unter diesen Beitrag und ihr seid im Lostopf dabei.

Wie üblich wird der Gewinn weder ausbezahlt, noch darf doppelt teilgenommen werden oder anderer Unfug betrieben. Die Gewinner*innen werden persönlich von mir durch Zufallsverfahren ausgelost und via E-Mail benachrichtigt, also gebt bitte eine gültige E-Mail-Adresse bei den Kommentaren an, unter der ihr erreichbar seid.

Ich drücke jedem die Daumen und bin gespannt auf eure Rückmeldungen.

Reichhaltige Action, besondere Szenen und ein unglaubliches Tonspektrum, das im Dolby Cinema™ an dieser Stelle erreicht wird. Den Film sollte man zwingend in OV schauen, da hier den Charakteren keine widersprüchlichen Stimmen verliehen, sondern die Würde beibehalten wurde. Plot altbekannt, Action, Technik, Ton und Bild aber auf modernstem Standard.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Die Musik ist irre! Hans Zimmer honors Jóhann Jóhannsson – oder so ähnlich. Aber neue Sequenzen kommen nicht.

Kinostart: 06. Juni 2019

Original Title: X-Men: Dark Phoenix
Length: 114 Min.
Rated: FSK 12