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Dora und die goldene Stadt

Dora und die goldene Stadt - Filmplakat
© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Langsam muss ich mir Strategien ausdenken, wie es mir zukünftig gelingt, auch Erwachsene in Filme wie diesen zu kriegen: Ihr würdet es bereuen, hättet ihr das Werk nicht auf der Leinwand gesehen.

Ja, es kommt von einer Zeichentrickserie namens Dora und ja, das Zielpublikum sind Kinder … doch: Dora und die goldene Stadt klingt zwar klischeehaft böse nach Kindergarten, ist jedoch humortechnisch definitiv oberste Schublade intellektueller Art angesiedelt und brät seinen Zuschauern einen Gag nach dem anderen über.

Dazu kommt: 49 Millionen US-Dollar Produktionsbudget sind nicht gerade wenig (was den Erwachsenen vielleicht etwas mehr hilft, in den Saal zu tigern) und ein weltweites Einspielergebnis von derzeit 100.5 Millionen US-Dollar sagt eigentlich auch ganz klar, dass hier nicht nur Kids die treibende Kraft sein können.

De facto stellt dieser Film sich in die Presche der „Wir kämpfen für eine Randgruppe der weltweit-breiten Wahrnehmung“ und fungiert als das Black Panther-Pendant für Latinos, die hier unglaublich präsent auftreten und gerade mit der Hauptrolle ein junges Mädchen inszenieren, von deren Coolness sich einige eine Scheibe abschneiden sollten.

Als Oldie (oh mein Gott, hab ich das echt grad gesagt?) fühlt man sich fast ein wenig an die Zeit von Crocodile Dundee zurückerinnert, der auch der Modernität des Westens auf seine althergebrachte Weise begegnete und dessen Filme bis heute absoluten Kultstatus genießen.

Dass dies auch mit peruanischen Wurzeln funktioniert, beweist Dora und die goldene Stadt: Ein Film, der sich das Zuschauerherz behände packt und es charmant einwickelt.

Danach hat man definitiv gute Laune, ist fasziniert und von Glück und purer, positiver Energie nur so geladen. Und wieso sollte dies ausschließlich kleinen Kids vorbehalten bleiben?

Ein seelischer Muntermacher, der immense Lebensfreude, unbändige Coolness und Abenteuerfeeling verströmt und dafür reichlich in die Humorkiste greift. Sollte man dringend gesehen haben. Auch als Erwachsener. Wirklich.

Nachspann: 🔘⚪️🔘 | Hier kommt noch ein Song und am Schluss ein ziemlich cooler Tusch – Sitzenbleiben lohnt sich!

Kinostart: 10. Oktober 2019

Original Title: Dora and the Lost City of Gold
Length: 100 Min.
Rated: FSK 6


submission

submission - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Schließt eure heiligen Tabs, beendet das Offizielle und öffnet die Pornoseiten: Es geht hinab in die Tiefe der dunklen Nische.

submission betitelt die unterwürfig-devote Seite beim Spiel mit Dominanz und Unterwerfung und deutet schon mal darauf hin, in welchen Niveaukreisen die folgende Geschichte spielen soll.

Gleich vorweg: Stanley Tucci ist ein Garant für Qualität, egal, wie mies der Film ist, in dem er spielt: Seine Rolle und Darstellung ist konsequent glaubhaft und großartig!

Genau das rettet auch den Rest der Show, denn submissive Texte sind auf einschlägigen Seiten auch meist unterste Schublade und zeugen nicht gerade von sprachlicher Eloquenz und geistiger Reife. Warum auch, bei diesem Thema schalten viele ja gleich mal das Hirn ab und geben sich völlig ihren unerklärbaren Trieben hin.

Seit dem kolossal verschandelten Fifty Shades of Grey warte ich immer noch auf die intellektuelle Variante dieser Darbietungen, die sich auf der Leinwand mit den in der Öffentlichkeit kaum kommunizierten Gefühlen auseinandersetzt und hier zum einen Aufklärungsarbeit leistet, zum anderen Stoff für Unterhaltungen liefert, die in dieses Genre abdriften und gerne auch tiefer eintauchen.

Das schafft submission definitiv nicht, denn die Story ist zu sehr an den Haaren herbeigezogen und wirkt im Verlaufe des Films regelrecht einfallslos. Stattdessen sieht man als Zuschauer ewig wiedergekäutes Einheits-Blabla, dem auch das grandiose Schauspiel und der typische Charme Tuccis keinen Notanker mehr zuwerfen können: Dafür ist das alles zu verträumt, zu unrealistisch, zu unglaubwürdig.

Die Idee mag nett sein, das Potenzial schießt auch aus allen Poren, doch genutzt wird es – wie abgeworfenes Sperma – anschließend eben absolut nicht.

Und dabei liebe ich Geschichten, in denen menschliche Züge an ihre Grenzen und darüber hinaus getrieben werden, um der Natur das zu entlocken, was sie durch zahlreiche Fassaden im Alltag unscheinbar zu überdecken versucht. Doch in dieser Hinsicht war der Film eine herbe Enttäuschung. Also warten wir weiter.

Verspricht viel, wartet auch mit dem bekannten Charme und der Professionalität Stanley Tuccis auf, kommt aber über Klischeezeichnungen der Charaktere kaum hinaus. Dabei steckt in dieser Idee so viel erzählerisches Potenzial, das ungenutzt umhergeworfen und nicht ausgekostet wird. Schade, das war dann ja wohl nichts.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss nicht abgewartet werden, es kommt nichts mehr.

Kinostart: 19. September 2019

Original Title: Submission
Length: 106 Min.
Rated: FSK 12