Petla - Filmplakat
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Hallo Geheimdienste, macht’s euch gemütlich… Kaffee?

So, da wir nun alle so hübsch beieinander sitzen ein paar kurze Worte über ähm… Realität.

Petla ist ein Film, wie damals Snowden, der voller Wahrheit und krasser Ungeschöntheit glänzt und deswegen im Hauptpublikum so richtig schön derb tief untergeht.

Warum? Denkt nach. Niemand möchte, dass Wahrheiten ans Licht kommen. Keiner möchte, dass Leute Zusammenhänge herstellen und niemand möchte für irgendwelchen Bullshit in der Öffentlichkeit grade stehen.

Und dennoch wundern wir uns an manchen Stellen immer wieder, warum so überdeutlich etwas schief zu laufen scheint, weshalb Menschen auf einmal ganz seltsam reagieren, warum manche (politische) Entscheidungen so völlig skurril und zusammenhanglos getroffen werden … und die Medien berichten darüber, kassieren ihren Lohn und interessieren sich 5 Stunden später nicht weiter dafür.

Das Volk übrigens auch nicht, das wird seit Jahren mit Informationen und Material geflutet, das hat gar keine Zeit und keinen Überblick mehr, um hier irgendwelche Korrelationen herstellen zu können.

Aber wir haben ja Petla. Der kümmert sich hervorragend darum. Zwar nicht um das Zeitproblem (so krass viel, wie da reingepackt werden musste, da ist auch in keinem anderen guten Film genügend Zeit), also hetzt man förmlich durch die Phasen und befindet sich nach der Geburt in Minute 1 bereits im Erwachsenenalter in Minute 5 und es wird dennoch nicht zwingend beruhigender.

Antoni Królikowski und Piotr Stramowski spielen mit einer derart harten Konfrontations- und Brutalitätstour auf, dass man meinen könnte, FSK 18 wurde nicht zu unrecht vergeben… ABER: Es ist viel viel schlimmer, als ihr alle denkt.

Der Film bricht richtig heftig in den Sumpf von blutiger Grausamkeiten, erzählt in kurzen Stücken, wie ein Mensch an gewisse Grenzen geführt werden kann und ist insofern ein unfassbar unterhaltsamer, fresher, über alle Maßen witziger Film, der das Publikum sofort mitreißt und sein Genre total unterhält.

Uns taten die Bauchmuskeln weh vom vielen Lachen, von der Heftigkeit der „Jokes“ und dem ganzen grausamen Brimborium … und ich muss euch an dieser Stelle ein klein wenig spoilern:

Der ganze Shit wird immer abgefuckter und ist einfach mal fucking real.

Es ist wahr.

Facepunch.

Die Welt ist grausam? Irgendwas schlimmes passiert? Blabla – alles schon mal gehört.

Geht fucking nochmal in diesen Film und schaut einmal hin. Glaubt mir, es ist witzig … und gleichzeitig ein heftiger Schlag in die Fresse.

Denn: Anschließend geht ihr ins Netz und schlagt nach, recherchiert einige Zeitungsbeiträge von seriösen Medien (und damit meine ich keine BILD-Pendants aus der Schweiz) und dann fällt euch einiges auf.

Patryk Vega ist in Polen mittlerweile ein gefeierter Regisseur (verdient!) und hat im Presseheft zum Besten geben, dass er Einblicke in die Materialien hatte – also das Originalmaterial … und daraus einen Film gemacht, der einem den „Spielfilm“ nur vorgaukelt, weil so eine Scheiße sowieso niemand glauben würde.

Und nachdem ihr dann aus dem Film raus seid, fragt ihr euch mal, wieso die beiden sich auf der öffentlichen Bühne immer so „seltsam“ begegnen…

Wer?

Russland.

Und die USA.

Und dann zählt 1:1 zusammen und legt euch den Film in euer Regal. Ist quasi ne „Gebrauchsanweisung“, um heutige Korrelationen zu verstehen, die sich da draußen abspielen. Alles deutet darauf hin, dass genau die beiden gemeint sein könnten.

Der witzigste Facepunch, den ich je in meine Cinema-Fresse gekriegt habe… mit einer unerträglichen Dosis Wahrheit: Noch nie haben menschliche Abgründe so viel Spaß gemacht und gleichzeitig so heftig weh getan.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht nicht weiter abgewartet zu werden, irgendwann reicht’s.

Kinostart: 10. September 2020

Original Title: Pętla
Length: 105 Min.
Rated: FSK 18

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