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The New Mutants

The New Mutants - Filmplakat
© 2020 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

The New Mutants waren meine große Hoffnung, die X-Men irgendwann mal in düster zu erleben und sie im Verlaufe ihres Erwachens irgendwie mit Deadpool zu verheiraten, denn bei dieser Kombination kriege nicht nur ich Gänsehaut. Tatsächlich hat uns der Teaser – und in Folge auch der Trailer – so richtig auf Horror-Franchise gebürstet und die Erwartungen dabei nicht zwingend im unteren Bereich angesiedelt.

Nun startet der Film ganz unverhohlen und man spürte schon im Vorfeld irgendwie, dass manche Dinge im Busch zu sein scheinen. Die Presse schweigt sich aus (okay, das liegt am Embargo – was aber nicht zwingend ein gutes Zeichen sein muss), aus Amerika, wo der Film unlängst gestartet ist, hört man auch nicht überschwelende Reden und auch hier verpufft die Wirkung des „ganz großen Blockbusters“ irgendwo in den kleinen Sälen – zwar vorhanden, aber nicht wirklich präsent.

Alles in Allem sehr schlechte Vorzeichen. Insofern war ich froh, die Pressevorführung zu diesem Streifen in einem größeren Kino präsentiert zu bekommen in Erwartung, dass all die schlechten Anzeichen sich nicht bewahrheiten würden und ich anschließend zu meinen Kinojungs gehen und sie darum anflehen kann, den Film prominenter im Programm zu platzieren.

Tja (und jetzt lest bitte weiter): Das ist tatsächlich nur in Teilen Wirklichkeit geworden. Zugegeben, die X-Men-Reihe war schon immer eher an jüngeres Publikum adressiert und tummelt sich daher eher mit Filmen wie The Darkest Minds oder Die 5. Welle im Konkurrenzkampf um die Heranwachsenden, lediglich Logan war dann doch mal ein etwas erwachsenerer Ausreißer erfreulicher Natur… wenn man sich jedoch mal die ersten Filme von X-Men anschaut (und auch deren Effekte), stellt man sehr schnell fest, dass hier kein Allround-Publikum gebraucht wird.

Dementsprechend hätte es mich gefreut, wenn man sich jetzt nun vollständig in die Nische des Horrors zurückzieht und daraus endlich etwas vernünftiges bastelt … und der Beginn des Films schreit auch förmlich nach großen Leinwänden und guten Boxen… aber dann mündet es eher in eine Love-Story und weniger in einen Action-Horror-Bombast, der einen so richtig wegtrommelt.

Co-Autor Knate Lee zufolge sind die Vorgeschichten der Kids in The New Mutants wesentlich verkorkster und schräger, weswegen eine Tendenz ins Horrorgenre quasi vorgeschrieben war… in meinen Augen hat man im Film dafür dann aber viel zu wenig geliefert und sich relativ unscheinbar von den X-Men-Filmen unterschieden.

Zwar machen die Autoren immer wieder deutlich, dass deren Geschichte zwar bekannt und Verbindungen dazu auch gewollt sein dürfen, jedoch möchte man sich ebenfalls von den X-Men absetzen und eben etwas anderes, düstereres, boshafteres sein … und dazu gibt man dem Entfalten des comic-liken Horrors im Film viel zu wenig Raum.

Dass die Charaktere solcher Filme schon immer unrealistisch viel emotionalen Schwachsinn mit sich ausbrüten und stundenlang nicht darüber hinweg kommen, endlich mal auf die Kacke zu hauen und es einfach nach allen Formen der Kunst brezeln zu lassen, ist ja hinlänglich bekannt. Im Zuge der „Horror-PR“ im Vorfeld bin ich davon aber eher enttäuscht, denn man unterscheidet sich quasi so überhaupt nicht von bisher bereits häufig schon dagewesenem.

ABER:

Dann kommt das Finale. Der Schluss. Während es im Verlauf des Films immer gemütlicher und „richtiger“ in dem angedachten kleinen Kino zu werden scheint, bereut man am Schluss diese Entscheidung wieder, wenn man zum finalen Showdown anschlägt und dann zeigt, dass hier eben doch Geld verbraten und fähige Künstler ans Werk gelassen werden: Hierfür muss die Leinwand wieder groß und die Boxen laut genug stellt sein, um diese Elemente in dem Umfang erleben zu können, wie man sie sich gedacht hat.

Wenn ich jetzt also zurück blicke und tatsächlich die Blu-ray von X Men 1 wieder ins Laufwerk einlegen würde, dann hätten wir hier ein würdiges Pendant, dass danach tatsächlich doch noch alles anders werden lassen kann… wenn man an dieser Sache nun dran bleibt und das Zielpublikum mitzieht, statt immer wieder zurück auf die 14jährigen zu fallen.

Und vielleicht erleben wir es ja eines Tages doch noch, dass die New Mutants und Deadpool auf der Leinwand heiraten, kleine Kinder kriegen und in eine gemeinsame, große Schlacht ziehen. Wir wollen’s hoffen.

Der Anfang ist cool, der Mittelteil eher mit leisen Tönen und verliebt, am Schluss trägt man dann tatsächlich auf, was aber nicht zwingend den Film rettet, jedoch sehr viel Hoffnung auf kommende Teile macht. Ein solider Start.

Nachspann: 🔘⚪️⚪️ | Die Schauspieler werden nochmal schön gezeigt, danach dürft ihr dann raus gehen.

Kinostart: 10. September 2020

Original Title: The New Mutants
Length: 93 Min.
Rated: FSK 16

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News: Neue Kinostarts von Walt Disney für 2020

Und was gibt’s sonst noch in dieser Woche?
© 2020 https://www.kinoticket-blog.de

Angesichts der Corona-Pandemie ist es zum neuen Manager-Volkssport geworden, wichtige Kinofilme immerzu in kurzen Abständen nach hinten zu verschieben. Teils sorgt die politische Entscheidungsungewissheit für eben jene bei den PR-Spezialisten, wann und wie sie ihre Blockbuster ins Kino bringen sollen.

Klar: Wer viel Geld, Zeit, Arbeit und Energie in einen großen Kinofilm investiert, dessen Absicht ist es natürlich, dass möglichst viele Menschen den auch zu Gesicht bekommen. Aufgrund der Abstandsregelungen (trotz Maske) und einiger anderer fragwürdiger Entscheidungen (z.B. werden die Kinos in die Pflicht genommen, sollten sich einzelne Gäste nicht daran halten – und nicht etwa der Gast selbst) sorgen die Kinos selbstverständlich dafür, dass diese hygienischen Bedingungen auch ausnahmslos eingehalten werden.

Dies macht für manch einen den Kinobesuch momentan noch nicht wirklich attraktiv. Und: Für Kinobesitzer selbst ist das auch keine großartige Freude, da in einem Saal nun maximal 30% der Plätze besetzt werden können und der Rest per politischem Dekret brach liegt. Für die Kinobesitzer ist das natürlich das wirtschaftliche Fiasko schlechthin und für Studios, die ihre Titel den Kinos anvertrauen, in der Hoffnung – wie einst – am Startwochenende möglichst viel Kundschaft anzulocken, ebenso.

Dass im Endeffekt alles viel weniger aufgeregt ist und sich die Gäste selbst in meinen beobachteten Fällen vorbildlich an Abstand und Anstand halten, spielt hier vorrangig natürlich erstmal keine Rolle. Die Angst bleibt … und die Verschiebungen somit auch.

Härtestes Beispiel (an dem sich momentan irgendwie alles orientierte, da es der quasi nächste Blockbuster schlechthin ist): Tenet von Christopher Nolan, der aktuell am 12. August 2020 starten soll (ohne Gewähr), und – man konnte es quasi voraussagen – demnach zog Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH nach und verkündete somit für Deutschland folgende Kino-Neustarts für das restliche Jahr 2020:

  1. August 2020: Mulan
  2. August 2020: The New Mutants
  3. September 2020: The King’s Man – The Beginning
  4. Oktober 2020: Tod auf dem Nil
  5. Oktober 2020: The French Dispatch
  6. Oktober 2020: Black Widow
  7. November 2020: Deep Water
  8. November 2020: Soul
  9. Dezember 2020: Free Guy
  10. Dezember 2020: West Side Story

Ich persönlich würde dafür momentan keine Hand ins Feuer legen, sondern dies vorerst mal als freundliche Empfehlung betrachten und es viel mehr davon abhängig machen, wie es nun gesellschaftlich weitergeht.

Fakt ist: Die Angst, die man politisch bereits von Anfang an schürt, ist in vielen Fällen unbegründet, denn die meisten Menschen halten sich an Abstand, Mundschutz, desinfizieren sich die Hände und waschen sich gründlich, was natürlich keine Garantie für Ansteckungsfreiheit ist, aber zumindest in großen Teilen dafür sorgt, dass man doch relativ sorglos umherspazieren kann und eben auch Besuche in den Lichtspielhäusern keine lebensgefährliche Sache darstellen.

Solltet ihr euer Kino unterstützen wollen, plant definitiv einen Besuch an der Gastro-Theke mit ein: Davon haben die Kinos auch vor der Krise schon vornehmlich gelebt.

Ich bleibe natürlich an der Sache dran und versorge euch auch weiterhin mit den aktuellen Tipps, womit man sich zur Zeit sein Leben etwas versüßen kann. Der richtige Ort, um einen Film wirklich in vollem Ausmaß genießen zu können, ist nach wie vor das Kino, daran ändern auch die mittlerweile hervorragenden Bildqualitäten zu Hause nichts. Das Feeling ist auf der großen Leinwand dennoch ein vollkommen anderes.

Aus diesem Grund gibt’s in eurem Lieblingsblog natürlich weiterhin die aktuellsten Kinokritiken vollkommen spoilerfrei, die nächste kommt gleich heute. Stay tuned… und bleibt gesund.