Tag: Tochter

I Am Mother

I Am Mother - Filmplakat
© 2019 Concorde Filmverleih GmbH

I Am Mother ist für mich wieder mal einer der Filme, die alles verkackt haben, was nur irgend möglich ist. Ganz ehrlich? Es regt mich auf! Und zwar tierisch!

Wie oft hab ich schon den Satz runtergebügelt, dass ich Science Fiction liebe und man mich mit Weltall und Zukunftsdystopie immer dran kriegt. Dreimal dürft ihr raten, was euch in dieser Roboter-SciFi-Welt erwartet … Bingo! Ich also, als kleiner Depp völlig unwissend im Kino, freue mich auf einen galanten Film mit neuen technischen Mitteln und dem aktuellen Geist der Zeit und finde? Langeweile.

Yo, SciFi ist das Genre, in dem man sich aus den Spuren der Vergangenheit erheben und den Menschen in absurde Züge entführen und sie vor völlig andere, neue Regeln schmeißen kann, mit denen sie sich dann auseinandersetzen müssen. Die Frage nach dem Warum stellen. Die Dinge analysieren. Mit ihnen völlig unbekannten Tatsachen klar kommen und sich so aus dem schleimigen Trott der Menschheit und ihrer eingefahrenen Regeln erheben müssen.

Da gibt es dann so viele, herzlich geile Möglichkeiten, wie man als Regisseur dieser Dinge frönen kann, um diese geistige Anforderung möglichst exzellent auszuleben und den Zuschauer nicht durch stupides Weltraumgeballer niederzuknüppeln, sondern eben ein gutes Genre gedeihen zu lassen, was sich immer wieder den Herausforderungen stellt und sie neu auf die Waage bringt.

Und I am Mother? Hat an all dem einfach mal überhaupt kein Interesse.

Und dabei geht es hauptsächlich um die grundlegende Arbeit, die am Anfang einer Story steht: Das Heraufbeschwören von Figuren, Menschen, Lebewesen und einer Welt, in der sich all das dann abspielen soll.

Ja, dieser Titel trägt bereits das „Mother“ im Namen und lässt somit anklingen, dass es sich hierbei um familiäre Komplexe handelt, die es auszutüfteln gibt. Aber so?

Der ganze Film strotzt nur so vor Weiblichkeit, dass einem schlecht wird. Und ich meine jetzt nicht das „Ich hasse Frauen“-schlecht, sondern vielmehr stelle ich die Frage: Was hat dieser Schwachsinn bitteschön im Weltall verloren? Warum muss man dafür auf „andere Planeten“?

Hätte man daraus einen Genderwahnsinnswirwolleneuchalleaufweckenmissionsfilm gemacht, wäre ich voll bei euch. Aber das?

Ihr spuckt auf ein Genre. Im ganzen Movie ist nicht ein einziger Mann oder männliche Person zu sehen, sondern alles – wirklich alles – ist derart extrem verweiblicht, dass es fern jeder Realität ist.

Nicht nur die Figuren sind, bewusst, weiblich angelegt, sondern auch die Bewegungen, das Schreien, die „Sorgen“ etc. – hier geht’s niemals um Dinge, die eigentlich logisch wären (z.B. in einer Notsituation erstmal zu überleben), sondern klischeerührend „Oh mein Gott – das Kind!“.

Auch diese dämlich-verallgemeinernde Bezeichnung von allem … Ein paar „Namen“ hätten dem Plot gut getan und trotzdem erkennen lassen, dass es sich hier um „weibliche Protagonistinnen“ handelt.

Wäre von „Anna“ die Rede, würde ich auch nicht per se vermuten, dass das jetzt zwingend männliche Eigenschaften aufweisen muss. Aber dieses ständige „Tochter!“ und „Mutter“-Gelaber lässt viel mehr auf einen unfassbar unkritischen und eingeschnappt-langatmigen Feministinnen-Schwachsinn hindeuten getreu dem Motto: „Wir brauchen mal etwas, wo wir allen beweisen, dass es eben auch ohne euch weiße alte Männerpisser geht“ – und damit raubt man sich selbst die Ehre und entzieht sich allen Boden unter den Füßen.

Der Film hat nämlich auch gutes: Das Set. Gleich zu Einführung das rührselige Gefühl von „Yeah – Raumschiff“ – was in meinen Augen ziemlich gut designt ist und immer wieder für optische Augenweiden sorgt – allerdings hat man vergessen, eine Geschichte in dieses geile Set hineinzuschreiben.

Oder der Twist (keine Angst, Blog ist und bleibt spoilerfrei) liefert auch ein Bombardement an Geilheit ab – was das Set angeht.

Meine Reaktion?

Fuck – gebt mir das Set und ein paar Kameras und ich dreh endlich den Film, der dieser brachialen Welt würdig ist. Die hier habens vollständig verkackt. Sorry.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: I Am Mother
Length: 115 Min.
Rated: FSK 12


Stuber – 5 Sterne Undercover

Stuber - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Dass Dave Bautista einen an der Waffel hat und diesen Humor prächtig auf der Filmbühne zum besten geben kann, wissen wir dank Guardians of the Galaxy, womit er sich zumindest bei mir im Hirn eingebrannt und geprägt hat.

In Stuber schließt er sich mit Kumail Nanjiani zusammen und unterhält das Publikum in einer Komödie, die es einem unglaublich schwer macht, nicht zu lachen.

Der Humor ist durchgeknallt und fordert einen zeitweilig etwas, läuft aber immer wieder zu Höchstformen auf und sorgt für jede Menge Spaßgewalt in den Sälen, just wie man es von Twentieth Century Fox gewohnt ist: Filme können sie.

Was mir an diesem Werk gefällt, ist die unbeschwerte Leichtigkeit, mit der man das Thema angepackt und aus ihm wirklich lustiges Entertainment rausgekitzelt hat. Nirgendwo spürt man die Gequältheit, die so manchem Gagschreiber oft den Schlaf zu rauben scheint, sondern es sprudelt und fließt, dass sich die Balken nur so biegen.

Dass dabei auch mal Blut fließt und es hier und da gewaltdurchsetzter zugeht, stört insofern nicht weiter, die FSK hat hier ausnahmsweise mal keinen Fehler mit der 12 gemacht, auch wenn – aus dem Kontext gerissen – so manch harter Moment dabei ist, den man biedermeierhaft im Internet zensieren könnte: Das gehört dazu und wird im Film auch von den Kids richtig interpretiert und macht ihren Aussagen nach „richtig Spaß“.

Im Rahmen der Comedy-Offensive, der man sich derzeit scheinbar unterworfen hat, zählt dieser Film zu den „must sees“ und sollte am besten in Gemeinschaft gerne von euch im Kino zelebriert werden: Für einen wunderbaren Abend mit viel guter Laune ist damit gesorgt.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Stuber
Length: 92 Min.
Rated: FSK 12


Ausgeflogen

Ausgeflogen - Filmplakat
© 2019 Alamodefilm

Wenn’s französisch klingt, ist’s herzig … so könnte man pauschalisieren und würde damit in den meisten Fällen noch nicht mal arg daneben liegen. Mon Bébé ist tatsächlich ein absolut kitschig klingender Titel, der im Deutschen nicht besser wird und dem man all die nervigen kleinen „Dududus“ und „Dadadas“ anhängen darf, die so mancher an werdenden Eltern so extrem hasst.

Wer an dieser Stelle aber den Fehler macht und tatsächlich glaubt, dass das ganze Kleinkindgequengel nun Bühne auf der Leinwand findet, der schadet sich selbst und verweigert von vornherein einen Film, den ich auf die ToDo-Liste eines jeden Kinofans setzen möchte, denn Ausgeflogen ist wirklich ein Insidertipp.

Um euch die Angst vor „Oh mein Gott, er wird alt und kriegt langsam die Krise“ ein bisschen zu nehmen: Ja, ich kann diesem ganzen Generve von Babys und Kleinkindern immer noch nichts abgewinnen – ich bin kein „Vatertyp“, ich hab keinen eigenen Familiensinn und allein der Gedanke, mich mit jemand zu verbünden und irgendwann eigene kleine Kids in die Welt zu setzen, löst Horror und Schrecken bei mir aus: „Hilfe, ich verliere meine wohlgeliebte Einsamkeit, meine Lebensfreiheit und mein Recht, durchgeknallt und anders zu sein als andere und das in vollen Zügen auszukosten.“ Ihr braucht also nicht zu fürchten, dass jetzt auf einmal auch kleine, dicke, komisch aussehende Babys auf den Tisch kommen und ich beschwörend anfange, drumrum zu tanzen und eben jenes Szenario heilige.

Ganz im Gegenteil: Ausgeflogen kümmert sich um andere Dinge – von anderen Seiten aus, und tut dies in einer romantisch-erträglichen Version, von der ich nur zu gern mehr sehen würde. Hier schlägt das „französische Gen“ wieder einmal zu, das quasi mehr oder weniger garantiert, dass der Film gut werden wird – und beide Hauptdarstellerinnen erledigen hier auch einen Job, der nach Schauspielschul-Vorbild ausschaut: Extrem gut gespielt, extrem einfühlsam und emotionsnah und auf eine wohlige Art und Weise, in der man sich gern für eine Zeit lang selbst ertränken möchte, um es richtig auszukosten.

Der Film hat Tempo, fordert also auch durch seine permanente Fahrweise und lässt einem wenig Zeit, zur Ruhe zu kommen und das Gesehene irgendwie zu verarbeiten – leise ist also was anderes, aber die Geschwindigkeit und der „Lärm“ nerven nicht, sondern sind hingebungsvoll und ehrlich, eine liebevolle Ode an das Leben und seine Wendepunkte.

Wer immer die Chance hat, das Ding im kleinen Rahmen cineastisch zu konsumieren: Tut es! Ausgeflogen ist ein Insidertipp, der durch einen möglicherweise schlecht gewählten Originaltitel dazu verleitet, den großen Fehler zu begehen, diesen Film zu ignorieren. Absolut liebevoll gespielt – eine Ode an das Leben.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Muss man nicht sitzen bleiben, es folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 18. Juli 2019

Original Title: Mon Bébé
Length: 87 Min.
Rated: FSK 6


Bailey – Ein Hund kehrt zurück

Bailey - Ein Hund kehrt zurück - Filmplakat
© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Der erste Teil hatte ja massiv mit Problemen zu kämpfen, weil ihm vorgeworfen wurde, dass angeblich während dem Dreh Hunde gequält wurden. Ich weiß nicht, wieviele sich die Mühe gemacht und das Material gesichtet haben – ich habe nur einen vergnüglich schwimmenden Hund im Pool gesehen, der sichtlich seine Freude beim Planschen hatte und keine Quälereien – zumindest in dem Material, das bei den besagten „Quellen“ verlinkt war.

Da ich nun eher der Katzentyp bin und mit Hunden bis dato sehr wenig anfangen konnte, hab ich auch schon zum Vorgänger keinen guten Draht gehabt und dachte mir nur: „Muss das sein?“

Aus diesem Grund bin ich auch gleich zwei Mal in die Pressevorführung spaziert, um mir ein distanzierteres und unvoreingenommeneres Bild vom nun folgenden Teil zu machen – und es hat scheinbar funktioniert.

Natürlich lobe ich auch diesen Plot nicht zwingend in die Höhe und schwärme von der überragenden Performance und den ach so süßen Hunden – dies sei mir fern. Jedoch ist die Story plausibel, recht annehmbar umgesetzt und für Hundeliebhaber tatsächlich gefundenes Fressen, um im Kino auf ihre Kosten zu kommen.

Das nervige „Baileybaileybaileybaileybaileybaileybailey“ aus dem ersten Teil wurde komplett abgestellt und durch ernstzunehmendere Passagen ersetzt, die nun dem Plot und der Beziehung zwischen Mensch und Tier viel mehr Aufmerksamkeit schenken und damit das Augenmerk auf die wichtigen Dinge des Lebens leiten, statt einfach nur mit überdrehten Aktionen und „Monologen“ von sich selbst abzulenken.

Natürlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass auch hier wieder nur Fiktion und keine „übersinnliche Wirklichkeit“ dargestellt wird, auch wenn viele Tierbesitzer sich so etwas wünschen. Dafür gibt der Streifen einem aber genügend Raum, um die Tierwelt zu ergründen und für eine Weile in ihr zu leben. Und natürlich, um die Hundewelpen anzuschmachten.

Wem dies gefällt, der sollte sich beeilen und mir nicht böse sein – ich arbeite immer noch „nach“ und verspreche, dass die restlichen Rezensionen alle der Reihe nach kommen werden.

Für Hundeliebhaber der richtige Film, um ihre Haustiere wieder mal auf der Leinwand zu erleben und dazu einen plausibleren Plot zu erleben, dem man etwas mehr Ernsthaftigkeit abkauft als dem ersten Teil. – Um‘s mit Hape Kerkeling‘s Worten zu sagen: „Nur für Hunde, nicht für Katzen.“ 😉

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Darf man noch mitnehmen, hier werden noch viele Dog-Pics gezeigt.

Kinostart: 13. Juni 2019

Original Title: A Dog‘s Journey
Length: 109 Min.
Rated: FSK 0