Tag: tot

Yummy

© 2020 Busch Media Group

„Facelifts, Boob Jobs und… Zombies“. Trash. Denkst du. Und genau das nährt anfangs auch deine Gedankengänge, wenn du dabei aufpasst, wie jemand unfassbar schlechte Synchro vom Stapel lässt, Persönlichkeiten introduced, die so dämlich sind, dass man sich eine Heerschar an Facepalm-Helfern wünscht, weil die beiden eigenen Hände längst nicht ausreichen, um sich damit vor Scham den Schädel anzuschlagen.

Und der Plot dazu wird auch nicht besser … und du denkst dir nur die ganze Zeit: Wo zur Hölle bin ich hier rein geraten?

Ganz einfach: In den besten Horrorfilm, den es seit Jahren gegeben hat 😀

Ja, ernsthaft! Irgendwann benötigst du keine eigene Brustprellung mehr, um am ganzen Oberkörper Schmerzen zu verspüren, weil die deine ungewollten Lacher von alleine produzieren: Die Story artet so dermaßen aus und man lässt sich völlig frei von jedweden Grenzen endlich in das Blutbad klassischen Zombie-Gemetzels fallen, das damals noch die super geile Angewohnheit hatte, mit dem Genre „Comedy“ zu konkurrieren und dabei garantiert immer zu gewinnen … Yes, Man!

Es strömt Blut, es schreit, es brüllt, es fliegen die Fetzen und man jubiliert, denn endlich … ENDLICH ist mal wieder etwas garantiert gerechtfertigt und ungeschönt mit FSK 18 auf der Leinwand zu sehen und sprudelt nur so vor all den geliebten, triefenden Dümmlichkeitsklischees, die es braucht, um bei so einer Show verboten viel Spaß zu haben.

Auf einmal wachsen dir die Charaktere ans Herz, auf einmal triumphierst du bei jedem neuen Ausbruch verbaler Blödheit, die meine heiß geliebte Feuilleton-Fraktion binnen Sekunden ins geistige Grab katapultieren würde – und du feierst es: Die guten alten Zeiten sind zurück – denn Yummy ist zu Recht das gefeierte Werk der Stunde.

An alle Fans, die sich weg vom Mainstream bewegen und mal etwas sehen wollen, das kapitalistisch überhaupt keinen Sinn hat, dafür aber unglaublich viel Seele und Herzblut offenbart: Zieht euch Yummy rein und nutzt die wenigen Vorstellungen, die der Film bislang überhaupt abkriegt.

Die guten alten Zeiten sind zurück und Horror triumphiert als Genre endlich wieder über die Humor-Domäne und zeigt, was es drauf hat, wenn man sich einfach traut. Das haben die Macher dieser Schlachtorgie getan und ein Werk geliefert, das den geneigten Fan zur vollen Güte befriedigt und mit allen Stilmitteln um sich schlägt, die hierbei Erfolg verzeichnen können. Ein absolut gelungenes Stück voller Herzblut und Liebe an ein viel zu selten gewürdigtes Areal der Kinolandschaft – vielen Dank hierfür!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Das abzuwarten hätte mich eine Nacht auf der Straße gekostet: Also .. äh … keine Ahnung 🤷 ?

Kinostart: 23. Juli 2020

Original Title: Yummy
Length: 89 Min.
Rated: FSK 18


Knives Out – Mord ist Familiensache

Knives Out - Filmplakat
© 2020 Leonine

Es muss nicht immer Agatha Christie sein, auch andere können gute Krimis erzählen und mit einem wunderbar professionellen, verwobenen Plot im Kino begeistern. Knives Out – Mord ist Familiensache ist nun schon eine Weile lang auf den Leinwänden zu sehen und hat bis heute noch nichts von seiner Attraktivität eingebüßt.

Herrlich verschroben mit immer neuen Türchen eröffnet sich hier puzzlehaft ein Rätsel, bei dem man mitraten und mitfiebern kann. In diese Richtung hätte ich mir übrigens The Gentlemen gewünscht!

Eine der treibenden PR-Kräfte ist selbstverständlich Daniel Craig, den ich als miesmuschelnden Bond-Charakter kennengelernt habe, der mehr mit „Mimimi“ beschäftigt war, als einfach seinen Job zu erledigen. Im Laufe der Zeit wanderten dann aber doch irgendwie alle CraigBond-Teile in meine Sammlung, weil die Sympathie so nach und nach durchgedrungen ist und ich ihn letztendlich als großartigen Schauspieler doch irgendwie mag.

Gleichsam betrachte ich ihn als PR-Coup in dieser Story etwas fehlbesetzt als Aushängeschild, da seinen Charakter irgendwie jeder hätte spielen können (was nicht heißt, dass er das schlecht gemacht hätte), aber es braucht nicht zwingend einen Daniel Craig, um diese Persönlichkeit im Plot darzustellen. Das ändert auch nichts an dem ansonsten hochkarätigen Cast, der durch die Bank weg hervorragende Schauspielarbeit abliefert und den Zuschauer hier mit Durchtriebenheit und Eleganz zu verblüffen weiß.

Wer also noch nicht das Vergnügen hatte, darf sich gerne in eines der Lichtspielhäuser verzupfen und diese Gelegenheit nachholen: Es ist definitiv kein Fehler, diesen Streifen auf der Leinwand gesehen zu haben.

Es muss nicht immer Agatha Christie sein, dieser Krimi ist mindestens genauso spannend und absolut hochkarätig besetzt – ein Spaß auf der Leinwand, den man sich gerne zu Gemüte führen darf.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht zwingend ausharren, hier folgen keine weiteren Szenen.

Kinostart: 2. Januar 2020

Original Title: Knives Out
Length: 131 Min.
Rated: FSK 12