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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Wirtschaft

Wackersdorf (inkl. Gewinnspiel)

Zum Kinostart belohnt euch Alamodefilm wieder mit zwei tollen Fanpackages, die es unten im Beitrag zu gewinnen gibt!
Wackersdorf – der heutigen Jugend dürfte dieses Wort kaum etwas sagen. Und schon gar keine Zusammenhangs-Reize auslösen, wie es vielleicht bei älteren Generationen der Fall ist.
Klar, die Generation “Wir kennen nur Merkel und interessieren uns nicht für ihre dumme Politik” ist am Start und geht demnächst wählen, um über das Schicksal dieses Landes zu bestimmen.
Krieg? Wissen darüber, dass es auch mal andere Zeiten gab? Wer sind die “da oben” eigentlich? Wen gibt es und was hab ich damit zu tun?
Schule? Aufklärung? Echtes Interesse? Bildungspolitik? Historische Mahnmäler um die Fehler der Vergangenheit durch Bildung und Wissen nicht zu wiederholen?
Fehlanzeige.
Insta-Bitch, Pokemon Go und Fortnite?
Läuft.
Damit kann wiederum die Fraktion “Gebildete Erwachsene” kaum etwas anfangen und bedient sich vielleicht digitaler Hilfsmittel, um nach Schulmanier zu recherchieren und sich damit auseinanderzusetzen.
Frage: Wie bekommt man nun also politisches Interesse und historisches (wichtiges) Wissen in die Köpfe von den von den Medien so runtergebügelten Fortnite-Opfern?
Richtig: Medial.
Holt die Leute doch einfach damit ab, was sie am liebsten tun: Screens anstarren. Ich hab gehört, da soll es sogar richtige Räumlichkeiten dafür geben, die für nichts anderes leben, als eben diese “Tätigkeit” zu zelebrieren und den Menschen etwas aufs Auge zu drücken … Gibt auch Popcorn und Bier und viele andere Sweet-Boni inzwischen dort: Yes – Kino!
Und ja, ich finde es extrem geil, wenn man sich der Jugend von heute annimmt und ihnen auf dem Silbertablett des “Black Mirrors” etwas serviert, dass aus Überlebensgründen in ihre Schädel rein muss.
Und da wären wir: Wackersdorf. Komm Bruda, wir geh’n Kino! Wackyman … und dann kriegen sie einen “Heimatfilm” aufs Auge, der ihnen zeigt:

  • wie Politik funktioniert.
  • was für grandiose Schandtaten ihre Vorgänger diesem Planeten angetan haben.
  • wie man zum Rebellen wird und sich gegen das Scheißsystem wehrt.
  • wie man sich gegen scheinbar unhaltbare Entscheidungen wehrt und seinen Kopf durchsetzt.
  • wie man … (haut mich nicht) => gutes in der Welt vollbringen kann und seinen Ärger und seine Wut zu etwas produktivem einsetzen kann.
  • wie es da draußen zugeht.

Wer aufpasst, versteht hinterher genau, was da eigentlich grad abgeht, von dem die da in der tagesschau quatschen. Kann auf einmal mit dem “politischen Mitbestimmungsrecht” etwas anfangen und sich dafür interessieren.
Boys and Girls – dieses Ding ist echt klasse! Keine Heimatschmonzette, die von abgehalfterten ZDF-Männchen durchflutet wird, sondern euch wird Geschichte gezeigt, die spannend ist und von hohem Wert! Also setzt eure Iron Man-Masken auf, holt die Deadpool-Shirts aus dem Schrank, greift eure Freunde und Freundinnen auf und geht da rein. Verblüfft eure Geschichtslehrer mit Fragen darüber. Sagt euren Schulklassen, dass ihr den Film zusammen sehen wollt und sie Ausflüge ins Kino organisieren sollen.
Und das beste:
G E W I N N S P I E L
Alamode sponsort für zwei von euch noch ein riesiges Fanpaket, dass sich aus folgenden Elementen zusammensetzt:
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Was ihr tun müsst, um da ran zu kommen?
Insgesamt wurden mir zwei Pakete zur Verfügung gestellt. Kommentiert einfach bis zum nächsten Sonntag, 23. September 2018 einschließlich unter diesem Beitrag, in welchem Kino ihr euch diesen Film anschauen wollt. Unter allen Kommentatoren werden dann via random.org die Gewinner gezogen und von mir benachrichtigt. Gebt also beim Kommentar eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch erreichen kann.
Eure Adressdaten werden dann an den Verleih weitergegeben, der diese dazu benutzt, euch das Gewinnmaterial zuzuschicken.
Ich bin riesig gespannt, was ihr von dem Ding haltet und freue mich schon auf die tollen Gespräche, die in letzter Zeit immer häufiger werden. Ich habe den Film inzwischen schon 2x gesehen und fand ihm beim zweiten Mal immer noch genauso spannend und fesselnd wie beim ersten Mal.
Nun aber ran: Kommentar schreiben, Glück haben und natürlich viel Spaß im Kino!
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein mitreißendes, spannendes und super gut gespieltes Polit-Drama rund um die Geschehnisse in Wackersdorf.
Dieser Film zeigt auf hervorragende Art und Weise auf, wie Politik funktioniert und was man als Bürger dagegen unternehmen kann, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man sie eigentlich gerne hätte.
Lehrmaterial, wie es im Buche steht … nur eben in geil. Nutzt die Gunst der Stunde und sichert euch die zwei Fanpakete, die Alamodefilm euch zur Verlosung freigegeben hat und schaut euch diesen Film auf deren Kappe an!
Wackersdorf ist jedes .kinoticket wert und sollte von möglichst vielen gesehen werden!

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, da folgt nichts mehr.
Kinostart: 20. September 2018
Original Title: Wackersdorf
Length: 123 Min.
Rate: FSK 6

Das Kongo Tribunal

Wer von euch hat manchmal (oder immer) das Gefühl, dass die Politik heutzutage nur noch am Versagen ist? Hände hoch!
Ich predige schon lange davon, dass man, um etwas zu lernen, heute nicht mehr in Schulen gehen oder TV schauen muss, sondern ins Kino gehen sollte, denn dort spielt sich das ab, was hinterher (oder vorher) auf unserer Welt passiert (ist).
Das Kongo Tribunal ist erneut ein meisterliches Beispiel dafür, dass an dieser Behauptung definitiv etwas dran zu sein scheint, denn dort, wo die Politik schon seit jeher versagt hat, obsiegt dieses Werk mit seinem unerschütterlichen Drang, den Schrei nach Gerechtigkeit zu beantworten, der aus so vielen Kehlen schon seit Jahrzehnten brüllt.
Milo Rau wird wohl für viele auch kein unbeschriebenes Blatt mehr sein, zumindest diejenigen, die sich mit seinen anderen Arbeiten befasst haben und man mag auch hier wieder Urteile über Selbstbeweihräucherung oder -inszenierung ausschütten, aber das alles interessiert mich reichlich wenig.
Das Kongo Tribunal spielt zwar in fernen Ländern, geht uns aber als Konsumenten alle an und durchdringt die Kulisse zur machtpolitischen Auseinandersetzung der Wirtschaftsriesen, die unseren unbändigen Hunger nach Konsum zu stillen versuchen und dabei im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen.
Und damit wird jeder – auch in Deutschland – zur Verantwortung gezogen und durch Rau seiner Untätigkeitsargumente beraubt – und das ist gut so. Denn Gerechtigkeit ist das einzige, dass uns vor dem Untergang bewahrt – und gerade davon existiert in letzter Zeit so unfassbar wenig, dass es einfach nur zum Heulen ist.
Und da prescht Das Kongo Tribunal als volksziviles Event nach vorne, um der Politik zu zeigen, was passieren muss, damit die entsprechenden Täter zur Rechenschaft gezogen und tatsächlich Urteile gesprochen werden, nach denen rechtskräftige Konsequenzen folgen – die auch als Präzedenzfall dienen und offenbaren, dass anderen Branchen das gleiche blüht, wenn sie Menschenleben so missbilligend behandeln.
Dieses Tribunal einzuberufen und es zu filmen, um es anschließend durch die Äther der Kinos an die Öffentlichkeit zu verteilen und zu beweisen, dass es eben doch geht – wenn man will – ist eines der größten Kunststücke, dass man in menschenrechtlicher Hinsicht in letzter Zeit gestartet hat – und ich bewundere es.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer Gerechtigkeit sucht: Hier ist sie.
Als Vorbild, Präzedenzfall für die Politik und Beispiel, wie man ein guter Mensch sein kann.
Wieder einmal ist Kino menschlicher als das Leben selbst und beantwortet all die Schreie der Opfer in nur einem einzigen Film.
Das verwegene Konstrukt der Komplexität von Verantwortung und Rechenschaft zeichnet sich auch in diesem Werk hervorragend ab und überlässt dem Zuschauer, wie er damit umgehen möchte.
Meisterhaft.

 
Nachspann
Sitzenbleiben – hier werden noch einige wichtige Statements genannt, bevor man dann vollständig entlassen wird. Beim Scrolling könnt ihr quasi dann raus.
Kinostart: 16. November 2017

The Gunman

Da ich die Vorschautrailer mittlerweile auswendig mitsprechen kann, war für mich klar, dass The Gunman, der offiziell heute anläuft, definitiv auf die Liste der zu sichtenden Filme gehört.

Und weil Jungs wie meinereiner es immer nicht schnell genug kriegen können, landete ich – dem Universum sei Dank – schon am Montag diese Woche im Saal und wurde bei einer mysteriösen Sneak-Preview von meinem Lieblings-Rosa-Riesen mit der amerikanischen Originalversion des Films belohnt.

Mein Empfinden darüber ist zweigeteilt positiv. Vorweg sei gesagt, dass der Trailer dem Film absolut nicht gerecht wird. Hier werden durch musikalische Untermalung und Schnitttechnik Erwartungen geschürt, die auf diese Weise vom Film absolut nicht beantwortet werden. Gleichzeitig liefert man aber ein Werk mit tiefergreifender Aussage, die an sich vielleicht auch nicht blockbustermäßig zündet, jedoch durchaus ernstzunehmen ist und Fragen sowie Provokationen in den Raum wirft, die meiner Meinung nach auf diese Weise kaum bei den Verantwortlichen auf dem Schreibtisch oder gar in deren Hirnen landen.

Der Film ist ausgesprochen ruhig, makaber und völlig abseits der Spur vom Mainstream, was man den Publikumsgesichtern der restlichen Saalbesetzer auch durchaus angemerkt hat. Und genau das hat mir gefallen. Sean Penn und sein Team wagen hier etwas, das nicht per se zum Blockbuster-Erfolg verdammt ist, sondern sich seine Loorbeeren durch geschickte Kameraführung und sensible Ruhe innerhalb eines Krieges zu verdienen versucht.

Manche Szenen sind dabei in sich nicht ganz logisch und zehren von unausgesprochenen Filmgesetzen, dafür verlässt man aber garantiert niemals die Spur abseits der Straße und schafft dadurch ein liebevolles Nischenkino, das mal nicht die platte Haudrauf-Machart sonstiger Großfilme nachahmt.

Ich ging wahnsinnig entspannt aus dem Kinosaal. Was blieb, war das wärmliche Gefühl eines Films, der ins dunkle Wohnzimmer und nicht auf offene Straße gehört. Und die Enttäuschung darüber, dass die Aussage nicht mit etwas mehr intellektueller Wucht und Größe gezündet, sondern eher geduckt und zögerlich auf den Punkt gebracht wurde. Hier hätten die Macher ruhig eine Schippe mehr drauflegen dürfen.

.kinoticket-Empfehlung: Interessant und sehenswert allemal, da gibt es durchaus viel viel schlimmeres, allerdings sollte man dafür gleich alle Freunde und Bekannten mitnehmen, denn ein zweites Mal schauen würde ich ihn aufgrund des “Es ist alles gesagt”-Themas nicht.

Freunde des Nischenkinos, die keinerlei Massenansprüche geltend machen, dürften hier definitiv auf ihre Kosten kommen und reichlich Unterhaltung und Material zum Nachdenken finden.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, da folgt nichts mehr.

Kinostart: 30. April 2015

Original Title: Gunman
Length: 117 Min.
Rated: FSK 16

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