Tag: Wünsche

Fantasy Island

Fantasy Island - Filmplakat
© 2020 Sony Pictures Entertainment

Die Nachwehen von Corona sind immer noch nicht ausgestanden, darum gibt es bis heute die Chance, Filme auf der Leinwand zu erleben, die unsereiner noch niemals „in groß“ gesehen hat. Dabei tummeln sich alte Klassiker neben kürzlich releasten Titeln und ich finde, man sollte die Chancen nutzen und sich die Filme tatsächlich im Kino ansehen.

Die Abstände zwischen den einzelnen Gästen sind ausreichend groß, man wird immer wieder vehement aufs richtige Tragen der Masken hingewiesen und die Kinos kommen euch – ganz im Sinne der neuen wirtschaftlichen Handhabe – auch preislich entgegen und fordern quasi nichts und bieten dafür viel.

Und im Falle von Fantasy Island sollte man einen Kinobesuch gleich mehrfach einplanen, denn dieser Film überfordert einen mit Impressionen und Denkstoff, dass ein einziger Besuch unmöglich ausreicht, um die ganze Fülle an Eindrücken und Elementen richtig verarbeiten und einordnen zu können.

Einmal braucht man allein, um überhaupt rauszufinden, wohin das führt. Um was geht es? Wer spielt mit und wohin läuft es hinaus?

Ein weiteres Mal kann man dafür verwenden, um festzustellen, dass hier tatsächlich keine logischen Fehler oder Continuity-Patzer gemacht wurden. Und weitere Male sind nötig, um die ganzen Details und Wunder zu entdecken, die man sich beim Erschaffen dieses Films zu Herzen genommen und umgesetzt hat: Und das ist wirklich ein Titel von Blumhouse – also ja, ich bin weiterhin zwiegespalten zwischen „total schlecht“ und „wow – grandios“. Die Zeiten des unteren Niveaus scheinen wirklich stellenweise vorbei zu sein.

Ich hatte vor Jahren mal ein Erlebnis in Augsburg im Kino, wo ich um 23:00 Uhr in einer Nachtvorstellung eines Horrorfilms gesessen habe, der so richtig hart in diese Tageszeit gepasst hat. Dort ist für mich das „23 Uhr-Horror“-Genre entstanden, dem ich Fantasy Island genauso zuordnen möchte: Es darf gerne draußen dunkel sein und die Welt in Teilen bereits schlafen, so dass man ruhig das Gefühl hat, draußen gleich alleine zu sein, wenn man durch den dunklen Park zurück nach Hause spazieren muss. Mit diesem Hintergedanken wütet der Film noch ein bisschen besser in deiner Fantasie und erzeugt einen fulminant guten Grusel, der bei mir noch lange nachgehallt hat.

Und sollte jemand die Serie dazu noch nicht kennen: Schaut erst den Film und knüpft euch dann die Serie vor.

Überraschend vielseitig, tiefschichtig und komplex: Man wird förmlich von Impressionen überschüttet und sollte sich den Film eher mehrfach anschauen, um wirklich alle Winkel entdecken und verarbeiten zu können: Großartiges Kino!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 20. Februar 2020
Heimkino-Start: 1. Oktober 2020

Original Title: Fantasy Island
Length: 110 Min.
Rated: FSK 16


The Secret – Das Geheimnis

The Secret - Filmplakat
© 2020 Capelight Pictures

Es mag viele geben, die das Buch von Rhonda Byrne nicht kennen – oder einen weiten Bogen drumherum machen, weil es ihrer Meinung nach „zu esoterisch“ ist. Ich kannte damals einen Milliardär (der inzwischen leider verstorben ist), der zu mir gesagt hat:

„Benni, ich verdiene im Jahr ein paar Milliarden. Und wenn ich aus diesem Buch noch wichtige Dinge lernen kann, dann kannst du das auch.“

Er war mein Mentor und hat mir vieles beigebracht, für das ich heute immer noch tagtäglich dankbar bin. Ich habe mir damals das Buch gekauft, es gelesen und studiert, ich habe den Film dazu gekauft, ihn vielfach gesehen und studiert, ich habe die esoterischen Elemente ausgeblendet und wirklich versucht, die Botschaft zu ergreifen und sie zu meiner Lebensmaxime gemacht.

Und ich stoße bis heute immer wieder auf Menschen, die wie angestochen reagieren, sobald man in diese Richtung etwas erzählt.

Nun kommt ein Film, der auf jenem Buch basiert, aber eben nicht mehr die Inhalte transportiert, sondern quasi ein „Beispielfilm“ ist, dessen Protagonisten nach dem Wissen aus dem Buch von Rhonda Byrne handeln.

Ja, ich hatte tierisch Schiss, dass das ein erneuter Versuch wird, der die Leute immens abschreckt. Und ich habe ihn bereits mit anderen im Kino gesehen und die waren positiv überrascht – was mich wiederum positiv überrascht hat, denn dann scheint genau das das Bindeglied zu sein, was damals zwischen der „Weltferne“ und dieser tiefen Wahrheit, die dahintersteckt, gefehlt hat.

Eine Bitte hätte ich trotzdem noch: Betrachtet es nicht als erzählerischen Geschichtenfilm, der euch unterhalten möchte, dazu sind auch hier mögliche Punkte vorhanden, die man lautstark kritisieren könnte, sondern versucht wirklich, euch ein wenig an der Einstellung des Typen entlang zu hangeln und zu ergreifen, worauf es ihm ankommt. Genau das ist das Geschenk an euch, das euch dieser Film erneut mit auf den Weg geben möchte – und das jeder für sich selbst so in sein Leben einbauen kann, wie er oder sie das möchte.

Positiv überrascht, wie gefühlvoll und sensibel hier die Inhalte präsentiert werden und dem Zuschauer auf sanfte Weise eine untrügliche Wahrheit näher gebracht wird. Dabei ist nichts sektiererisch oder esoterisch, sondern eingepflanzt in eine wunderbare Story, die sehr einfühlsam und ruhig ihre Inhalte vermittelt.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. August 2020

Original Title: The Secret: Dare to Dream
Length: 103 Min.
Rated: FSK 12