Dezember 2, 2022

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The Devil’s Light

The Devil's Light - Filmplakat
© 2022 Telepool

Ja, ich weiß, ich bin aus persönlichen Gründen wieder relativ spät dran, möchte euch aber dennoch meine Gedanken zu diesem Film nicht vorenthalten… denn: Es handelt sich mal nicht um so einen „just another demon movie“, wie der Titel erstmals vermuten lässt.

Den Eindruck gewinnt man zwar, wenn man den Trailer sieht oder auch den Plot durchliest, die wahre Erleuchtung findet dann aber erst im Kino statt.

Es geht nämlich nicht unbedingt um die Story, die – sind wir ehrlich – seit Der Exorzist längst erzählt ist. Es sind auch immer wieder die selben Stilmittel, die selben Scare Jumps, die selben Plot“twists“, die inzwischen halt einfach keine mehr sind … diesbezüglich war The Devil’s Light genauso enttäuschend, wie erwartet.

Was diesmal aber anders ist (und ich versuche wirklich, nicht wie so ein arte-Heiliger zu klingen), ist das Drumrum. Der Film ist mit einer derartigen Liebe fürs Filmhandwerk gedreht, obwohl er scheinbar wusste, was er für einen 0815-Plot erzählen will. Dafür sind viele Szenen vieeeeel zu aufwendig produziert, wurde viel zu viel Liebe in Details, die Szenerie, das „Bühnenbild“, die Ausgestaltung gesteckt.

Das gleiche mit der Kamera: Die Fahrten durch die Schluchten der Straßen, die Innenaufnahmen, die „Erzählweise“, wie dich der Film mit in die dunklen Abgründe der Hölle nimmt, ist einfach herausragend und großartig gemacht.

Genauso der Schnitt: Kein billiger Horror-Movie, sondern großartige Leinwandkunst, die hier vollführt wurde: Das Team hinter der Kamera hat’s wirklich drauf.

Auch die Darsteller (abgesehen vom Klischee-Cast) spielen ihre Aufgaben mehr als überzeugend und präsentieren genau, was man erwartet. Und wenn man sich dann durch den Kopf gehen lässt, dass da jetzt ein ganzer Tag für 2 Sekunden Filmmaterial drauf gegangen ist (alles herrichten, drapieren, abdrehen, zeigen und hinterher nochmal nachbearbeiten etc.) – dann ist das wirklich beeindruckend und alles andere als B-Hollywood.

Und noch ein paar Worte zum Plot: Oftmals sind solche dämonischen Dinge ja ziemlich absurd, weird, unglaubwürdig und wirken daher sehr schnell billig und komisch. Das ging mir hier ehrlich gesagt nur beim „Rahmen“ so – also den Text-Tafeln vor und nach dem Film. Alles andere wirkte sehr real, könnte tatsächlich so passieren, ist zumindest mal nicht so absurd, wie manch anderer Streifen dieses Genres das hinlängst vermittelt hat. Man hat sich also die Mühe gemacht und wirklich versucht, Realismus in die Sache rein zu bringen, obwohl jeder weiß, dass es erzählerischer Bullshit ist. Auch das ist in meinen Augen ziemlich gut gelungen.

Und zuletzt: Der Soundtrack. Ich habe ja schon oft darüber geschrieben, welch essentiellen Anteil der Ton an einem Film hat und dass der oft über die Wahrnehmung von Szenen oder den Gesamteindruck entscheiden kann – und das greift hier in die Vollen. Der Soundtrack trägt einen von Beginn bis zum Schluss hin durch und vermittelt einen super professionellen und ernstzunehmenden Eindruck, OBWOHL der Plot Grütze ist. Und das ist in meinen Augen wieder eine herausragende Leistung, die den Film zu mehr macht, als er im ersten Augenblick vermittelt.

Wer den Film noch im Kino sehen möchte – hier findet ihr die aktuellen Spielzeiten für eure Umgebung:

https://www.thedevilslight-film.de

Alles in allem könnte man also sagen:

.kinoticket-Empfehlung: Echt gut gelungenes, bodenständiges Gruselkino für die kälteren Tage zum Ausklang des Jahres. Der Film arbeitet zwar mit Klischees, schießt dabei aber nicht so über den Tellerrand hinaus, wie viele andere das machen und hat einfach ein unglaublich gutes Endprodukt der gesamten Crew auf die Leinwand gebracht: Durchaus sehenswert!

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 03. November 2022

Original Title: Prey for the Devil
Length: 93 Min.
Rated: FSK 16

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