Mai 22, 2022

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The Eyes of Tammy Faye

The Eyes of Tammy Faye - Filmplakat
© 2022 20th Century Studios

Wir nähern uns stündlich den diesjährigen 94th Annual Academy Awards – der größten Show, die Film als solches überhaupt feiert. In den vergangenen Tagen habe ich hier und da schon ein paar Filme vorgestellt, die man dieses Jahr vermutlich nicht im Kino gesehen hat, da sie in den einschlägigen VoD-Portalen gestartet sind. Mit dabei waren z.B. CODA von AppleTV+, The Power of the Dog von Netflix und nun soll mit The Eyes of Tammy Faye auch noch ein Beitrag von Disney+ folgen.

Der zieht nämlich dieses Jahr gleich mit zwei Nominierungen in die Show ein: Einmal für die beste weibliche Hauptdarstellerin (Jessica Chastain) und einmal für einen Oscar für das beste Make-Up sowie die besten Frisuren.

Auch Andrew Garfield geht dieses Jahr mit einer Nominierung ins Rennen (für den Musical-Film Tick, Tick…Boom!) und somit ist dieser Streifen mit zwei hochkarätigen Darstellern besetzt, die sich einem Thema widmen und damit die Aufarbeitung dieser „Clique“ vorantreiben.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Kirche nämlich alle Mühe gegeben, sich höchst reißerisch selbst zu demontieren und alle christlichen Wahrheiten durch eigens vorgelebte Verlogenheit zu entlarven und sich damit als den größten Sünder aller Zeiten zu offenbaren.

Das, was man in diesen kircheninternen Kreisen so an Machenschaften vorfindet, findet nicht mal in der „sündigen Welt“ so offensiv und vielfältig statt. Und die größte aller Schanden: Die Kirchenoberhäupter selbst leugnen bis zum heutigen Tag die Existenz dieser Sünden und sind sich immer noch zu fein dafür, einfach um Vergebung zu bitten und die Schande anzuerkennen und dafür Buße zu tun.

Man schändet und fickt kleine Kinder und Jugendliche, man zerreißt sich lieber das Maul über andere, man herrscht rachsüchtig und voller Gier und Eifersucht, man gönnt einem anderen den Erfolg nicht – und steckt sich dabei die Taschen selbst voller Geld, lebt in Reichtum umgeben von Gold, Glitzer und Glamour, während man seinen Anhängern die Pein der Armut predigt und sie immer wieder hinterrücks mit billigsten Methoden dazu bringt, ihr weniges Hab und Gut der ach so bedürftigen Kirche zu spenden (damit die sich nach getaner Kindsvergewaltigung noch ordentlich einen teuren Wein auf ihren Palais-Anwesen genehmigen können)!

Der Fall von Jim Bakker und Tammy Faye Bakker ging damals auch durch die Schlagzeilen und ist nur ein weiteres von extrem vielen Beispielen, wie Menschen hier belogen, betrogen, verarscht, gedemütigt und hinters Licht geführt werden im Namen eines „herrlichen und liebenden Gottes und Jesus Christus, der für unsre Sünden am Kreuz gestorben ist und uns Menschen über alles liebt“.

Leider steht nur nirgends in der Bibel, dass man für diese Liebe bezahlen muss, was sich die Kirche aber schon seit Jahrhunderten selbst so ausgelegt hat. In Zeiten, in denen die Menschen kein Latein verstanden und die Texte daher selbst nicht lesen konnten, war es noch einfach, dem Pöbel einfach irgendwas zu erzählen und sie Dinge glauben zu lassen, die man sich selbst vorher ausgedacht hatte.

Inzwischen können immer mehr Menschen lesen, einige von ihnen sogar auch eigenständig denken und 1+1 richtig zusammenzählen und merken selbst, wie verlogen dieses Pack ist und was man ihnen jahrhundertelang alles für einen Scheißdreck von der Kanzel herabgepredigt und selbst dann das ganze Gegenteil gelebt hat (#Tebarz von Elst).

Und dass es selbst die höchste Instanz Gottes auf Erden – der Papst persönlich – schafft, den Gremien offen ins Gesicht zu lügen und sich damit das Oberhaupt himself als sündiger Lügner entlarvt und damit offengelegt hat, was diese Institution in Wahrheit ist – ein korrumpiertes Lügenpack – zeigt nur einmal mehr, was wirklich gespielt wird… und in einer informationszugänglichen Welt, in der es auch Journalisten, Redaktionen, Blogger, Aussteiger und Geschädigte gibt, die nicht länger schweigen wollen, kommen diese Dinge eben ans Licht. Boum!

The Eyes of Tammy Faye erzählt eine dieser Geschichten, in der in unerträglich großem Ausmaß betrogen, belogen und Millionen von Menschen geplündert wurden – und zeigt in meinen Augen hervorragend auf, wie verlogen und schändlich diese Art der Religion eigentlich ist. Vermutlich kommen deshalb einige mit dem Film nicht so richtig klar: Jessica Chastain spielt so unglaublich gut diese weinerliche, piepsige und vereinnahmende Dolly, die mit ihrem Augenblinkern die Massen zum Spenden animiert und alles unter dem Label der Liebe Gottes durchzieht.

Dabei deckt der Film so offenbarend auf, wie diese Kaste funktioniert und führt einem super verständlich vor Augen, welche Tricks und Machenschaften hier ausgespielt werden, um einfache Gläubige reinzulegen und mit ihren religiösen Affinitäten zu spielen und ihren Glauben zu missbrauchen, um sich selbst die Taschen vollzustopfen und in Saus und Braus zu leben.

Als jemand, der dieses pfingstlerisch-baptistische Pack aus leidvoller eigener Erfahrung heraus mehr als gut kennt und selbst einige Bücher dazu veröffentlichen könnte, kann ich nur sagen: Leute, ihr habt’s mit dem Streifen in jeder Szene so extrem gut getroffen. Hier wird gezeigt, wie ihr euch am Ende selbst betrügt und so offen in Schande und Sünde lebt und absolut kein Recht habt, anderen zu erzählen, sie sollten beten und Buße tun.

Dieses Werk ist ein Geschenk an all jene, die fertig mit der Kirche sind und sich womöglich auf die Suche nach dem echten Gott begeben haben, der der Kirche des heutigen Zeitalters weit entfernt ist. Nicht umsonst findet man vornehmlich die steinernen Fratzen der Hölle meist an katholischen Gebäuden und sakralen Einrichtungen: Ihr selbst seid die Dämonen, die man auf die Menschheit losgelassen hat, um sie zu vernichten, zu demütigen und ihnen alles Leben auszusaugen.

Danke an Jessica Chastain, die so herrlich „echt“ spielt, dass man ihrem Charakter (nicht ihr selbst) mit Vorliebe in die Fresse schlagen möchte um ihr dämliches Gejuchze in ihrer Kehle zu ersticken und ihr ihre Liebe in ihre gepuderten Wangen zu schlagen: Wenn ihr eines geschafft habt, dann, dass man euch Christen aufs gröbste hasst, weil man tausende Male selbst gesehen hat, welche Schande ihr vollzieht – und eure Oberhäupter euch damit auch noch in Schutz nehmen und es einfach so tolerieren.

Wenn das die Liebe Gottes ist, möchte ich von diesem Gott absolut nichts wissen – und danke diesem Film, dass er auf so einer prestigeträchtigen Show zeigt, welche Verlogenheit damit verbunden ist, wenn jemand von „Jesu Liebe“ predigt und damit „erfolgreich“ ist.

Vielleicht sollte ich wirklich ein Buch über die ganze Sache schreiben … solange streamt ihr erstmal diesen wunderbaren Film und überzeugt euch selbst von der „Aufrichtigkeit“ und „Nächstenliebe“, die man euch da vorpredigt.

.kinoticket-Empfehlung: Jessica Chastain schafft es so hervorragend authentisch, diese verlogene, verächtliche und hinterfotzige menschliche Art des Christentums darzustellen und dabei zu entlarven, was diese verschissenen Wichser wirklich sind: die größten Verbrecher der Geschichte unserer Menschheit – die einem beim Betrügen und Belügen erzählen, dass Gott sie liebt und alles eine wahre Tat des Glaubens und der Liebe ist. Fickt euch, liebe Kirche! Hört auf, unsere Kinder zu ficken und fickt euch einfach selbst – wir bringen die Wahrheit ans Licht – und dieser Film ist ein weiterer, großartiger Meilenstein, diese Mission zu einem Ende zu führen. Möge euer Gott euch selbst richten und ihr alle in der Hölle verbrennen!

Nachspann: 🔘🔘🔘 | Schließt mal die Augen und hört euch den Song wirklich an – merkt ihr, wie der euch direkt mitnimmt, weil „das ja schön klingt“? Und wie man hinterher schön fotzig auch gleich die Kleinsten in seine Fittiche nimmt? Genau das macht McDonalds mit „gesunder Ernährung“ ebenfalls (gammelige Apfelstücke). Und die „Entschuldigung“ dafür? Kommt ganz am Schluss. Lasst den Abspann mal einfach volllständig auf euch wirken!

Heim-Kinostart: 23. März 2022

Original Title: The Eyes of Tammy Faye
Length: 128 Min.
Rated: FSK 0 (Disney-Rating)