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Zuallererst mal: Happy New Year! Ich hoffe, ihr seid alle gut ins 2019. Zeitalter gerutscht und habt den Jahreswechsel gebührend gefeiert.

Inzwischen driften die Meinungen ja auseinander, ob man solch ein Ereignis feiern möchte oder nicht – ob man Böller zünden möchte, oder nicht – ob diese Form der Festlichkeiten noch angebracht ist oder nicht …

Ja, es gibt durchaus berechtigte Gründe, hier zu mosern. Meine Meinung? Überlasst das Feuerwerk den Pyrotechnikern und veranstaltet ein einziges – dafür umso größeres, und wer keinen Bock drauf hat, geht eben nicht hin.

Aber schafft dieses Fest nicht ab: Es ist immerhin eines der wenigen global-gemeinsamen Traditionen, denen in Sydney genauso gehuldigt wird, wie auf den Malediven oder im böhmischen Land. Und gerade eine dieser wenigen Gemeinsamkeiten sollte man definitiv nicht abschaffen.

The Last Movie ist auch nicht der letzte Film hier, sondern eher der erste, dem ich mich im neuen Jahr widmen möchte. Seinerzeit auf dem Film Festival Venedig mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet bringt man dieses Werk nun digital remastered zurück ins Kino und lässt damit den Geist von 1971 wieder aufleben!

Jap, der Inhalt dieses Streifens hat satte 48 Jahre auf dem Buckel und wurde bislang von ziemlich wenigen gesehen – mir eingeschlossen. Vom nächsten großen Blockbuster brauchen wir an dieser Stelle also gar nicht reden.

Vom “größten Mist aller Zeiten” aber genauso wenig. Vielmehr gibt dieser Streifen eine Menge Rätsel auf und gräbt in den Untiefen cineastischer Geschichte. Hier treffen nämlich absonderliche Berühmtheiten aufeinander und erzählen eine sehr seltsame Story, die selbst Hollywood Jahre beschäftigt hat und die meines Erachtens auch betrachtenswert ist. Nicht allein deshalb, weil der Inhalt durchaus sehr selbstkritisch und auch sehr antipathie-hegend dem Kino gegenüber ist – zumindest dem westlich-kommerziellen Sektor, der auch hierzulande einen Großteil aller Schauspiele ausmacht.

Dass das mit einigem an geistiger Denkarbeit einhergeht, versteht sich von selbst. Auch die Effekte sind 48 Jahre nach ihrem Entstehen durchaus sehr beeindruckend, zumal hier einmal mehr deutlich wird, mit welcher Raffinesse man damals noch am Wirken war, um den Zuschauer zu beeindrucken. Kein CGI, keine hyperlastigen Space-Moves, sondern ehrliches, richtiges Kino.

Und das – gepaart mit dem Feeling, einmal selbst beim Filmdreh dabei zu sein – ergibt einen Flair, der auch im Jahr 2019 noch begeisterungswürdig ist und hoffentlich den ein oder anderen ins Independent-Kino lockt, denn The Last Movie dürfte tatsächlich ausschließlich dort zu finden sein.

.kinoticket-Empfehlung: 48 Jahre ist die Entstehung her – und heimste damals gleich den Kritikerpreis ein – Dennis Hoppers The Last Movie.

Back to the roots – möchte man meinen: Der Autor entführt ob seiner Zeit zurück an die Anfänge allen Seins und zeigt einmal mehr, was damals bereits möglich war und welch starke Kraft im Geschichten erzählen liegt.

Für die technologisierte Zukunftswelt ein interessanter Einblick in das Schaffen von damals, den man sich gerne auf der großen Leinwand gönnen darf.

Nachspann
❌ Die gute alte Schule: So etwas wie eine Leinwand-Zugabe gab es damals noch nicht. Rausgehen also erlaubt.

Kinostart: 27. Dezember 2018

Original Title: The Last Movie
Length: 108 Min.
Rated: FSK 12

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