November 30, 2022

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The Outfit – Verbrechen nach Maß

The Outfit - Filmplakat
© 2022 Universal Pictures International

Der 9€-Ticket-Wahnsinn verleidet einem zur Zeit echt alles … dazu kommt, dass auch die Zusammenarbeit mit diversen Labels in letzter Zeit immer negativere Empfindungszüge unter Presseleuten annimmt … was mich zu dem Entschluss führt, über mein ganzes Projekt hier nachzudenken und es vielleicht dem Ende entgegen laufen zu lassen. Ihr könnt euch ja mal melden und ein wenig Feedback geben, was euch dieses Blog bedeutet und welchen Stellenwert es in eurem Leben einnimmt – das würde mir die Entscheidung darüber massiv vereinfachen. Einfach als Kommentar oder gern auch via E-Mail oder über die üblichen Messenger- bzw. Social Networking-Dienste. Tretet mit mir in Dialog und lasst uns am Ende eine gute Entscheidung fällen.

Solange machen wir hier wesentlich langsamer und „unaktueller“ weiter, denn viele der Filme, die ich bereits seit langem gesehen habe, sind inzwischen angelaufen, aber meine „Oase der Ruhe“, um die auch zeitnah zu verbloggen, ist dank der 9€-Spinner halt weg. Ergo hänge ich hinterher, wie seit Bestehen dieses Blogs noch nie und versuche nun, im Rahmen meiner tobenden Katzen und jeder Menge anderer Ablenkungen einfach noch die Filme zu rezensieren, die seit Monaten in der Pipeline rumschwimmen und möglicherweise schon wieder aus den Kinos verschwunden sind. Sorry dafür – aber dann wisst ihr wenigstens, worauf ihr in den VoD-Diensten scharf sein dürft.

The Outfit – Verbrechen nach Maß ist so ein Film, der in mir wieder mal erfrischend positive Gefühle hinterlassen hat. Inzwischen sind ja wieder unsere Hochansprüchler auf die Plattform getreten und jammern rum, dass es so wahnsinnig schlecht ge-Mafia-t wurde und man hier Potenzial verspielt und den Film überhaupt völlig schlecht dargestellt hat etc. … ich gebe allerdings immer noch zu bedenken, dass wir noch nicht fertig damit sind, Werke über die Äther flimmern zu lassen, die im Rahmen von Lockdowns, Testerei und Pandemiegeschehen entstanden sind und daher nicht das volle, kreative Potenzial ausleben konnten, wie das die Jahre zuvor geschehen ist.

Ein weiterer Punkt, der mich persönlich ehrlich gesagt auch ein wenig ankotzt, ist: Es gibt nichts neues mehr. Irgendwann hat man alles schon mal gesehen, jeden Twist, jeden Erzählstrang, jede Idee schon irgendwo mal verwurstet … und genau, wie in der Moderne alle Autos jedweder Couleur immer die selbe Form, die selben aerodynamischen Features, das gleiche Aussehen haben und sich nur noch in Farbe und vom Logo unterscheiden, ist es auch beim Film: Es gibt immer weniger „spritziges“, „freshes“ Material, das einem wirklich die Birne weg knallt und so noch nie dagewesen ist.

Für Vielseher kommt noch dazu: Die haben viele Ideen nicht nur „schon mal dort gesehen“, sondern zusätzlich in so ziemlich allen erdenklichen Varianten und Möglichkeiten erlebt und ausgeschlachtet bekommen, da wird es noch zehn mal schwerer, dann mit etwas zu punkten, das den Zuschauern tatsächlich gefällt und „neu“ vorkommt. Und dazu dann noch „nicht vergleichen“ oder mit irgendwelchen Klassikern des letzten Jahrhunderts auf eine Stufe stellen wollen … nahezu unmöglich.

Und im Zuge dieser Überlegungen verstehe ich dann recht schlecht, wieso man einen Film wie diesen so miesredet, denn der versucht sich wenigstens daran, mal einen erfrischenden Twist ins Spiel zu bringen und zündet in meinen Augen auch von der Optik, dem Aussehen und dem Kammerspiel-Charakter, den er mitbringt.

Ich würde jetzt auch nicht hingehen und ihn mit Klassikern wie Goodfellas oder Scarface vergleichen, sondern ihn einfach im Rahmen der sonstigen Publikationen unseres Jahr(zehnt)s sehen, die wir alternativ auf die Leinwand gebracht kriegen – und da sticht The Outfit tatsächlich mit erfrischend anderen Ideen raus und liefert viel Kurzweil und Spannung.

.kinoticket-Empfehlung: Mal etwas anderes, auch wenn diese Ideen nicht komplett neu gesponnen werden – im Rahmen der sonstigen Veröffentlichungen fühlt sich dieser Streifen mal erfrischend neu an und liefert eine bodenständige Erzählung mit optisch-visuell super gemachter Umsetzung, die an ein-zwei Kleinigkeiten erkrankt, die noch gefehlt hätten, um hieraus ein Masterpiece zu machen. Dennoch ein Grund, mal wieder ins Kino zu gehen und einen schönen Abend mit Freunden zu verbringen.

Nachspann: ⚪️⚪️⚪️ | Braucht man nicht abzuwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 02. Juni 2022

Original Title: The Outfit
Length: 106 Min.
Rated: FSK 16

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