Tolkien - Filmplakat
© 2019 Twentieth Century Fox

Über diesen Namen braucht man eigentlich kein weiteres Wort verschwenden: Entweder man kennt ihn und weiß sofort, womit man all das zu verbinden hat, oder man fragt erst einmal: „Hä? Wer ist das?“

Genau das haben die Schöpfer dieses Movies wohl auch bereits gewusst und sich darum gedacht: „Och, grenzen wir die Unwissenden einfach mal komplett aus und machen etwas nur für die absolut verrückten Fans.“

Möchte man den Film nun auf „Neutralitätsbasis“ bewerten, gelangt man schnell an seine Grenzen, weil hier eben wieder zu viel universitäres Gelaber ist, mit dem kein Mensch was anfangen kann, weil die Szenen dazwischen nicht richtig wissen, wohin sie wollen und weil keiner am Ende weiß, was das alles sollte.

Und dann sind die Fans am Start. Tolllkiiiiiieeeeeeennnnnnn … Herr der Ringe … Ahhhhh!

Interessanterweise haben mir sehr viele davon abgeraten (ja, ab!), die Bücher zu lesen, sind aber die absolut vernarrten Fans der Filme und können sie auswendig mitbeten. Tolkien selbst kümmert sich einmal mehr nicht um seine Werke, sondern um den Schöpfer persönlich und möchte irgendwas erzählen, das am Ende aber wiederum nicht so wirklich rauskommt.

Was dafür umso präsenter ist: Der Soundtrack! Guys and Girls? Gänsehaut! Aber so richtig!

Immer dann, wenn man sich dazu entscheidet, Gedanken-Touren zu unternehmen und die Fantasie ein wenig schweifen zu lassen, man wieder ins „Filmische“ reinkommt und eben nicht die kalte, harte, tote Uni-Materie am Leben (welches Leben?) erhalten will: Dann scheppert‘s wieder und man spürt sofort: Hier ist was ganz großes am Start, das man unbedingt im Kino sehen muss!

Leider hören eben jene Szenen jedesmal immer viel zu schnell auf … all das (und ihr dürftet inzwischen gemerkt haben, dass ich mich nicht dazu zähle) interessiert die Fanatiker aber reichlich wenig, denn die kommen hier voll auf ihre Kosten und bezeichnen das Ding schon jetzt als „Film des Jahres“.

.kinoticket-Empfehlung: Ob gut oder schlecht, wird hier nicht diskutiert: Vielmehr zählt „ob Fan oder nicht“ – erstere kommen nämlich tatsächlich hart auf ihre Kosten, letztere bekommen einen grandiosen Soundtrack geliefert, Kino spendiert die Boxen dazu oder man nennt eine gute Heimkinoanlage sein eigen – dann braucht man den Film dazu nicht zwingend, aber ein gut gefülltes Musik-Abo und jede Menge Zeit… Bei mir ist er seit Erscheinen noch nie aus der Top 10 der meistgehörten Scheiben rausgerutscht 😉

Nachspann: Muss man nicht abwarten, hier folgen keine weiteren Szenen oder Bilder mehr.

Kinostart: 20. Juni 2019

Original Title: Tolkien
Length: 111 Min.
Rated: FSK 12