Mai 22, 2022

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Was tun

Was tun - Filmplakat
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Jüngst habe ich auf Facebook schon angekündigt, dass zum Thema „was tun“ noch eine Filmkritik kommt, denn Michael Kranz, den manch einer vielleicht aus Filmen wie Inglorious Basterds, Bridge of Spies oder Hannes kennt, hat einen Film gemacht, der genau so heißt und sich mit dem Thema des aktiv werdens beschäftigt.

Ich hätte euch gerne massiv mit den Inhalten dieser erstaunlich kurzen, prägnanten, aber umso einprägsameren Dokumentation geschockt und es „ärgert“ mich etwas, das im Angesicht des Krieges, den Russland aktuell gegen die Ukraine führt, alles vermutlich etwas „abgeschwächt“ wahrgenommen wird, in meinen Augen aber gerade deshalb hoch aktuell ist, weil die Gefahr nun noch größer ist, dass anderes Leid untergeht und noch weniger Beachtung findet, weil alle mit anderen Themen beschäftigt sind. Besser könnte der Augenblick also gar nicht sein, um vom „Betroffen sein Status“ in den „Aktiv etwas unternehmen“-Modus zu switchen und für viele Menschen der gravierende Unterschied zu sein, den es braucht, damit auch sie ein würdiges und gutes Leben führen können.

Kranz bezieht sich selbst auf eine Dokumentation und führt euch in 76 Minuten vor Augen, wie einfach und leicht es sein kann, die Veränderung zu sein, die es für manche Menschen braucht, um aus einer verzweifelten Spirale wieder raus zu kommen.

Wir erleben momentan gerade eine unglaubliche Solidarität bei Flüchtenden Menschen aus der Ukraine (was gut, richtig und bitter notwendig ist) und ich glaube, es ist kein Fehler, wenn man sich tatsächlich diese 76 Minuten Zeit nimmt und sich den Streifen im Kino (oder später auf dem BR) besieht.

Hier wird einmal mehr eindrucksvoll eine Welt erkundet und mit der Kamera einfach drauf gehalten. Man entdeckt Dinge, die einem im fernen Deutschland verborgen bleiben und erkennt, dass es heute eben immer noch Regionen gibt, in denen die Menschen nicht von dem unbändigen Glück und dem Frieden umspült sind, den man innerhalb unserer Landesgrenzen in vollen Zügen genießen kann.

Was mich an dieser Dokumentation begeistert hat, ist die offene und ehrliche Art, mit der er sowohl im Film als auch hinterher im Regisseurs-Gespräch auf einen zukommt und tatsächlich sagt, was Phase ist. Kein Verschleiern, kein geheimes Betteln um irgendwas, keine „seltsamen Gefühle“ dabei, sondern einfach nur ein authentisches Heranführen an Zustände, die für unzählige Frauen und Kinder die Hölle auf Erden sind … und eine klare Devise, was man tun kann, um das quasi mit einem Fingerschnippen zu beenden.

Wer mehr über den Film erfahren möchte, kann auch gerne die offizielle Filmwebsite besuchen oder sich über das Projekt informieren und dort auch finanziell unterstützen.

Aber nun geht erstmal in den Streifen, denn der benötigt meiner Meinung nach keine weiteren Worte, sondern spricht durch die gezeigten Bilder und O-Töne ganz für sich selbst!

.kinoticket-Empfehlung: Eine aufwühlende, emotional zerreißende Offenlegung eines völlig kaputten Systems inklusive einer Anleitung, wie man ohne viel Aufwand das Leben von diesen Menschen massiv verbessern kann.

Nachspann: 🔘⚪️⚪️ | Anfangs folgt noch eine Conclusion, wie es mit den betroffenen Personen nun weiter ging, danach darf man den Saal getrost verlassen.

Kinostart: 03. März 2022

Original Title: Was tun
Length: 76 Min.
Rated: FSK 12