Wo ist Kyra - Filmplakat
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I’m late – ich weiß… und ich breche Regeln: Meine 1-Entry-per-Day-Regel, um die Vergangenheit ein wenig schneller aufzuarbeiten und die Filme wenigstens noch mit ins Archiv aufzunehmen, auch wenn diese längst aus dem Kino verschwunden sein dürften … oder auch gar nicht erst dort aufgetaucht sind.

Gesehen hab ich ihn trotzdem und es gehört zum Berufsethos, dann darüber auch einen Eintrag zu machen, auch wenn dieser – getreu dem dieswöchtigen Motto – nicht sonderlich positiv ausfallen dürfte.

Wie jetzt? Dem Plakat nach zu urteilen überschüttet sich die Presse ja förmlich geradezu damit, Michelle Pfeiffer in ihrem Comeback zu lobpreisen. Oder ist dies einfach nur der verzweifelte Versuch, eine Frau wieder an den Start zu bringen, deren Tage längst gezählt sind?

Ja, mir sagt der Name etwas und ich musste – zugegeben – ebenfalls wikipedieren, um zu wissen, aus welchen Filmen ich diese Frau nochmal genau kenne: Dark Shadows – das Vampir-Ding mit Johnny Depp. Auch davor hat sie bedeutende Rollen in weniger bedeutenden Filmen gespielt und sich ein paar mal Welterfolge durch Rollenablehnungen verweigert: Irgendwie kam diese Dame nie so richtig auf den grünen Zweig.

Und auch, wer behaupten möchte, dass sie nun durch ihr Mitwirken in namhaften Megablockbustern wie Ant-Man and the Wasp oder Avengers: Endgame eine Karriere bekommt: Geld – vielleicht, Karriere? Wohl weniger. Immerhin tritt sie dort zwar so auf, dass man sie erkennt und wahrnimmt, aber so richtig im Rampenlicht stehen andere. Durch die Vielzahl an Monströsitäten steigt auch sie hier nicht als Starlight auf das alleinige Treppchen des Ruhms, sondern ist nur ein Laternchen unter vielen.

Dann jetzt vom “großen Comeback” zu sprechen empfinde ich hier also maßlos übertrieben, auch wenn sie in diesem Film eine gute Rolle hinlegt und ihre Abgewracktheit wunderbar zum besten gibt. Dennoch ist der Plot für mich unbefriedigend und auch das Mitwirken von Kiefer Sutherland wirkt seltsam – warum gibt er sich für so etwas her?

Die Thematik ist schwierig zu behandeln, und es gibt tatsächlich wenige Filme, die das erfolgreich geschafft haben, da rettet meiner Meinung nach auch dieser Versuch nichts mehr dran, sondern es wirkt aufgesetzt und selbstkünstlerisch inszeniert, als würde sich eine längst ausgestorbene Riege an Schauspielern selbst feiern, die in der heutigen Zeit längst nichts mehr zu sagen haben.

.kinoticket-Empfehlung: Kühl inszeniert, teils gut gespielt, aber als Plot nicht wirklich rund geschrieben und lückenhaft umgesetzt: Mir fehlt ein Ziel oder das durchschlagende Etwas, das diesen Film zum Erfolg macht. Es fühlt sich eher nach unrealistischer Selbstbeweihräucherung im Schauspiel an, als dass hier tatsächlich der große Wurf gelungen wäre.

Nachspann: Wartet nicht mit mehr Material auf. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 27. Juni 2019

Original Title: Where is Kyra?
Length: 98 Min.
Rated: FSK 6